Mi. 1.5. / 20:30 * mit Regisseur Nicolas Philibert

Do. 2.5., Sa. 4.5. bis Mo. 6.5. + Mi. 8.5. / 20:00

Di. 7.5. / 21:00

Zu jeder Zeit / LERNWEGE IN DER PFLEGE

Jedes Jahr beginnen in Frankreich Tausende von Auszubildende im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege. In Krankenhäusern, Rehakliniken, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen lernen sie, wie vielseitig und anspruchsvoll ihr zukünftiger Beruf ist. In der Pflegeschule büffeln sie anatomische, technische und rechtliche Grundlagen für ihr berufliches Handeln. Dies ist eine intensive Zeit, in der sie sich ein hohes Maß an Wissen aneignen und zugleich die Situationen auf verschiedenen Ebenen reflektieren, die sie alltäglich erleben. Sie werden auf den Umgang mit menschlichem Leid und körperlicher sowie geistiger Krankheit vorbereitet, der neben den vielen schönen Momenten dieses vielfältigen Berufes sehr belastend sein kann.

Nicolas Philibert (Sein und Haben) folgt den Auszubildenden bei den Höhen und Tiefen ihrer Ausbildung.

De chaque instant - F 2018, Regie: Nicolas Philibert, 105 min, frz. OmU

Zum Weiterlesen

 

"Wir werden das Krankenhaus nie wieder mit denselben Augen sehen. Hut ab vor Nicolas Philibert für diesen wie immer feinsinnigen und einfühlsamen Film." Paris Match

 

Nicolas Philibert:

Ich bereite nichts vor. Je weniger ich weiß, um so besser wird das Resultat. Sobald man beginnt, sich an Ideen zu klammern, geht alles den Bach runter. Mit fixen Vorstellungen treibt man jedem Film die Seele aus. Ich arbeite intuitiv und bin für Anregungen und Änderungen offen, lasse mich von meinen Gefühlen und meiner Subjektivität leiten.“ Porträt im Arsenal 2003

 

Den Filmen des 1951 geborenen französischen Dokumentarfilmers Nicolas Philibert ist der offene, vorurteilslose Blick gemeinsam, mit dem er ihm fremde Welten erkundet. Den Orten und Menschen seiner Filme nähert er sich stets ohne Thesen, vorgefasste Meinungen oder aus Büchern erworbenem Wissen, sondern mit der Offenheit und Neugierde eines aufmerksamen Beobachters. Folgerichtig enthalten seine Filme keine Kommentare oder Schlussfolgerungen, sondern laden zu eigenen Betrachtungsweisen ein. Er geht stark von den Orten aus, an denen er dreht, und entwickelt darauf aufbauend seine Geschichten. Durch genaues Hinsehen führt er die Zuschauer behutsam in andere Arten von Wahrnehmung und vermittelt dadurch ganz neue Erfahrungen. In jedem seiner Filme untersucht er einen Mikrokosmos, eine Welt für sich, blickt hinter die Kulissen und erschließt Orte und Aktivitäten, die den Blicken der Öffentlichkeit normalerweise verborgen bleiben: die Entstehung eines Theaterstückes, die Arbeit in einem Museum, das Lernen in der Schulklasse, eine fremde Sprache. Gleichzeitig handeln seine Filme vom Zusammenleben und vom gemeinsamen Arbeiten und Erschaffen. Durch die geduldige Beobachtung schafft er liebevolle Porträts, die im besten Sinne subjektiv sind, und lässt seinen Protagonisten Raum, sich selbst zu präsentieren.

https://www.arsenal-berlin.de/arsenalarchiv/text2003/0103nicolas.html