ZWEITE CHANCE

Viele Filme sind schneller wieder aus dem Kino, als es den Zuschauern lieb ist. Hier kriegen Filme und die Zuschauer, die sie verpasst haben, ihre zweite Chance auf eine Begegnung im Kino.

Fr. 1.3., So. 3.3. + Di. 5.3. / 18:00

Mo. 4.3. + Do. 7.3. / 20:30

Sa. 9.3. bis Do. 14.3. / 17:45

Gegen den Strom - Woman at War / ZWEITE CHANCE

Halla, eine Chorleiterin und unabhängige Frau Ende 40, hat der lokalen Aluminiumindustrie den Krieg erklärt. Nach außen gibt sie sich als ruhige, stille Frau, doch insgeheim führt sie einen leidenschaftlichen Kampf als Umweltaktivistin, um das isländische Hochland zu schützen. Sie beschädigt Masten und Drähte, um die Stromversorgung der Fabriken zu unterbrechen. Als ihre gefährlichen Aktionen Wirkung zeigen und die Verhandlungen zwischen Regierung und Investoren ins Stocken geraten, kommt ihr unerwartet ihr Privatleben in die Quere. Ihr längst vergessener Antrag zur Adoption eines ukrainischen Waisenkindes wird angenommen. Gleichzeitig verstärkt die Regierung ihre Bemühungen, die Guerilla-Aktionen zu diskreditieren. Also beschließt Halla, ihr Dasein als wehrhaftes Phantom mit einer letzten großen Aktion zu beenden, bevor sie Mutter wird.

Der isländische Thriller »Woman at War« feierte seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Cannes, wo er vier Preise in der »International Critics' Week« abräumte, darunter den SACD Award für das beste Drehbuch.

ISL/F/UKR 2018, Regie: Benedikt Erlingsson, mit Halldóra Geirharðsdóttir, Davíð Þór Jónsson, 101 Min., isländ. OmU

Links zum Film und Weiterlesen

 

»Ökothriller, Abenteuerfilm, Märchen und Komödie - Benedikt Erlingssons Film über eine Umweltaktivistin auf dem Kriegspfad ist all das und noch mehr: großes, originelles Arthousekino!« (Vollständige Kritik / programmkino.de)

Do. 7.3. + Di. 12.3. / 18:00

So. 10.3. + Mo. 11.3. / 20:30

Sa. 9.3 / 21:00

Wackersdorf / ZWEITE CHANCE

In der strukturschwachen Gemeinde Wackersdorf in der Oberpfalz soll die erste atomare WAA gebaut werden, beschließt 1985 die bayerische Landesregierung. Landrat Hans Schuierer ist erfreut, denn das bedeutet Aufschwung und Arbeitsplätze für alle. Zwar gründet sich schnell eine Bürgerinitiative und warnt vor atomaren Gefahren, aber Hans Schuierer bleibt beharrlich.

Erst als er beobachtet, wie die Staatsregierung mit aller Gewalt gegen die Bürgerinitiative vorgeht, forscht er nach und erkennt: Guten Gewissens kann er das Projekt nicht weiter vorantreiben. Doch die Staatsregierung unter Strauß will die WAA und bringt sogar eine Gesetzesänderung durch, um sie ohne die Zustimmung des Landrats zu realisieren. Das Gesetz ist als „Lex Schuierer“ seitdem in Kraft.

Regisseur Oliver Haffner nimmt im Detail die Machstrukturen im Bayern der 1980er Jahre ins Visier und analysiert sie mit scharfem Blick, spricht aber nicht alles aus, was er beobachtet und feststellt. Die historische Dimension der Proteste damals erzählt Oliver Haffner mit ruhiger Spannung und genau recherchiert. Und er lässt deutliche Parallelen zu aktuellen Ereignissen erkennen. Angereichert mit Original-Bildmaterial zeigt der Film: Das ist wirklich passiert. Und die fragwürdige Nähe von Industrie und Politik damals vor 35 Jahren scheint sich in aktuellen Geschehnissen wie beim Hambacher Forst zu wiederholen.

D 2018, Regie: Oliver Haffner, mit Johannes Zeiler, Anna Maria Sturm, Fabian Hinrichs, 123 Min.

https://www.programmkino.de/content/Filmkritiken/wackersdorf/

Heutzutage weiß man nur zu gut um die Risiken, die der Bau einer Wiederaufbereitungsanlage von Kernbrennstoffen mit sich bringt. 1985 befand man sich dagegen noch kurz vor dem ersten großen Super-GAU in der Menschheitsgeschichte und hatte die möglichen Folgen eines Atomunglücks massiv unterschätzt. Die bayerische Gemeinde Wackersdorf wurde in genau dieser Zeit zum Sinnbild aufkeimender Beunruhigung, als sich eine ganze Dorfgemeinschaft gegen den Bau eines solchen Betriebsgeländes engagierte und sich nicht zuletzt aufgrund der Tschernobyl-Katastrophe ein Jahr nach Baubeginn gegen die Pläne durchsetzen konnte. Regisseur Oliver Haffner errichtet diesen Bürgern nun ein filmisches Denkmal, das seine Premiere auf dem Filmfest in München feiert.

 

Interview und Trailer: http://www.wackersdorf-film.de/

 

FBW Prädikat: besonders wertvoll: https://www.fbw-filmbewertung.com/film/wackersdorf

Do. 28.3., Sa. 30.3 + So. 31.3. / 20:30

Climax / ZWEITE CHANCE

21 Tänzerinnen und Tänzer bereiten sich auf ihre anstehende Tournee vor. Am Abend, bevor es endlich losgeht, wollen sie zusammen ein rauschendes Fest feiern. Ein DJ, elektronische Musik und Sangria sollen in einem abgelegenen Übungszentrum für die richtige Stimmung sorgen. Die perfekten Voraussetzungen für eine Party – hätte nicht jemand heimlich LSD in die Sangria gemischt. Als sich die Wirkung zu entfalten beginnt, eskaliert die Feier zum Höllentrip. Die Choreographie löst sich in Chaos auf und Panik, Gewalt und Ekstase machen sich unter den jungen Tänzer*innen breit. Der Trip dauert die ganze Nacht und erst am frühen Morgen, als die Polizei eintrifft, offenbart sich das gesamte Ausmaß der Eskalation.

„Ihr habt „Menschenfeind“ verachtet, „Irréversibel“ gehasst, „Enter the Void“ verabscheut und „Love“ verflucht – jetzt probiert es mal mit „Climax!““ so Regisseur Gaspar Noé.

F 2018, Regie: Gaspar Noé, mit Sofia Boutella, Romain Guillermic, 93 Min., OmU

Kritiken

„In den 95 Minuten seiner vollends aus dem Ruder laufenden Tanzparty stellt der Mann, dessen Namen ohne die Beschreibung enfant terrible eigentlich nicht vollständig ist, wieder einmal die Sehgewohnheiten seines Publikums auf den Kopf.“ (Wessels-Filmkritik)

„Gaspar Noé hat sich Regisseur der Exzesse aller Art einen Namen gemacht. In seinem neuesten Film bleibt er sich selbst treu und erzählt einmal mehr von einem ekstatischen Tanz, diesmal mit choreographierten Einlagen.“ (epd-film)

„Climax, Noé’s latest plunge into the forbidden zone, lets you touch, once again, the hot blue flame of his talent.“ (Variety)