Haifa – Bremen / ISRAEL-FILMTAGE

Shalom!

In diesem Jahr jährt sich nicht nur die Existenz des Staates Israel zum 70. Mal, sondern auch schon zum 30. Mal das Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Bremen und Haifa. Beide Städte setzten sich 1988 das Ziel, auf den Gebieten der kommunalen Wirtschaft, des Tourismus, der Kultur und des Umweltschutzes zusammen zu arbeiten. Dieses Ereignis wird schon seit einigen Wochen in Bremen in verschiedenen Veranstaltungen gewürdigt.

Aus diesem Anlass veranstaltet das Kommunalkino eine Israel-Filmwoche mit überwiegend neuen Filmen, die noch nicht oder kaum im Kino zu sehen waren. Das israelische Filmschaffen ist sehr lebendig und auf den Festivals der Welt vertreten.

Das Programm besteht aus 6 Filmen, die für das Land zentrale Themen ansprechen: Das Drama FOXTROT zeigt „den Schuldkomplex der Holocaust-Überlebenden; die blinden Flecken in den Herkunfts- und Familiengeschichten; die Sprachlosigkeit über vergangenen Schrecken und die undenkbaren Analogien, die daraus für die Gegenwart folgen.“ (epd-Film). In ZAYTOUN wird der Versöhnungsversuch zwischen einem palästinensischen Flüchtlingsjungen und einem israelischen Kampfpiloten thematisiert. Und MUHI berichtet von einem kleinen Jungen aus Gaza, der aufgrund einer lebensbedrohlichen Krankheit nur in einem israelischen Krankenhaus behandelt werden kann. THE CAKEMAKER erzählt eine schwule Liebesgeschichte und deren Verwicklungen zwischen Deutschland und Israel. Der Regisseur Ofir Raul Graizer wird zur Vorführung anwesend sein.

Zwei der Filme spielen auch in Haifa: die ersten beiden Episoden der TV-Serie SLEEPING BEARS über eine Lehrerin, die erleben muss, wie Protokolle ihre Psychotherapie an die Öffentlichkeit gelangen. Und der ÜBERRASCHUNGSFILM erzählt die Geschichte eines Jugendlichen im Jahr 1968, der einen heiklen Job bei einer Ehevermittlung annimmt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Wir bedanken uns bei der Senatskanzlei Bremen, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und insbesondere bei der Europa-Abgeordneten Helga Trüpel für die Unterstützung.

Schirmfrau der Reihe ist Helga Trüpel (MdeP).

Mehr zur Städtepartnerschaft:
https://www.rathaus.bremen.de/partnerstadt_haifa-2267

Mehr zur Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bremen:
https://www.dig-bremen.de/

Download Broschüre (PDF)

Fr. 26.10. / 18:00

Mi. 31.10. / 18:00

So. 28.10. / 20:30

Foxtrot / ISRAEL-FILMTAGE

Ein Klopfen an der Tür verändert das Leben des wohlsituierten Tel Aviver Architekten Michael und seiner Frau Dafna. Die Nachricht vom Tod ihres 19-jährigen Sohnes Jonathan, der gerade seinen Militärdienst leistet, wirft Leben, Psyche und Ehe des Paars aus der Bahn. Getrieben von tiefer Trauer und Verständnislosigkeit entwickelt sich in Michael ein Sturm aus rasender Wut, geprägt von Unsicherheiten und Traumata. Doch plötzlich nimmt die Geschichte eine unvorhersehbare Wendung, die das Schicksal der ganzen Familie in eine neue Richtung lenkt.

FOXTROT, der neue Kinofilm des Regisseurs Samuel Maoz (LEBANON) – von der Kritik gefeiert, beim Filmfestival in Venedig 2017 mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet, wird in Israel unter anderem aufgrund kontrovers diskutiert. „Mit »Foxtrot« adressiert Maoz die Tabuthemen seines Heimatlandes neuerlich: den Schuldkomplex der Holocaust-Überlebenden; die blinden Flecken in den Herkunfts- und Familiengeschichten; die Sprachlosigkeit über vergangenen Schrecken und die undenkbaren Analogien, die daraus für die Gegenwart folgen.“ (https://www.epd-film.de/filmkritiken/foxtrot).

Israel, D, F 2017, Regie: Samuel Maoz, mit Lior Ashkenazi, Dekel Adin, 113 Min., OmU

In der Form eine griechische Tragödie, im Ton ein Drama und auch beißende Satire, im Kern eine deutliche, schonungslose Kritik an seiner israelischen Heimat und den zum Teil aufgedrängten, zum Teil selbstgewählten Kriegen, die das Land und die Psyche seiner Bewohner seit Staatsgründung prägen. All das ist Samuel Moaz „Foxtrot“, ein streng inszenierter, komplexer, intelligenter, vielschichtiger Film.“ https://www.programmkino.de/content/Filmkritiken/foxtrot/

 

Fr. 26.10. / 20:30 * Mit Dr. Carsten Sieling, Präsident des Senats und Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen

Di. 30.10. / 20:30

So. 28.10. / 18:00

Muhi – Generally Temporary / ISRAEL-FILMTAGE

Muhi, Sohn eines Hamas-Aktivisten, wird als Säugling zur Behandlung einer lebensbedrohlichen Krankheit aus dem Gazastreifen in ein israelisches Krankenhaus verlegt. Begleiten darf ihn nur sein Großvater Abu Naim. Mit zwei Jahren verschlimmert sich sein Zustand dramatisch und die Ärzte sind gezwungen, seine Gliedmaßen zu amputieren. Muhi richtet sich ein: mit künstlichen Armen und Beinen, im Kreis seiner liebevollen Betreuer. Seine Rückkehr nach Gaza wäre auf Grund der desolaten Gesundheitsversorgung sein sicheres Todesurteil. Doch das Betreten israelischen Bodens außerhalb des Krankenhauses ist ihm und seinem Großvater ebenfalls untersagt. Monate werden zu Jahren und Muhi, heute sieben Jahre alt, verbringt sein ganzes bisheriges Leben in diesem Krankenhaus – gerettet, behandelt und aufgezogen vom „Feind“ seines Volkes, während seine eigentliche Familie in Gaza lebt. Wird Muhi in Israel ohne seine Familie aufwachsen oder – unter Lebensgefahr – nach Gaza zurückkehren?

Von innen heraus und aus einer sehr persönlichen Erzählperspektive bildet die Dokumentation ab, wie komplex diese Situation ist und wie es, trotz scheinbar unlösbaren Situationen, immer weiter geht. Wir verfolgen, wie Muhis Weg verläuft, wie sich sein Leben entwickelt und welche Zukunft sich auftut.

D, Israel 2017, Regie: Rina Castelnuovo & Tamir Elterman, mit Muhammad El-Farrah, 89 Min., OmU

Sa. 27.10 + Mo. 29.10. / 18:00

Mi. 31.10. / 20:30

Zaytoun – Geborene Feinde – Echte Freunde / ISRAEL-FILMTAGE

Libanon, Anfang der 1980er Jahre: Den palästinensischen Flüchtlingsjungen Fahed und den über Beirut abgeschossenen israelischen Kampfpiloten Yoni verbindet auf den ersten Blick nichts. Israel ist Heimat für beide, aus der der eine, Fahed, vertrieben wurde und für die der andere, Yoni, in einem zerstörerischen Krieg kämpft. Während Yoni nur nach Hause will, versucht Fahed vor allem, den letzten Willen seines verstorbenen Vaters zu erfüllen: Den einzigen verbliebenen Olivenbaum der Familie zurück in ihr palästinensisches Heimatdorf zu bringen, das jetzt auf israelischem Gebiet liegt. Dafür braucht der Dreizehnjährige die Hilfe Yonis und lässt den gefangenen Piloten dafür frei. Die zwei begeben sich auf den Weg durch ein vom Krieg zerrissenes Land.

Der mehrfach ausgezeichnete Regisseur von „Zaytoun“, Eran Riklis, ist durch die Filme „Lemon Tree“ und „Die Syrische Braut“ einem breiten Publikum bekannt geworden.

Israel 2012, Regie: Eran Riklis, mit Stephen Dorff, Abdallah El Akal, 112 Min., OmU

Sa. 27.10. / 20:30 * mit Regisseur Ofir Raul Graizer

Do. 1.11. + 3.11. + 4.11. / 20:00

The Cakemaker / ISRAEL-FILMTAGE

Thomas, ein Konditor aus Berlin, hat eine Affäre mit Oren, einem verheirateten Mann aus Israel. Das Verhältnis endet jäh, als Oren tödlich verunglückt. Tief bestürzt reist Thomas nach Israel zu Orens Frau Anat und dem gemeinsamen Sohn und gewinnt nach und nach ihr Vertrauen. Schließlich steigt er in das koschere Café der Familie ein und hat mit seinen deutschen Kuchen großen Erfolg. Doch je tiefer Thomas in Orens ehemaliges Leben eintaucht, desto größer wird die Lüge, die zwischen ihm und Anat steht. The Cakemaker ist ein stiller, sensibler Film über eine deutsch-israelische Liebe jenseits der Geschlechtergrenzen.

Israel, D 2016, Regie: Ofir Raul Graizer, mit Tim Kalkhof, Sarah Adler, 104 Min., Englisch, Hebräisch, Deutsch OF mit dt. UT

Mo. 29.10. / 20:30

Sleeping Bears / ISRAEL-FILMTAGE

Plötzlich bekommt die Lehrerin Hadas die Unterlagen ihrer Sitzungen bei ihrem Therapeuten in Form anonymer Drohbriefe zugestellt. Wie konnten die an die Unterlagen kommen? Bevor Hadas sich mit ihrem Therapeuten treffen kann, stirbt dieser bei einem Unfall. Sie muss aber unbedingt verhindern, dass ihre Familie ihre intimsten Geheimnisse und Träume erfährt. Auf der Suche nach dem anonymen Absender erlebt Hadas ein Wechselbad der Gefühle gegenüber Menschen, die sie eigentlich liebt und denen sie vertraut. Eine eigentlich private Geschichte wird zum Streifzug durch die israelische Gegenwart mit all ihren Abgründen. Teil 1 und 2 der israelischen Serie.

Israel 2017, Buch & Regie: Keren Margalit, mit Noa Koler, Yossi Marshek, 73 Min., hebräisch OmengU

Di. 30.10 / 18:00

Überraschungsfilm / ISRAEL-FILMTAGE

Dieser Film erzählt die Geschichte eines Jugendlichen in Haifa 1968, der Detektivgeschichten liebt und einen Job bei einem Ehevermittler bekommt…

Die FAZ schreibt: „Ein so spannungsgeladenes wie spannendes Bild des jungen Israel…dem Regisseur gelingt das Kunststück, einen heiteren Film über ein erstes Thema zu drehen, taktvoll, klug und immer wieder überraschend.“