Filmreihe Schönheit - Februar bis Dezember 2017

In einer Zeit, da die Welt aus den Fugen zu geraten scheint, mag sich mancher fragen, warum man sich mit einem Thema wie Schönheit beschäftigen soll. Aber bei genauer Betrachtung fällt auf, dass große Teile unserer Gesellschaft jetzt erst recht den verschiedenen Schönheitsidealen hinterherjagen. Kaum ein Tag vergeht ohne Top Model-Show, die Zeitungen sind voll von Kosmetik- und Mode-Anzeigen, die Kunden immer jünger und bei der Oscar-Verleihung ist in vielen Medien nicht der Beste Film wichtiger, sondern wer das tollste Kleid getragen hat.
Die Filmreihe „Schönheit“ möchte das Thema mit selten zu sehenden historischen Filme sowie Dokumentar- und Genrefilmen wie z.B. Horror oder Science Fiction, die alternative Ansätze darstellen, in all seiner Vielfalt im Kino präsentieren. Abgerundet wird die Reihe mit Einführungen zu den Filmen und einem Workshop.
Die Reihe wird ermöglicht durch die Anke und Uwe Hollweg-Stiftung

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Schönheitsideale.....

So. 7.5. + Mo. 8.5. / 20:30

In the Mood for Love

Hongkong in den frühen 1960er Jahren, kurz vor der Kulturrevolution. Zwei Ehepaare leben im selben Mietshaus. Der Zeitungsredakteur Chow und die Frau seines Nachbarn, Li-zehn, begegnen sich täglich. Zaghafte Gespräche zwischen ihnen über Alltäglichkeiten bekommen plötzlich eine beklemmende Bedeutung, denn die Geschenke, die beide von abwesenden Ehepartnern erhalten, geben Chow und Li-zehn schließlich Gewissheit: Ihre Partner haben eine Affäre miteinander. Bald verbindet die Betrogenen mehr als nur das geteilte traurige Schicksal. Die Chinesin Maggie Cheung ist ein Superstar und Ikone des Hongkong-Kinos. In Wong Kar-Wais melancholischem Meisterwerk verzaubert sie an der Seite von Tony Leung, der als einer der renommiertesten Schauspieler in China gilt und von Kar-Wai in fünf Filmen besetzt wurde. „In the Mood for Love“ gewann 2000 beim Filmfestival von Cannes die Goldene Palme.

Hongkong 2000, Regie: Wong Kar-wai, mit Maggie Cheung, Tony Leung, Rebecca Pan, 94 Min., OmU

Do. 11.5., Fr. 12.5., Di. 16.5. + Mi. 17.5. / 18:00
So. 14.5. + Mo. 15.5. / 20:30

Lost in Translation

Zwei US-Amerikaner verloren in der Riesenmetropole Tokio: Schauspieler Bob Harris dreht eine Whiskey-Werbung, und die junge Charlotte versucht ihre Zeit totzuschlagen, während ihr Ehemann vielbeschäftigt als Fotograf zu Terminen verschwindet. In einem Luxushotel, an Schlaflosigkeit leidend, laufen sie sich eines Nachts über den Weg und freunden sich sofort an. Zusammen entdecken sie Tokio und eine neue Art, das Leben zu betrachten.
Zur Zeit des Drehs war Scarlett Johansson erst 17 Jahre alt, hatte aber schon als 14-jährige in „Der Pferdeflüsterer“ (1998) und dann in „The Man Who Wasn't There“ (2001) auf sich aufmerksam gemacht. Mit „Lost in Translation“ gelang Johannsson der internationale Durchbruch und sie ist seitdem im Independent wie im Hollywoodkino eine feste Größe.

Japan / USA 2003, Regie: Sofia Coppola, mit Scarlett Johansson, Bill Murray, 105. Min., OmU

Mo. 22.5. / 18:00
Di. 23.5. + Mi. 24.5. / 20:30

La mala Educación - Schlechte Erziehung

Im Madrid der achtziger Jahre erhält der erfolgreiche Regisseur Enrique Goded Besuch von seinem Jugendfreund Ignacio. Dieser ist mittlerweile Schauspieler, nennt sich Àngel und hat ein Manuskript mitgebracht, das Enrique mit ihm in der Hauptrolle verfilmen soll. Es ist eine autobiografische Erzählung, die von der gemeinsamen Kindheit im katholischen Internat und dem Missbrauch Ignacios durch den pädophilen Schuldirektor Pater Manolo handelt. Enrique willigt zögernd ein, das Buch zu verfilmen. Das meisterhaft inszenierte Melodram um Identitäten entfaltet sich auf drei Erzählebenen, die subtil miteinander verknüpft sind. Der damals am Anfang seiner Karriere stehende, mexikanische Schauspieler Gael Garcia Bernal verkörpert diese facettenreiche Figur. Fragt man Pedro Almodóvar, warum er sich praktisch jeden verfügbaren Schauspieler in Spanien angeschaut hat, um den komplizierten Part dann doch an einen Mexikaner zu vergeben, so klingt die Antwort verblüffend einfach: "Gael ist als Mann genauso schön wie als Frau." Der mexikanische Schauspieler Gael García Bernal war und ist „das“ Gesicht des lateinamerikanischen Films. "Das Talent überlebt und bleibt einem, während die Schönheit vergeht." - Wahre Worte eines talentierten Mannes, der nebenbei auch noch, laut des "People en Español" Magazins, zu den 25 schönsten Menschen zählt.

E 2004, Regie: Pedro Almodóvar, mit Gael García Bernal, Fele Martínez, 104 Min., OmU

Sa. 20.5. bis Mo. 22.5. / 20:30
Di. 23.5. + Mi. 24.5. / 18:00

Orlando

16. Jahrhundert: Der junge Adlige Orlando, Liebling seiner Majestät, bekommt einen letzten Auftrag von der im Sterben liegenden Königin Elizabeth I: für immer jung zu bleiben. Unsterblich verliebt, verbringt Orlando seine Tage und Jahre in den englischen Gärten, reist als Gesandter der Krone in ferne Länder und kehrt als junge Frau zurück, wodurch ihr poetisches Talent und ihr hoher Status von der Gesellschaft aufgrund ihres Geschlechts nicht mehr ernst genommen wird. Schließlich führt die Reise Orlando ins London des 20. Jahrhunderts. So durchlebt er/sie 350 Jahre voller Poesie, Liebe, Enttäuschungen und Wunder – und bleibt dabei sich selbst immer treu. Der Film von Sally Potter nach dem Klassiker von Virginia Woolf ist - auch wegen der androgynen Schönheit von Tilda Swinton als Orlando - selber zum Klassiker geworden. Tilda Swinton ist heute eine der prägendsten Figuren in Blockbusterfilmen wie im Independentkino.

F, GB, I, NL, R 1992, Regie: Sally Potter, mit Tilda Swinton, Billy Zane, 94 Min., OmU

Do. 25.5. bis So. 28.5. / 20:30
Mo. 29.5. bis Mi. 31.5. / 18:00

Raees

In den 1980er Jahren ist Alkohol im nordwestlichen Bundesstaat Gujarat streng verboten. Die Geschäfte auf dem Schwarzmarkt laufen prächtig. Raees und sein Freund Sadiq arbeiten von Kindheit an für den größten Alkoholschmuggler des Ortes. Sie bestechen Polizisten und organisieren den illegalen Alkoholtransport. Raees möchte sich selbstständig machen, aber ihm fehlt das Startkapital. Aus einer Laune heraus unterstützt Musa, der mächtigste Mafioso der Region, die jungen Männer. Raees nutzt die Chance und wird erfolgreicher als seine früheren Chefs. Zugleich bleibt Raees ein charmanter Robin Hood und im kleinen Rahmen ein Friedensstifter unter religiösen und nationalistischen Fanatikern. Bollywood at it’s best: Kampf- und Verfolgungsszenen, Liebe und Leid in opulenten Bildern, Gesangseinlagen und ein überzeugendes Schauspielerensemble, allen voran Hauptdarsteller Shah Rukh Khan und sein Gegenspieler Nawazuddin Siddiqui. Shah Rukh Khan ist in Indien ein absoluter Superstar und hat seit längerem auch international eine große Fangemeinde. Viele hoffen auf eine politische Karriere Khans, aber das lehnt der Star selber ab.

Indien 2016, Regie: Rahul Dholakia, mit Shah Rukh Khan, Zakir Hussain, 161 Min., OmU