FILM DES MONATS

Es gibt sie, diese Momente, in denen das Licht im Kinosaal langsam wieder angeht und wir noch lange sitzen bleiben, weil wir wissen, dass wir gerade etwas wirklich Außergewöhnliches gesehen haben. Manche Filme wirken in uns nach – auch noch lange nach dem Kinobesuch. Unser Film des Monats ist die monatliche Empfehlung unserer Programmmacher*innen: Individuell ausgewählte Filme, die uns besonders beeindruckt haben. Einige, weil sie auf bemerkenswerte Weise aktuell relevante Themen verhandeln und unsere Sicht verändern, andere, weil sie sich durch eine außergewöhnliche Ästhetik auszeichnen, emotional berühren oder neugierig auf das Werk aufstrebender Filmschaffender machen. Der Film des Monats ist häufig aktuell, muss es aber nicht sein – auch Klassiker und neu entdeckte Filmschätze vergangener Jahre und Jahrzehnte finden ihren Platz.

So. 5.5., Di. 14.5., Sa. 18.5., Di. 28.5. + Do. 30.5. / 20:30

Di. 7.5., Mo. 13.5., Do. 16.5., So. 19.5. + So. 26.5. / 18:00

Der illegale Film / FILM DES MONATS Mai

Kameras ersetzen unsere Augen. An einem einzigen Tag machen wir mehr Fotos, als im gesamten 20. Jahrhundert. Unsere Welt verwandelt sich in ihr eigenes Abbild. Was machen wir mit all diesen Bildern? Und was machen diese Bilder mit uns? Wie kann ich mir ein Bild der Welt machen, wenn ich umgeben bin von Bildern?
Wem gehört ein Foto — dem der drauf ist? Oder dem, der es gemacht hat? Und wer vermarktet all die Bilder, auf denen man selbst zu sehen ist? Wenn wir zeigen, was wir überall um uns herum sehen, dann ist das eigentlich illegal. Denn jedes einzelne Bild gehört schon jemandem. Aktuell zeigt sich dies auch in der kontroversen Diskussion über die Uploadfilter.
Denn das enorme kommerzielle Potenzial dieser Bilder wird immer wichtiger. Algorithmen liefern mittels Gesichtserkennungstechnologie wertvolle Daten für die Konsum- und Werbeindustrie.
Die Filmemacher Claus Wischmann und Martin Baer zeigen, wie schnell und tiefgreifend sich unser Umgang mit Bildern verändert

D 2016, Regie: Claus Wischmann, Martin Baer, 88 Min., tlw. OmU

Trailer
https://vimeo.com/278668516

 

Zum Weiterlesen 

Das dokumentarische Bild im Zeitalter seiner digitalen Reproduzierbarkeit: Martin Baer und Claus Wischmann (»Kinshasa Symphony«) widmen sich dem aktuellen Thema rund um Urheberrecht und Eigentum am eigenen Bild. https://www.epd-film.de/filmkritiken/der-illegale-film

 

Essayistische Bilderflut

Vom ersten Entwurf bis zum fertigen Schnitt haben Claus Wischmann und Martin Baer etwa fünf Jahre an ihrem neuen Dokumentarfilm gearbeitet. Mit der Debatte um Uploadfilter, die im Frühjahr 2019 in Europa schwelt, hat das nur am Rande zu tun, dafür viel mit unserem Verständnis von (Ab-)Bildern und Realität. Einer Realität, die stärker als je zuvor eine Bilderwelt ist.

https://www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/der-illegale-film-2018

»Von Urheberrecht und Dokumentarfilmen – Interview mit den Machern des geplanten „illegalen“ Films.« (Digital Society Blog – Wissen über unsere vernetzte Welt. / Alexander von Humboldt - Institut für Internet und Gesellschaft)