Do. 17.10. / 20:00

So. 20.10. / 17:45

Die Besteigung des Chimborazo / ALEXANDER VON HUMBOLDT

Berlin 1788: Der 19-jährige Alexander von Humboldt hat den Traum, in den Anden den über 6.000 Meter hohen, erloschenen Vulkan Chimborazo zu besteigen, der damals als höchster Berg der Welt galt. Es dauert 11 Jahre, bis er und sein Partner, der französische Botaniker und Arzt Bonpland, in die Neue Welt aufbrechen. 1802 erreichen sie Ecuador und besteigen den Chimborazo. Trotz größter Strapazen und Gefahren untersucht, misst und registriert Humboldt alles, was er wahrnimmt: Pflanzen, Tiere, Erde, Gestein, Wasser und Luft. Die Männer kämpfen gegen Schnee, Kälte, Orientierungsschwierigkeiten und dünne Höhenluft und gelangen schließlich in Regionen, die noch nie ein Mensch betreten hat.

In Rückblicken erzählt Rainer Simon die Biografie Alexander von Humboldts, seinen Werdegang, sein Streben nach Größerem, seinen Dienst an der Menschheit auf Kosten der eigenen Gesundheit und seine permanente Rebellion gegen die Kleingeistigkeit in Deutschland.

BRD/DDR/ECU 1989, Regie: Rainer Simon, mit Jan Josef Liefers, Luis Miguel Campos, Olivier Pascalin, 110 Min., 35mm

Anlässlich des 250. Geburtstags von Alexander von Humboldt am 14.09.2019.

Mehr zum Jubiläum:

Er war Forscher, Weltreisender – und Denker der Globalität. Alexander von Humboldt wird 250.
avhumboldt250.de/

Leitfigur einer neuen Weltbetrachtung: www.tagesspiegel.de

 

Zum Weiterlesen:

»DIE BESTEIGUNG DES CHIMBORAZO gehört zu jenen Filmen, mit denen Künstler der DEFA in den späten 1980er-Jahren ihre Fesseln abschüttelten, Kopf und Herz des Zuschauers für eine neue Wirklichkeit jenseits des kleinen, engen, sich selbst genügenden Landes öffneten. Politisch subversiv, ästhetisch anspruchsvoll: Ein Ereignis, bis heute!« (Ralf Schenk)


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So sei „Die Besteigung des Chimborazo“ nicht nur sein wichtigster Film, sondern dieser habe auch sein Leben verändert, erläutert der Regisseur. Dabei reflektiert er auf versteckte Weise nicht nur die Parallelen zwischen Preußen und der DDR, sondern er weitet den Blick auch auf die kolonialistische Ausbeutung und Unterdrückung in der neuen Welt. Wenn Humboldt, um den Einheit stiftenden Nutzen seiner Mission zu rechtfertigen, gegenüber den Indigenen davon spricht, dass die nach Befreiung strebende Macht eines Volkes in seinem Wissen liege, dann passt das also durchaus ins ideologische Konzept des real existierenden Sozialismus. Daneben klingen allerdings Sätze, die der individuellen Freiheitssuche Humboldts huldigen, geradezu offen (und zugleich verborgen) subversiv, etwa die (rhetorische), auf Emanzipation und Selbstermächtigung zielende Frage: „Warum können wir nicht selbst die Schöpfer unseres Glückes sein?“« (filmgazette)


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Um historische Genauigkeit bemühtes, jedoch emotional wenig anrührendes Lebensbild. Durch wortgewaltige Texte von aktueller Brisanz« (Filmdienst)