Sa. 2.11. bis Mo. 4.11. + Mi. 6.11. / 20:30

Die Kinder der Toten / ELFRIEDE JELINEK

Blutüberströmt, leichenfahl, grotesk und in körniger Super-8-Ästhetik kommt die experimentelle Adaption der berühmten, 666-seitigen Buchvorlage von Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek daher. Ohne den genauen Wortlaut des Originals zu kennen, inszenierten zwei Filmemacher*innen die Geschichte mithilfe der Performance-Gruppe Nature Theater of Oklahoma - stimmungsvoll untermalt von einem dramatischen Soundtrack. Das pure Grauen - in Form eines Stummfilms: „Die Kinder der Toten“ ist ein aberwitziger Horrortrip durch Österreichs Vergangenheit und Zukunft sowie die ewige Fahrt in der Geisterbahn des Rechtspopulismus.

“[…] Ein Grand-Guignol-Spektakel, in dem das Grauen, das Verbrechen, das Verdrängte und der menschliche Makel als Provinzposse wiederkehren. Gedreht in körnigem Super-8-Format mit verwaschenen Grün- und Gelbtönen, die an ein Home-Movie denken lassen und durch einen fulminanten Soundtrack des Komponisten Wolfgang Mitterer untermalt sind. Der lässt es tröten und krachen, er bürstet Volkstümelndes gegen den Strich und spielt die Tonspur auch einmal rückwärts ab, um ein Gefühl der Desorientierung zu erzeugen. Man kann ohne Umschweife behaupten: So ein Film ist in Österreich noch nie gedreht worden.” (ZEIT ONLINE: www.zeit-online.de/Sept_2019)

Österreich 2018, Buch & Regie: Kelly Copper & Pavol Liška, Produktion: Ulrich Seidl, 90 Min.

Zum Weiterlesen

„Auf der Spur der Zombies Der Film "Die Kinder der Toten" nach dem Roman von Elfriede Jelinek ist eine groteske Metapher für die Nazi-Vergangenheit und die rechtspopulistische Gegenwart Österreichs...“ www.zeit-online.de/Sept_2019

„Dass Jelinek als Folie für ihren wild mäandernden Untoten-Roman (Ausgangspunkt ist ein Busunfall mit zombiesken Folgen) unter anderem das B-Horror-Movie „Carnival of Souls“ herangezogen hat, war ein zusätzlicher Kick für Copper und Liska.“ Tagesspiegel Berlin

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