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Filmreihe Femmes Totales

Die kleine Reihe „Femmes Totales - Filme von Frauen“ wurde ins Leben gerufen, um zeitgenössisches Kino von Frauen auf die Leinwand zu bringen. Nachdem vom eksystent Filmverleih bereits Filme mit starken Frauenfiguren in die Kinos gebracht wurden, sollen nun auch Filme von Regisseurinnen stärker in den Fokus rücken. Denn Kino von Frauen kann alles sein, was das Kino von Männern auch sein kann. Doch schaffen es immer noch viel zu wenige Filme von Filmemacherinnen ins Kino. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von Förderstrukturen, Vorurteilen bis hin zur Annahme, dass weibliche Regisseure nicht mit Millionenbudgets umgehen könnten. Auch das Klischee, dass Frauen keine Thriller oder Actionfilme machen könnten, hält sich hartnäckig. Dass all diese Vorurteile jedoch Unsinn sind, beweisen Hollywoodgrößen wie Kathryn Bigelow und wie vielfältig Kinofilme von Frauen sind, wird auch diese Auswahl an Filmen zeigen.
Zur Homepage: ⇒ http://femmes-totales.de

Sa. 20.5. bis Mo. 22.5., Mi. 24.5. / 20:00

Yulas Welt

Yula wünscht sich nichts mehr, als ein normales Leben zu führen. Ihre Realität ist allerdings sehr trostlos: Sie lebt mit ihrer Mutter in der verbotenen Zone von Svalka, der größten Müllhalde Europas, nur 20 km vom Kreml entfernt. Dort versucht sie inmitten von Dreck und Elend zu überleben, aber gleichzeitig auch ein ganz normaler Teenager zu sein. Zwischen Müll, Gewalt und gepantschtem Alkohol erlebt sie die erste Liebe mit all ihren Folgen. Gleichzeitig muss sie sich um ihre alkoholkranke Mutter kümmern und dabei nie das Ziel aus den Augen verlieren, Svalka irgendwann verlassen zu können. Trotz aller Schrecken verliert Yula nie ihre Unbeschwertheit und den Lebensmut.

Hanna Polak hat Yula 14 Jahre lang mit der Kamera begleitet. Sie erzählt ihre unvorstellbare Geschichte mit packender Unmittelbarkeit und voller Feingefühl. Dabei ist ein universeller Film über das Erwachsenwerden entstanden, der von Hoffnung, Mut und Lebensfreude inmitten schwierigster Umstände erzählt. Die Regisseurin Hanna Polak studierte zunächst an Schauspielschulen in Breslau und Warschau und arbeitete am Theater in Chorzow in Polen. Im Anschluss absolvierte sie den Kamerastudiengang am Kinematographischen Institut in Moskau. Ihre Kurzdokumentation THE CHILDREN OF LENINGRADSKY wurde für den Oscar und mehrere Emmys nominiert und hat zahlreiche internationale Preise gewonnen.

Something better to come - Dänemark, Polen 2014, Regie: Hanna Polak, 98 Min. russisch OmU

Termine sind noch in der Planung

Hitzewelle

In Griechenland herrscht eine Dürreperiode, Wasser ist eine seltene Ressource geworden und längst privatisiert und teuer. Der arabische Migrant Ashraf soll deshalb abgeschiedene Villa und den Pool einer reichen französischen Familie bewachen. Die Stimmung ist angespannt und die Temperaturen steigen unnachgiebig. Ashraf fühlt eine drohende Gefahr, einen Beobachter. Doch er kann seinen Sinnen nicht mehr trauen, durch die Hitze verschmelzen Bilder und Schatten vor seinen Augen und das Unwohlsein wächst stetig.

Joyce Nashawati setzt sich in ihrem mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichneten Mystery-Thriller mit beständig an Relevanz gewinnenden Fragestellungen wie Migration, Fremdenfeindlichkeit und Ressourcenknappheit auseinander. Ihr außergewöhnlicher Film ist mehr als ein gekonnt inszenierter Genrefilm. Er erzeugt ein packendes und immens spannendes Klima der Bedrohung, das vor allem deshalb so viel Unbehagen erzeugt, weil es realistischer ist, als wir wahrhaben wollen.
Die Regisseurin Joyce A. Nashawati wuchs zwischen Beirut, Accra, Kuwait und Athen auf. Sie studierte Film in England und Paris. Ihre Kurzfilme THE UMBRELLA (2008), THE BITE (2010) und ON LEAVE (2013) wurden auf zahlreichen Festival weltweit gezeigt. HITZEWELLE ist ihr erster Spielfilm.

Blind Sun – F/GR 2015, Regie: Joyce A. Nashawati, mit Ziad Bakri, Yannis Stankoglou, 88 Min., OmU