QUEERFILMNACHT

Die queerfilmnacht vereint die beiden bisherigen Filmprogramme – die rein lesbisch ausgerichtete L-Filmnacht und die schwule Gay-Filmnacht – und öffnet sich zugleich gegenüber Filmen, die auch andere sexuelle Identitäten wie Bisexualität, Transgender, Intersexualität usw. thematisieren.

Die queerfilmnacht wird in enger Kooperation mit dem SISSY-Blog programmiert, dem neuen Zuhause des SISSY-Magazins. Die SISSY, 2008 als Printmagazin gegründet, galt mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren und über 5.500 Abonnenten bis zu ihrer vorübergehenden Einstellung im Herbst 2015 als wichtigstes queeres Filmmedium in Deutschland und erfreute sich vor allem innerhalb der schwul-lesbischen Szene einer enormen Bekanntheit.

Im August 2016 ging die SISSY als Online-Magazin www.sissymag.de mit dem bewährten inhaltlichen Fokus und zahlreichen neuen Formaten an den Start. Die queerfilmnacht wird in der SISSY umfangreich präsent sein.

Fr. 20.9. / 20:30

Nevrland / QUEERFILMNACHT

Der 17-jährige Jakob ist verunsichert und wird von Ängsten geplagt. Seinen einzigen Ausweg sieht er in virtuellen und fiktiven Welten. In einem Sex-Chat begegnet er zufällig Kristjan, einem jungen Künstler, eine Begegnung, die Jakob auf einen Weg der Selbstfindung bringt, auf dem er sich seinen eigenen Ängsten immer mehr stellen muss. Diese Ängste vermischen sich nach dem Tod seines Großvaters zunehmend mit seinen Hoffnungen und der Realität. Ist Kristjan eine reale Person oder nur ein weiteres Produkt seiner Fantasie? Für Jakob beginnt eine transpersonale Reise nach Nevrland und zu den Wunden seiner Seele.

Ein tiefenpsychologisch fundierter Post-Gay-Coming-of-Age-Film über den Umgang mit Angsstörungen, den Mut, man selbst zu sein, und die gewaltige Angst, die oft davor liegt.

Doppelt ausgezeichnet beim Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken mit dem Preis der Jugendjury und dem Preis für den Besten Schauspielnachwuchs für Simon Frühwirth. Neben ihm glänzt der österreichische Star-Kabarettist und Schauspieler Josef Hader als Jakobs stoischer Vater.

A 2018, Regie: Gregor Schmidinger, mit Simon Früwirth, Paul Emile Forman, Josef Hader, Wolfgang Hübsch, Ali Anton Nori, 90 Min.

»[..] „Nevrland“, [der] im hohen Maße weder eine stringente Coming-of-age-Story noch ein reines Sozial- oder Jugenddrama erzählt. Vielmehr offenbart sich in dieser wunderbar verwinkelten Seelen- und Clubkulturgeschichte ein filmisch sehr zeitgemäßer Umgang sowohl mit den ständig verfügbaren Online-Sex-Portalen in den weiten des Internets wie auch den zunehmenden psychischen Problemen vieler junger Menschen aus der Millenial-Generation, der keinesfalls alle Fragen beantwortet und in puncto Montage und Ausstattung Glanzpunkte setzt. « (Vollständige Kritik, Simon Hauck, Kino-Zeit)

» Ein heilsamer Akt kreativer Zerstörung. „Nevrland“ ist ein hinreißender Film. Radikal in seiner Erzählweise, Ästhetik und Machart. Und dabei in jeder Einstellung psychologisch plausibel und ein ganzes Netz an Motiven auswerfend, die Jakobs Angst- und Rettungsphantasien symbolisieren.« (Vollständiger Artikel, Christoph Schreiner, Saarbrücker Zeitung)

»NEVRLAND von Gregor Schmidinger ist ein faszinierender Film wie aus einem Guss, wie man ihn, wenn man Glück hat, vielleicht alle zehn oder zwanzig Jahre mal sieht.« (Vollständiger Artikel, Christoph Schreiner, Saarbrücker Zeitung)