Mi. 1.5. / 20:00

Luft / NEU IN BREMEN

Ein Wald, eine maskierte Person und ein Knall. Das Wild flieht, dem Jäger geht seine Beute verloren. Louk hat das Wild durch ihren Böller gerettet, doch nun ist sie auf der Flucht. Noch ein Knall – ein Zusammenstoß mit einem Mädchen, bei dem eine Brille zerbricht. Unter der Maske erscheint langes blondes Haar –ein flüchtiger Kuss und weg ist Louk. Zurück bleibt Manja, wie berauscht von diesem flüchtigen Moment. Es war Louk von ihrer Schule. Die furchtlose Louk, die sich von niemanden einschüchtern lässt.

Die darauf folgende emotionale Annäherung der unterschiedlichen Mädchen setzt auf eine verträumt melancholische Atmosphäre als auf kitschige Klischees. Anatol Schusters Filmdebut erzählt auf eigensinnige Weise von jugendlichem Leichtsinn, von der Liebe und der Eifersucht in einer entrückten Welt, die sich im Schwebezustand zu befinden scheint.

D 2017, Regie: Anatol Schuster, mit Paula Hüttisch, Lara Feith, Matthias Neukirch, 92 Min.

Zum Weiterlesen

''Von Beginn an liegt eine Leichtigkeit über diesem Film. Sich in 'Luft' auflösen, das kann man als Zuschauer gut, sich dem Rausch der sanften Bilder hingeben... Der Film ist ein beherztes Anpusten in die Fratze des Mainstream.'' Süddeutsche Zeitung

''Man kann diesen Film einfach nur spüren und genießen. Man kann mit ihm mitschwingen und sich mit jeder Pore von ihm durchdringen lassen. Er ist ein großes Wunder, das man bestaunen muss. Kino, das mit ganz wenig unglaublich viel bewegt.'' SWR2

Do. 9.5. - Mo. 13.5. / 20:00

Ray & Liz / NEU IN BREMEN

Mit seinem etwas anderen Bildalbum „Ray's a Laugh“ wurde der britische Fotograf Richard Billingham berühmt. Jetzt kehrt er mit seinem Kinodebüt „Ray & Liz“ zurück in die Bild- und Figurenwelt seines größten Erfolges - zu seinen Eltern. Episodenhaft und als Spielfilme erzählt Billingham vom Leben seiner in einem Vorort von Birmingham lebenden Familie. Im Mittelpunkt steht das Verhältnis zwischen seinen Eltern. Der alkoholkranke Ray säuft sich durch den Tag, und die übergewichtige Liz lässt die Wohnung immer weiter verwahrlosen. Das Miteinander der Eltern wird bestimmt durch Gleichgültigkeit und Feindseligkeit und genauso behandeln sie ihre zwei Söhne. Welche Auswirkungen der harte Alltag am Rande der Gesellschaft auf die Kindheit und Jugend Billinghams und auf die seines Bruders Jason hatte, wird auf schonungslose Weise dargestellt.

GB 2018, Regie: Richard Billingham, mit Ella Smith, Justin Salinger, 107 Min. OmU

Zum Weiterlesen

In einem Vorort von Birmingham wurschtelt sich die Familie Billingham am Rande der Gesellschaft durch ein Leben voller extremer Rituale und gesellschaftlicher Tabubrüche, das bestimmt wird von Faktoren, die sich ihrer Kontrolle entziehen. In drei Episoden aus diesem Leben werden die mitunter schockierenden und von verstörendem Humor geprägten Erfahrungen einer Kindheit in einer Sozialwohnung im Black Country, dem »schwarzen Land« Englands, heraufbeschworen. https://www.epd-film.de/filme/ray-liz

 

"Passend dazu gibt es auch in diesem Film nur diese Gruppe von Menschen, die zufällig miteinander verwandt sind, aber voneinander abgeschnitten existieren. Es gibt nichts außerhalb von ihnen, kein System, keine gesellschaftliche Vision des Filmemachers; es gibt keinen Gemeinschaftsgeist, noch nicht einmal kurze hoffnungsvolle Momente im Pub. Vielmehr ist Ray & Liz durchzogen von Einsamkeit und einem schmerzhaft-klarem Blick in eine dysfunktionale Familie." https://www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/ray-liz-2018

Sa. 18.5 + Mo. 20.5 bis Mi. 22.5. / 18:00

So. 19.5 / 20:30

A Man of Integrity / NEU IN BREMEN

Vor der in Teheran herrschenden Ungerechtigkeit und Willkür ist Reza mit seiner Familie aufs Land geflüchtet. Hier schlägt er sich als Goldfischzüchter durch. Doch auch in dem nordiranischen Dorf wird er mit bestechlichen Bankangestellten konfrontiert. Aber Reza will nicht nach den dort üblichen Regeln spielen, sondern auf seine Moral vertrauen und ohne Korruption durchkommen. Selbst als ein großes Unternehmen mit besten Beziehungen zur Regierung sein Land haben will, bleibt Reza seiner Überzeugung treu. Doch als das Wasser versiegt, das seine Teiche speist, und seine Fische vergiftet werden, findet sich Reza in einer ausweglosen Situation wieder. Er muss sich entscheiden, ob er sich dem System anpassen oder seinen Widerstand aufrechterhalten will. Eindrücklich erzählt Mohammad Rasoulof in „A Man of Integrity“, wie korrupte Kartelle aus Macht und Geld das Leben im Iran beherrschen.

Lerd - IRN 2017, Regie: Mohammad Rasoulof, Reza Akhlaghirad, Soudabeh Beizaee, 117 Min, farsi OmU

Trailer
https://www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/a-man-of-integrity

 

Zum Weiterlesen

Variety, Alissa Simon:
“A Man of Integrity” is a tense, enraging drama about corruption and injustice, set in a small village. The essence of the plot — “in this country you’re either the oppressed or the oppressor” — provides a scathing critique of contemporary Iranian society.

https://variety.com/2017/film/reviews/a-man-of-integrity-review-1202438230/

hollywoodreporter, Deborah Young:
„Stand-out visuals include a raucous bird attack on the pond and a blaze, but both are brief interludes in the larger drama. Peyman Yazdanian’s well-heeled score also sticks to the background.“

„An uncompromising drama from one of Iran’s most outspoken directors.“ https://www.hollywoodreporter.com/review/a-man-integrity-1005450