NEU IN BREMEN

Do. 10.5. + So.13.5. / 18:00
Fr. 11.5. + Sa. 12.5. + Mo 14.5. + Mi. 16.5. / 20:30

Grain – Weizen

Drastische Veränderungen durch den immer stärker spürbaren Klimawandel führen zu verheerenden Missernten und haben das Leben auf der Erde nahezu unmöglich gemacht. Die Welt wird von mächtigen Konzernen regiert und die Menschen hausen in kaputten Städten oder fliehen aufs Land. Eine unsichtbare elektronische Barriere verhindert jeglichen Austausch zwischen den Orten, es gibt Sperrbezirke und verbotene Zonen. Die Menschen leben in Unwissenheit. In diesem apokalyptischen Szenario begibt sich der Wissenschaftler Erol Erin in einem gefährlichen Roadtrip auf die Suche nach dem genialen Genetiker Cemin Akman, der als die letzte Hoffnung der Menschheit gilt...

Der türkische Filmemacher Semih Kaplanoğlu  - vor allem bekannt für seinen Film »Bal« (Honey), für den er 2010 auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären der Berlinale ausgezeichnet wurde  - , kehrt mit »Grain« auf die Kinoleinwände zurück: Mit überwältigenden Bilder und seiner mythisch-philosophischen Geschichte entführt er uns in eine Zukunft, die so fern doch gar nicht mehr scheint. Ein dystopisches Drama mit starken Science-Fiction-Elementen.

Buğday – TRK/KAT/D/S/F 2017, Regie: Semih Kaplanoğlu, mit  Jean-Marc Barr, Ermin Bravo, Grigoriy Dobrygin, 128 Min., engl. OmU

Cineuropa (Review):
cineuropa.org/nw.aspx

 

Mi. 16.5. / 18:00 * mit Regisseur Michael Weber + ehemaligen Crew-Mitglied

Last Ship Home – Die Weltumsegelung der Peter von Danzig

8. September 1973, Portsmouth: Der Startschuss zum ersten Segelrennen um die Welt fällt. Eine unkonventionelle Crew aus Deutschland sticht - mit einer in die Jahre gekommenen Yacht, viel Enthusiasmus und jugendlicher Abenteuerlust - in See. Vor ihnen liegen 27.000 Seemeilen - und eine Extremerfahrung. Michael Weber, Schauspieler und Bruder eines ehemaligen Crewmitglieds, ist es gemeinsam mit dem Produzenten Christian Ebert gelungen, aus Original-Filmaufnahmen der 70er Jahre einen literarischen Dokumentarfilm mit Arthouse-Charakter zu kreieren. Entstanden ist ein faszinierendes Kino-Kunstwerk – nicht nur für Segelfans.


»Kein Motor. Als einziges teilnehmendes Schiff«
Das Whitbread Round the World Race 1973 von Portsmouth über Kapstadt, Sydney und Rio de Janeiro zurück nach England – ein monatelanges Abenteuer auf hoher See mit 17 teilnehmenden Yachten in unterschiedlicher Größe und Ausstattung. Darunter eine deutsche, die von der Konkurrenz belächelt wird und der deutlich anzusehen ist, dass sie schon viele Seemeilen zurückgelegt hat: die Peter von Danzig. Mit einer Crew von Enthusiasten, die noch nicht wissen kann, worauf sie sich eingelassen hat.
LAST SHIP HOME ist eine vollkommen subjektive Erzählung, collagiert aus Original-Filmmaterial, Logbucheinträgen, Reiseberichten der Segler und literarischen Texten von Homer bis Hölderlin und Joseph Conrad; gelesen von namhaften Stimmen, die scheinbar aus dem Nichts auftauchen und wieder verebben – wie Wellen in der Weite des Ozeans.

Auf magische Art zieht der Film den Zuschauer mit seiner ästhetischen Bildsprache in eine Welt unfassbarer Naturgewalten, grenzenloser Weite und Einsamkeit - eine Reise ins Ungewisse. Die Protagonisten durchleben auf engstem Raum tiefste Emotionen, gehen körperlich und seelisch an ihre Grenzen. Ein Abenteuer mit berauschenden Höhepunkten und Depressionen im Gleichklang mit der See.
Der Film gibt einen authentischen Einblick in das Segler-Abenteuer und das Leben der Männer an Bord der Peter von Danzig. Die Idee zu dem Werk entstand, als Michael Weber, Schauspieler, Autor und jüngerer Bruder eines Crewmitglieds, nach 30 Jahren die Handkamera-Aufnahmen entdeckte und sie mit Kollegen aus dem Hamburger Schauspielhaus vertonte.

D 2017, Regie: Michael Weber und Christian Ebert, Dokumentation, 63 Min.

Do. 17.5. + So. 20.5. + Mo. 21.5. / 20:30
Fr. 18.5. + Sa. 19.5. + Di. 22.5. + Mi. 23.5. / 18:00

Eldorado

Eldorado ist kein typisches Flüchtlingsepos, sondern ein sehr persönlicher Film, der aktueller nicht sein könnte: Als der Schweizer Regisseur Markus Imhoof, geboren 1941, ein kleiner Junge war, nahmen seine Eltern das italienische Flüchtlingskind Giovanna bei sich in der Schweiz auf. Doch die große Politik riss die Kinderfreundschaft auseinander. Die Erinnerungen daran veranlassen den »More Than Honey« und »Das Boot ist voll«-Regisseur, sich mit der aktuellen europäischen Flüchtlingspolitik zu beschäftigen. Ein italienisches Marineschiff vor der libyschen Küste nimmt 1800 Bootsflüchtlinge an Bord. Keiner von ihnen hat die Chance, legal nach Europa zu kommen. Vom Schiff geht es in ein Flüchtlingslager mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von acht bis 15 Monaten. »Wir versprechen ihnen nicht das Paradies, aber es wird jeden Tag besser«, sagt ein Helfer. Doch wer das Lager verlässt, für den bleibt oft nur Schwarzarbeit. Frauen, die zur Prostitution gezwungen sind. Männer, die sich auf Tomatenplantagen verdingen. Resümee eines Betroffenen: »Das hier ist kein Leben, es ist nicht mal Überleben.« Und wie ergeht es den wenigen, die in der Schweiz aufgenommen werden? Imhoof hinterfragt das System der organisierten Hilfe, das Geflüchtete in einen teuflischen Kreislauf entlässt, der meist von ökonomischen Interessen bestimmt wird. Ein leiser und empathischer Film, der zur eindringlichen Mahnung wird.

Mit großem Erfolg feierte der Film auf der Berlinale 2018 seine Premiere. Imhoofs erster Film über Flüchtlinge »Das Boot ist voll« gewann bei der Berlinale 1981 einen Silbernen Bären und wurde für einen Oscar nominiert.

D/CH 2018, Regie: Markus Imhoof, 95 Min., teilw. OmU (Sprachen: dt., frz., ital., kurd.)