Teil 1: Mo. 7.10. / 17:45 (154 Min.)

Teil 2 + 3: Mo. 14.10. / 17:45 (121 + 147 Min.)

Teil 4: Mo. 21.10. / 17:45 (147 Min.) * mit Diskussion

Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Kissel, Institut für Europastudien, Kultur- und Literaturwissenschaftler (Slavist) Universität Bremen

Shoah / HOLOCAUST

Claude Lanzmanns Film ist ein Monumentalwerk in jeder Hinsicht. Die Recherche dauerte dreieinhalb Jahre und führte den französisch-jüdischen Filmemacher durch 14 Länder. Gedreht wurde zwischen 1976 und 1981 in zehn Phasen. Die Protagonisten in „Shoah" sind Juden, Nazis, alle direkte oder fernere Zeitzeugen der Vernichtung. Zudem besuchte Lanzmann Orte des Verbrechens wie Treblinka und Auschwitz oder das ehemalige Warschauer Getto. Lanzmann verwendete keine Archivbilder von Gaskammern oder Leichenbergen, sondern stellte bohrende Fragen und erhielt bedrückende Antworten, festgehalten in der damaligen Gegenwart. Aus 350 Stunden Filmmaterial entstand der neunstündige Film, der Opfer und Täter des Holocaust zu Wort kommen lässt.

Arbeitet Claude Lanzmann mit unfairen Mitteln, wenn er Opfer dazu bringt, über scheinbar Unaussprechliches zu sprechen? Oder heiligt der Zweck die Mittel, wie bei dem berüchtigten, heimlich gefilmten Gespräch mit dem SS-Unterscharführer Franz Suchomel, der detailliert das „Fließband des Todes“ im KZ Treblinka erklärt. Claude Lanzmann starb in 2018 mit 92 Jahren.

Frankreich 1985, Regie: Claude Lanzmann, zus. 540 Min., OmU (frz, engl, dt, hebräisch, poln, jiddisch)