FILM DES MONATS

Es gibt sie, diese Momente, in denen das Licht im Kinosaal langsam wieder angeht und wir noch lange sitzen bleiben, weil wir wissen, dass wir gerade etwas wirklich Außergewöhnliches gesehen haben. Manche Filme wirken in uns nach – auch noch lange nach dem Kinobesuch. Unser Film des Monats ist die monatliche Empfehlung unserer Programmmacher*innen: Individuell ausgewählte Filme, die uns besonders beeindruckt haben. Einige, weil sie auf bemerkenswerte Weise aktuell relevante Themen verhandeln und unsere Sicht verändern, andere, weil sie sich durch eine außergewöhnliche Ästhetik auszeichnen, emotional berühren oder neugierig auf das Werk aufstrebender Filmschaffender machen. Der Film des Monats ist häufig aktuell, muss es aber nicht sein – auch Klassiker und neu entdeckte Filmschätze vergangener Jahre und Jahrzehnte finden ihren Platz.

Sa. 5.10. + So. 27.10. / 18:00

So. 6.10., Di. 15.10. + Mo. 28.10. / 20:00

Mi. 16.10. + Mi. 23.10. / 20:30

Sa. 19.10. + Sa. 26.10. / 17:45

Five Fingers for Marseilles / FILM DES MONATS Oktober

Südafrika zur Zeit der Apartheid: Eine Gruppe von fünf Jugendlichen, die „Five Fingers“, führt im südafrikanischen Marseilles ihren persönlichen Kampf gegen das unterdrückerische System und die korrupte Polizei. Als einer der Jungs, Tau, genannt „The Lion“, in einem Gefecht zwei Polizisten erschießt, muss er für zwanzig Jahre ins Gefängnis.

Als Tau entlassen wird, ist er ein anderer. Fest entschlossen, ein gewaltfreies Leben zu führen, kehrt er unerkannt nach Marseilles zurück. Doch er muss erleben, dass sich eine neue Macht etabliert hat, die wie in Zeiten der Apartheid ihre Interessen mit aller Gewalt und gegen die Bewohner durchsetzt. Und so entschließt sich Tau eher widerwillig, erneut als Lion gegen die Autoritäten zu kämpfen und auf die Unterstützung seiner Freunde der ehemaligen Five Fingers.

Der Film ist eine futuristische Parabel auf die Post-Apartheid-Gesellschaft, der schwarzafrikanische Heldenfiguren ins Bild rückt und über den Verlust politischer Ideale. Gedreht wurde dieser afrikanische Neo-Action-Western in der eindrucksvollen Bergwelt der Kapregion - komplett in der Bantu-Sprache Sesotho.

Südafrika 2017, Regie: Michael Matthews, mit Vuyo Dabula, Hamilton Dhlamini, Zethu Dlomo, Warren Masemola, Mduduzi Mabaso, 123 Min., sesotho OmU

Links zum Film und Weiterlesen


»Spektakulärer Ethno-Western aus Südafrika.«
(Dunja Bialas / choices)

»Kommt ein Fremder in eine Stadt … Den südafrikanischen Filmemachern Michael Matthews und Sean Drummond gelingt es, eine scharfe Analyse der Gegenwart ihrer Heimat in einem veritablen Western aufgehen zu lassen. Zehn Jahre hat es gedauert, bis »Five Fingers for Marseilles« schließlich seine Premiere feiern konnte. Schön, dass er endlich da ist.« (epd Film)

»Für eine Handvoll Finger mehr: Fünf schwarze Südafrikaner wollen ihren Wohnort mit Gewalt von Schurken befreien – erst vor, dann nach dem Ende der Apartheid. Im Stil von Italo-Western inszeniert Regisseur Michael Matthews ein düsteres Epos.« (kunst+film)