Filmreihe zur Ausstellung „Hans Christian Andersen“ in der Kunsthalle Bremen

Mit Märchen wie Des Kaisers neue Kleider, Die Prinzessin auf der Erbse
Meerjungfrau erlangte Hans Christian Andersen bereits zu Lebzeiten größte
Berühmtheit und gehört zu den meist gelesenen Autoren der Welt. Nahezu unbekannt dagegen sind die feinsinnigen und überraschend modern anmutenden Arbeiten auf Papier, die der prominente dänische Dichter zu Lebzeiten ausschließlich an Freunde verschenkte, aber nicht öffentlich preisgab. Sie reichen von radikal abstrahierten Italienlandschaften über grotesk anmutenden Schattenrissen bis hin zu experimentierfreudigen Klecksographien, wie sie das 19. Jahrhundert bis dahin kaum kannte.

https://www.kunsthalle-bremen.de/view/exhibitions/exb-page/hans-christian-andersen

 

Übersicht Filmreihe


Die roten Schuhe (GB 1948, R: Michael Powell / Emeric Pressburger)
Kosten: € 10,- / € 7,50 für Mitglieder im Kunstverein und Ermäßigungsberechtigte / € 6,- Koki-Mitglieder
Sa. 20.10. / 20:30 * mit Vorfilm und Einführung;
So. 21.10. + Do. 25.10. / 20:30


Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (USA 2013, R: Chris Buck / Jennifer Lee)
Kosten: € 3,- Kinder / € 6,- Erwachsene
Sa. 27.10. + So. 28.10. / 16:00


Die Abenteuer des Prinzen Achmed (D 1926, R: Lotte Reiniger / Carl Koch)
Kosten: € 11,- / € 8,50 für Mitglieder im Kunstverein und Ermäßigungsberechtigte / € 7,- Koki-Mitglieder
Sa. 3.11. / 21:00


Das hässliche Entlein und ich (D 2006, R: Michael Hegner, Karsten Kiilerich)
Kosten: € 3,- Kinder / € 6,- Erwachsene
Sa. 24.11. + So. 25.11. / 16:00


Im Rahmen der Filmreihe gewähren die Kunsthalle Bremen und das City 46 gegenseitig den ermäßigten Eintritt in die Ausstellung bzw. in die Filmvorführungen: Legen Sie in der Kunsthalle Bremen Ihr Kinoticket bzw. Ihren KoKi-Mitgliedsausweis und im City 46 Ihr Eintrittsticket bzw. Ihren Kunstvereins-Mitgliedsausweis vor.

 

Eine Kooperation des Kommunalkinos City 46 und der Kunsthalle Bremen.

Sa. 20.10. / 20:30 * mit Vorfilm und Einführung

So. 21.10. + Do. 25.10. / 20:30

Die roten Schuhe / HANS CHRISTIAN ANDERSEN

Die junge Tänzerin Vicky Page erhält in der berühmten Tanztruppe von Boris Lermontov die Chance, die Hauptrolle in dem Ballett "Die roten Schuhe" zu tanzen. Während der Proben verliebt sie sich in Julian Craster, den Komponisten des Stückes. Von nun an ist Vicky hin- und hergerissen zwischen ihren Gefühlen für Julian und der Hingabe an die Kunst des Tanzens.
„Der Ballettfilm des Autoren-, Produktions- und Regieteams Michael Powell und Emeric Pressburger nach dem gleichnamigen Märchen von Hans-Christian Andersen erweist sich als Meisterwerk. Die Choreografie des Balletts stammt von Sir Robert Helpmann, dem späteren Startänzer und Choreografen der Royal Ballet Company, der in "Die roten Schuhe" die Rolle des Liebhabers tanzt. Ballett-Enthusiasten, die bis dahin immer beklagt hatten, dass die Choreografie im Raum auf der zweidimensionalen Leinwand nicht wiedergegeben werden könne, feierten den Film wie keinen anderen. Aber auch vom Ballett gänzlich unbeeindruckte Zuschauer kommen auf ihre Kosten. Die suggestive, teilweise märchenhafte Handlung, die extravagante Inszenierung und ein wahrer Farbenrausch in Technicolor machten aus "Die roten Schuhe" einen Kultfilm.“ (https://www.prisma.de/filme/Die-roten-Schuhe).

 

Vorfilm: Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern (Jean Renoir, F 1928, 32 Min.)

 

GB 1948, Regie: Michael Powell und Emeric Pressburger, mit Moira Shearer, 133 Min., OmU

Fansite:http://www.powell-pressburger.org/Images/48_TRS/

 

Ausführliche Kritik (englisch):
https://www.rogerebert.com/reviews/great-movie-the-red-shoes-1948

 

 

Sa. 27.10. + So. 28.10. / 16:00

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren / KINDERKINO

Bei ihrer Krönung verliert Königin Elsa versehentlich die Kontrolle über ihre eisigen Kräfte und versetzt das ganze Land in einen ewigen Winter. Da sie Angst hat, weiteren Schaden bei ihrer Schwester Anna und den Bewohnern Arendelles anzurichten, flieht sie in die Berge und lebt fortan in einem Eispalast. Da jedoch nur Elsa den Zauber wieder rückgängig machen kann, will Anna ihre Schwester finden und mit ihrer Hilfe das Land vom Schnee und Eis befreien. Auf ihrer Reise trifft Anna auf den hilfsbereiten Eislieferanten Kristof, sein treues Rentier Sven und den ungeschickten Schneemann Olaf. Zum Glück, denn überall lauern Gefahren.

USA 2013, Regie: Chris Buck und Jennifer Lee, Animation, mit den Stimmen von Hape Kerkeling, Willemijn Verkaik u.a., 102 Min., FBW-Prädikat: besonders wertvoll, ab 8 Jahren

Sa. 3.11. / 21:00 * mit Livemusik-Begleitung von Llyphon

Die Abenteuer des Prinzen Achmed – Live vertont von Llyphon / STUMMFILM + X

DER FILM
Die Scherenschnittkünstlerin Lotte Reiniger schuf diesen ersten abendfüllenden Silhouettenfilm der Filmgeschichte. Ihr PRINZ ACHMED besteht aus etwa handgemachten 250.000 Einzelaufnahmen, kreiert in dreijähriger Arbeit mit Schere, Pappe und Butterbrotpapier. Erzählt wird ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht mit bösen Zauberern, fliegenden Pferden, der entzückenden Fee Pari Banu und dem tapfereren Prinzen Achmed, der von einem Abenteuer ins nächste stolpert.
»Ein Meisterwerk! Sie wurde mit zaubernden Händen geboren.« urteilte damals Jean Renoir Die Poesie der Bildkompositionen und seine filigranen Figuren machen PRINZ ACHMED immer wieder zu einem Filmerlebnis. Doch für eine Premiere 1926 in Deutschland reichte es nicht. Aber: „Eine glanzvolle Premiere des Films gab es - durch Vermittlung von Jean Renoir - im Juli 1926 in der Comédie des Champs-Elysées in Paris - und über diesen Umweg kam "Prinz Achmed" nach Berlin ins Kino, wo er im September 1926 im Gloria-Palast zu sehen war.“ (www.lottereiniger.de)

D 1923-26, Drehbuch & Regie: Lotte Reiniger in Zusammenarbeit mit Walter Ruttmann u.a., 70 Min.; kolorierter Silhouettenfilm

 

LLYPHON
Thomas Werner aka Llyphon lebt in Bremen und ist als Produzent, DJ und Sounddesigner fester Bestandteil der lokalen Musikszene. Im Mittelpunkt seiner Musik steht die Synergie zwischen Noise, Harmonie und Narration. Besonders deutlich wird diese Arbeitsweise durch die 2015 erschienene Mathilda EP, ein musikalisches Bilderbuch, dessen Grundlage das Quietschen einer alten Fahrradbremse ist.

Auszüge aus Filmkritiken 1926 sowie 2003 und ausführliche Infos zum Werk:

„Im Filmkurier vom 3.5.1926 heißt es: "Man ist im Film an Silhouetten nicht gewöhnt. Also wird man anfangs ein bisschen ermüdet. Allmählich aber wird man gefesselt und immer mehr begeitert, entzückt und entrückt."

Und in der Zeitung Vorwärts vom 9.5.1926 ist zu lesen: "Wenn man bedenkt, dass jede der agierenden Figuren in allen ihren Gelenken beweglich sein muss ... so kann man sich ungefähr eine Vorstellung davon machen, welch ein Wunderwerk hier geleistet ist. Aber auf das Technische allein kommt es ja nicht an, die Hauptsache ist, dass der Geist des Märchens hier in der filmischen Bilderfolge aufs Glücklichste neu geboren ist und dass die Welt orientalischer Wunder, fabelhafter Vorgänge und den Mitteln einer an türkischen und japanischen Vorbildern geschulten Silhouettenkunst neu geschaffen ist."
https://www.lottereiniger.de/filme/prinz_achmed.php

 

"Prinz Achmed" als Mittler zwischen Orient und Okzident
Aus einer Filmkritik anlässlich der Filmaufführung am 10. Oktober 2003 im Opernhaus Kairo/Ägypten: "Das Publikum im großen Saal des Opernhauses klatschte laut, ausdauernd und von Herzen für nahezu zehn Minuten in einer Atmosphäre, die vom Zauber des Orients und von der Technik des Okzidents durchdrungen war. Vielleicht war dies der größte Beweis dafür, dass der Dialog der Zivilisationen und ihre Vermischung hervorragende Künste und Wissenschaften hervorbringt. ... Obwohl der Film eine Pionierleistung ist, ging doch das Publikum wegen seines hohen historischen Wertes auf ihn ein, als ob er auf die Gegenwart zugeschnitten wäre, denn er zeigt den Blick des Westens auf den Osten in einer Weise, die keine Bigotterie enthält, sondern die Eigenheiten des Anderen respektiert, die legendären Elemente des Orients hervorhebt und deutlich macht, in welchem Maße die Menschen im Westen die Besonderheiten des Lebens im Orient in all seinen Details und Eigenheiten studiert und verstanden haben." (Izza Saad, Mayo, 12.10.2003) https://www.lottereiniger.de/filme/prinz_achmed.php

Sa. 24.11. + So. 25.11. / 16:00

Das hässliche Entlein und ich / KINDERKINO

Weil er beim Eierstehlen im Hühnerstall erwischt wird, gibt sich Ratte Ratso kurzerhand als Vater für das eben geschlüpfte Entenküken Ugly aus. Wie der Name schon sagt, ist Ugly tatsächlich nicht das schönste Küken, daher zweifelt auch niemand an der Notlüge.
Schnell wird Ratso die Vaterrolle zu viel und er möchte eigentlich schon wieder einen Rückzieher machen, entscheidet sich aber dann doch dagegen. Allerdings nicht ganz uneigennützig, der gerissene Ratso sieht in Ugly nämlich eine Gelegenheit an Geld zu kommen und will ihn auf dem Jahrmarkt von seinem Vetter Erwin zu einer Attraktion machen. Davon erzählt er Ugly natürlich nichts, der dem neuen Vater mit blindem Vertrauen folgt. Erst im Laufe der Reise kommen Zweifel in ihm auf. Außerdem ist der Weg zum Jahrmarkt nicht ganz ungefährlich und die beiden müssen gemeinsam das ein oder andere Abenteuer bestehen – das schweißt zusammen! Und so kommt am Ende dann doch alles anders, als Ratso es geplant hat.

DK/D/F/IR 2006, Regie: Michael Hegner & Karsten Kiilerich, Animation, 89 Min., FBW-Prädikat: wertvoll, ab 6 Jahren