FILM DES MONATS

Es gibt sie, diese Momente, in denen das Licht im Kinosaal langsam wieder angeht und wir noch lange sitzen bleiben, weil wir wissen, dass wir gerade etwas wirklich Außergewöhnliches gesehen haben. Manche Filme wirken in uns nach – auch noch lange nach dem Kinobesuch. Unser Film des Monats ist die monatliche Empfehlung unserer Programmmacher*innen: Individuell ausgewählte Filme, die uns besonders beeindruckt haben. Einige, weil sie auf bemerkenswerte Weise aktuell relevante Themen verhandeln und unsere Sicht verändern, andere, weil sie sich durch eine außergewöhnliche Ästhetik auszeichnen, emotional berühren oder neugierig auf das Werk aufstrebender Filmschaffender machen. Der Film des Monats ist häufig aktuell, muss es aber nicht sein – auch Klassiker und neu entdeckte Filmschätze vergangener Jahre und Jahrzehnte finden ihren Platz.

Sa. 9.11. / 20:00 * Preview vor Bundesstart. Anschließendes Filmgespräch mit Schauspielerin/Produzentin Labina Mitevska & Hauptdarstellerin Zorica Nusheva

Do. 14.11., Sa. 23.11 + So. 24.11. / 18:00

Fr. 15.11., So. 17.11., Mi. 20.11. / 17:30

Sa. 16.11., Mo. 25.11., Di. 26.11. / 20:00

Di. 19.11. / 21:00

Sa. 30.11. / 20:30

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya / FILM DES MONATS November

In einem kleinen Ort im Norden von Mazedonien wirft der Priester, einer uralten orthodoxen Tradition folgend, am Dreikönigstag im Januar ein gesegnetes Kreuz in den örtlichen Fluss. Hunderte von Männern springen in die eisigen Fluten, um es wiederzufinden. Denjenigen, der das Kreuz findet, soll ein Leben in Glück und Wohlstand erwarten.

Petrunya ist Anfang 30 und hat Geschichte studiert – ein Fach, das in Mazedonien kein Mensch braucht. Sie ist arbeitslos und lebt bei ihren Eltern. Die Arbeitssuche gestaltet sich schwierig. So sitzt sie denn vor einem potenziellen Arbeitgeber, einem Fabrikbesitzer, der von oben herab auf sie schaut, sie zu hässlich findet, um sie flachzulegen und sie dann abblitzen lässt, da sie mit ihrem Studium nicht einmal als Näherin tauge. Auf dem Heimweg trifft sie auf die Prozession, springt spontan ins Wasser - und ergattert das Kreuz. Dazu haben hier aber nur die Männer das Recht. Die sind wütend. Das Ganze weitet sich zu einem waschechten Skandal aus. Aber Petrunya weigert sich, das Kreuz zurückzugeben und besteht darauf, die Gewinnerin zu sein.

Der mitreißende Film basiert auf einer wahren Begebenheit und ist eine böse Abrechnung mit dem Patriarchat sowie ein kraftvolles Plädoyer für mehr Courage.

Ausgezeichnet mit dem Preis der Ökumenischen Jury auf der Berlinale 2019, dem Gilde Filmpreis und dem Hauptpreis des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund | Köln 2019.

Gospod postoi, imeto i' e Petrunija - MAZ/B/F 2019, Regie: Teona Strugar Mitevska, mit Zorica Nusheva, Labina Mitevska, Simeon Moni Damevski, 100 Min., mazedonisch OmU

Links zum Film und Weiterlesen

 

»Das City 46 macht den Film „Gott existiert, ihr Name ist Petrunya“ zu seinem Film des Monats November. Der Film ist ein überzeugender Aufruf dazu, an sich selbst zu glauben.« (www.weser-kurier.de)

»Teona Strugar Mitevskas gallige Satire „God Exists, Her Name is Petrunya“ ist eine Anklage gegen traditionelle Rollenmuster und männliche Gewalt – und das Fest einer starken Hauptfigur, die sich aus einer Übersprungshandlung heraus mit Intelligenz und Eigensinn ihr Recht ertrotzt.« (NZZ - Neue Züricher Zeitung)

»In einem der stärksten Filme der letzten Berlinale variiert Teona Strugar Mitevska die Muster des religionskritischen Kinos aus Osteuropa. „Gott existiert, ihr Name ist Petrunya“ nimmt als Ausgangspunkt eine Episode, die sich auf dem Balkan, in Nordmazedonien zugetragen hat, und entwickelt sie zu einem satirischen Film über Religion, Machismo und die Rolle der Frau.« (Programmkino.de)

»Wagemutige Schilderung der Verwandlung einer entmachteten jungen Frau in eine unverblümte Verteidigerin der Rechte der Frau…« (Begründung der Ökumenischen Jury)