Antarctica / Thema des Monats März

Es ist nur wenigen Menschen vergönnt, zum Südpol zu reisen und damit den kältesten und trockensten Ort der Erde zu erleben. Die Natur und Schönheit des menschenleeren Kontinents am Südpol lassen die Filme erahnen, die als kleine Reihe die Ausstellung im Überseemuseum begleiten werden.

Der älteste Film der Reihe ist dabei South, mit spektakulären Aufnahmen, die vor 100 Jahren während einer ganz frühen und dramatischen Antarktisexpedition entstanden sind. Der neueste Zwischen Himmel und Eis stammt aus 2015 und ist von Regisseur Luc Jacquet, der die Ausstellung, die seit Oktober in Bremen zu sehen ist, vorab für Lyon konzipiert hat.

Es liegen Welten zwischen den Techniken, mit der die Bilder beider Filme eingefangen wurden. Doch die Faszination für die Eiswüste übermittelt sich so oder so. Und das scheint immer wieder den Abenteuer- und Entdeckergeist junger Menschen bzw. Männer anzukurbeln, die spektakuläre Herausforderungen suchen. In Projekt: Antarktis organisieren drei Bremerhavener Studenten ihre eigene Expedition zum Südpol (D 2018; ab 1.3.). Ob es in der Antarktis möglich ist, mit Kites Ski zu fahren, erproben zwei Österreicher in No Man’s Land – Expedition Antarctica (AT 2018; ab 21.3.).

 

 

Eine Reihe in Kooperation mit dem Übersee-Museum Bremen:
https://www.uebersee-museum.de/ausstellungen/sonderausstellungen/antarctica/

 

Zum Veranstaltungs-Flyer

Fr. 1.3., Di. 5.3. / 20:30

So. 3.3. / 20:30 * mit Filmemachern zu Gast: Tim David Müller-Zitzke, Michael Ginzburg, Dennis Vogt

Sa. 2.3. + Mi. 6.3. / 18:00

Projekt: Antarktis. Die Reise unseres Lebens / ANTARCTICA

„Macht doch lieber was Vernünftiges!" Das bekamen Tim, Michael und Dennis in der Schulzeit oft zu hören, wenn sie sich zu ihren Traumjobs bekannten: Künstler, Fotograf, Filmemacher. Tim David Müller-Zitzke (24), Michael Ginzburg (29) und Dennis Vogt (25) haben trotzdem "Digitale Medienproduktion" in Bremerhaven studiert und sich dabei kennengelernt. Schon während des Studiums haben alle drei als freiberufliche Fotografen und Filmemacher gearbeitet. Nun haben sie eine Idee: In die Antarktis reisen, das Abenteuer mit der Kamera festhalten und daraus einen Kinofilm machen. Ohne Produktionsfirma oder Auftraggeber setzen sie dafür alles auf eine Karte, investieren zwei Jahre in unbezahlte Vorbereitungszeit und fliegen Im November 2017 los. Doch bereits in Buenos Aires beschlagnahmt der Zoll ohne Angabe von Gründen ihr komplettes antarktistaugliches Equipment. Ganz knapp erreichen sie doch noch ihr Ziel und erkunden drei Wochen lang die Antarktis. Im Blog erzählen sie täglich von ihren Erlebnissen und Rückschlägen und nach ihrer Rückkehr stellen sie den Film fertig, mit dem sie inzwischen erfolgreich durch ganz Deutschland touren, denn ihre Botschaft scheint viele anzusprechen: Mach dein Ding.

D 2018, Regie: Tim David Müller-Zitzke, Michael Ginzburg, Dennis Vogt, 101 Min.

Sa. 9.3. bis Di. 12.3. / 20:00

Zwischen Himmel und Eis / ANTARCTICA

Mit atemberaubenden Unterwasser- und Landschaftsaufnahmen und spektakulärem Archivmaterial aus der Antarktis erzählt Oscar®-Preisträger Luc Jacquet (Die Reise der Pinguine) die abenteuerliche Geschichte des Polarforschers Claude Lorius. Seit 1957 – mit 25 Jahren - hat der Forscher sein Leben dem Eis gewidmet. Lorius gelang es erstmals, die Klimageschichte unseres Planeten über Hundertausende von Jahren zurückzuverfolgen. Er konnte über die Zusammensetzung des Eises und der darin eingeschlossenen Luft feststellen, welche klimatischen Bedingungen zu der Zeit herrschten, als der Schnee dort auf den Boden fiel. Diese Erkenntnisse waren bahnbrechend für die Analyse der Klimaveränderungen in den letzten 150 Jahren. Bereits vor über 30 Jahren erkannte der heute 82jährige Glaziologe, dass der Mensch dabei ist, das Klima der Erde dramatisch zu verändern. Von den einstigen riesigen Gletscherformationen am Rande der Antarktis sind mancherorts nur noch ein paar Schneehäufchen übrig geblieben. Wie lange wird es das ewige Eis noch geben?

Der eindrucksvolle Dokumentarfilm ist gleichermaßen bildgewaltiges Naturerlebnis, spannendes Antarktisabenteuer und bewegendes Plädoyer für den Klimaschutz.

La glace et le ciel - F 2015, Regie: Luc Jacquet, Kamera: Laurent Ballesta, 89 Min., DF

Do. 21.3., Di. 26.3. + Mi. 27.3. / 18:00

So. 24.3. / 20:30

No Man’s Land – Expedition Antarctica / ANTARCTICA

Die Antarktis ist der kälteste, trockenste, windigste und höchste Kontinent der Erde. Dort am Südpol Ski zu fahren ist praktisch unmöglich. Aber gerade diese Unmöglichkeit zieht die beiden Freerider und Abenteurer Matthias „Hauni“ Haunholder und Matthias Mayr magisch an. Gemeinsam mit Kameramann Johannes Aitzetmüller begeben sie sich auf die Expedition, um faszinierende Berge zu finden und diese mit Skiern zu befahren. Das Dreimann-Team um ohne externe Unterstützung, legt dabei mehr als 150 Kilometer zu Fuß und mit Hilfe von Kites zurück und findet am Ende viel mehr, als sie sich jemals erwartet hatten.

AT 2018, Regie: Matthias Mayr, 73 Min.

Mi. 27.3. / 20:00 * mit Publikumsgespräch. Zu Gast: Marcel Nicolaus, Meereisphysiker am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)

South / ANTARCTICA

„Suche Freiwillige für gefährliche Reise. Niedriger Lohn, bittere Kälte, lange Stunden in vollständiger Finsternis garantiert. Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Fall des Erfolges.“

1907 sucht der Ire Sir Ernest Shackleton mit diesem Inserat Freiwillige für eine Antarktis-Expedition, um den Südpol zu durchqueren. 27 Mann kann Shackleton 1914 motivieren, mit ihm in See zu stechen. Darunter auch Frank Hurley, der die Reise filmen und damit einen Teil der Kosten reinholen soll. Trotz sorgfältiger Planung läuft alles schief. Ihr Schiff, die Endurance, gerät 2.000 Kilometer vor dem Ziel ins Packeis und friert am 19. Januar 1915 ein. Die Besatzung zieht sich in den schützenden Bauch des Schiffes zurück. Im Mai geht für drei Monate die Sonne unter, Temperaturen bis minus 26 Grad sind keine Seltenheit. Das anbrechende Frühjahr bringt das Eis in Bewegung, die Endurance droht zu zerbersten. Sir Ernest Shackleton macht sich in einem Rettungsboot auf die Suche nach Hilfe und nimmt 120 der 400 Filmrollen mit, die Hurley bis dahin drehen konnte. Unter welchen harten Bedingungen diese unglaublichen Aufnahmen Hurleys entstanden sind, ist kaum vorstellbar. Und dass die Männer die 635 Tage im Eis überleben konnten ebenso wenig.

GB 1919, Kamera & Regie: Frank Hurley, 80 Min., Stummfilm mit Tonspur