FILM DES MONATS

Es gibt sie, diese Momente, in denen das Licht im Kinosaal langsam wieder angeht und wir noch lange sitzen bleiben, weil wir wissen, dass wir gerade etwas wirklich Außergewöhnliches gesehen haben. Manche Filme wirken in uns nach – auch noch lange nach dem Kinobesuch. Unser Film des Monats ist die monatliche Empfehlung unserer Programmmacher*innen: Individuell ausgewählte Filme, die uns besonders beeindruckt haben. Einige, weil sie auf bemerkenswerte Weise aktuell relevante Themen verhandeln und unsere Sicht verändern, andere, weil sie sich durch eine außergewöhnliche Ästhetik auszeichnen, emotional berühren oder neugierig auf das Werk aufstrebender Filmschaffender machen. Der Film des Monats ist häufig aktuell, muss es aber nicht sein – auch Klassiker und neu entdeckte Filmschätze vergangener Jahre und Jahrzehnte finden ihren Platz.

Do. 5.9., So. 8.9., Mi. 11.9., Do. 19.9., Mo. 30.9. / 20:30;

Fr. 13.9. + Mi. 25.9. / 18:00;

Sa. 28.9. / 17:45;

So. 29.9. / 20:00

Synonymes / FILM DES MONATS

Der junge Israeli Yoav hat keinen guten Start in Paris. Die Wohnung, an deren Tür er klopft, ist leer. Als er dort ein Bad nimmt, werden seine Sachen gestohlen. Dabei ist er mit höchsten Erwartungen hierhergekommen. Yaov will so schnell wie möglich seine Nationalität loswerden. Israeli zu sein, ist für ihn eine Belastung. Franzose zu werden hingegen bedeutet für ihn die Erlösung. Um seine Herkunft zu vergessen, lernt er intensiv die neue Sprache. Kein hebräisches Wort soll mehr über seine Lippen kommen, von nun an will er alles auf Französisch erledigen. Das Wörterbuch wird zum ständigen Begleiter auf seinen ziellosen Streifzügen durch Paris. Halt findet er scheinbar bei Charlotte und Emile, einem jungen französischen Paar. Doch deren Interesse an seiner Person scheint nicht ganz selbstlos zu sein...

Basierend auf eigenen Erfahrungen erzählt Regisseur Nadav Lapid hintergründig und mit trockenem Humor von der Schwierigkeit, neue Wurzeln zu bilden. Gewinner des Goldenen Bären und des FIPRESCI-Preises auf der Berlinale 2019.

F/D/ISR 2019, Regie: Nadav Lapid, mit Tom Mercier, Louise Chevillotte, Quentin Dolmaire, Uri Hayik, 123 Min., französisch-hebräisch OmU

Zum Weiterlesen:

»Der richtige Film gewinnt den Goldenen Bären.« (Vollständiger Artikel, Andreas Busche / Der Tagesspiegel)

»Kein gutes Haar am israelischen Militarismus lässt Nadav Lapid in seinem dritten Spielfilm, der wie eine Charakterstudie wirkt, aber durch und durch politisch ist.« (Vollständige Kritik, Michael Meyns / Programmkino.de)

»Identität verschwindet nicht. Wie beginnt man in einem fremden Land neu? «Synonymes» ist eine kluge, schräge und geheimnisvolle Tragödie über Ablösung und Neuanfang.« (Vollständige Kritik, Brigitte Häring / SRF)