Fr. 4.5. / 20:30 * mit Regisseurin Annette Wagner + Filmgespräch

Jäger und Sammlerinnen in Tansania

Im Rahmen des WeltWeitWissen-Filmabends »Die nachhaltigen Jäger und Sammlerinnen in Tansania. Reise vom Ursprung der Menschheit bis in die Gegenwart« präsentiert die Bremer Filmemacherin Annette Wagner zwei Dokumentarfilme, die sich mit dem  Nomadenvolk der Hadzabe beschäftigen und besonders deren nachhaltige Lebensweise in den Mittelpunkt stellen. Sie zeigt globale Wechselwirkungen zwischen europäischem Konsumverhalten und der Situation der Jäger und Sammlerinnen Tansanias auf. Können die Hadzabe ihren nomadischen Lebensstil beibehalten und ihr Streifgebiet gegen Landgrabbing verteidigen? Warum sehen internationale Ernährungswissenschaftler und Ethnologen die Hadzabe als globale Impulsgeber an? Was geschieht, wenn eine alte Sammlerin, die noch nie einen Film sah, auf einer Leinwand plötzlich ihrer verstorbenen Mutter begegnet?

In Kooperation mit dem Afrikanetzwerk Bremen.

Die da laufen… Die Bilder der Ahnen kehren zurück nach Tansania
Annette Wagner bringt Film- und Fotomaterial einer deutschen Ostafrika-Expedition aus den 30-er Jahren zurück zu den Nachfahren der einst Erforschten. Openair-Kino in der Dornbuschsteppe mit dem vom SWR mühevoll restaurierten Material: Die Schatten der Ahnen huschen über die Leinwand - ein bewegender Abend für deren Kinder und Enkel. Er wird zum Ausgangspunkt für eine abenteuerliche Reise zu den weit verstreuten Lagerplätzen der klicklautsprechenden Hadzabe. Zwei alte Jäger erinnern sich tatsächlich an die deutsche Expedition. Ein junger Hadza schildert den schwierigen Balanceakt zwischen ursprünglichem Lebensentwurf und Moderne: Sie bringt die Schulpflicht der Kinder, Siedlungsdruck durch Ackerbauern und den Kampf um die landrechtliche Sicherung ihres Streifgebietes mit sich.

D 2000, Regie: Annette Wagner, 45 Min.

Hadzabe heißt: Wir Menschen – Die letzten Jäger und Sammlerinnen Tansanias
Allen Versuchen, sie sesshaft zu machen, haben die Hadzabe sich bislang erfolgreich widersetzt. Als Nomaden wandern sie durch die Dornbuschsteppe südlich der Serengeti. Sie kennen keine Hierarchien, leben aus und mit der Natur. Ein ursprünglicher und nachhaltiger Lebensentwurf, denn sie nehmen von der Natur nur das, was ihre unmittelbare Umgebung hergibt. Nach zwei, drei Wochen ziehen sie weiter. In eindrucksvollen Nahaufnahmen dokumentiert der Film den Alltag der klicklautsprechenden Jäger- und Sammlergruppe ohne deren Situation zu romantisieren: Er begleitet die Männer bei Pfeilherstellung, Giftkochen und auf der Antilopenjagd, die Frauen und Kinder beim Beerensammeln, Wasserholen und Verarbeiten der Baobab-Früchte beim Lagerplatz. Doch plötzlich schlagen Hirten in unmittelbarer Nähe ein Camp auf. Sie drängen mit ihren Rinderherden an jene Wasserlöcher, aus denen die Hadzabe und die von ihnen gejagten Wildtiere trinken, und verschmutzen sie.

D 2000, Regie: Annette Wagner, 45 Min.