Mi. 6.3. / 20:00 * mit Torsten Musial, Autor, und weiteren Gästen

Karl Fruchtmann / HEIMSPIEL 146

Aus Anlass der Buchveröffentlichung von „Ein jüdischer Erzähler“ über den Bremer Autorenfilmer Karl Fruchtmann (1915–2003), wird diesem ein Abend mit Film und Gespräch gewidmet. Torsten Musial, der Co-Autor der ersten Monographie über den Filmemacher, wird das Buch vorstellen und über Fruchtmann erzählen.

Danach folgt Fruchtmanns Film „Kaddisch nach einem Lebenden“ (BRD 1969; 65 Min.), in dem er seine KZ-Haft verarbeitet: Peri, ein Mann mittleren Alters, kommt von der Arbeit und geht durch die Straßen von Tel Aviv nach Hause. Als er sich unterwegs für den Schabbat einen Fisch kauft, fällt ihm plötzlich Bach ein - jener Bach, mit dem er vor vielen Jahren in Deutschland im KZ war. Wo ist er wohl, gibt es ihn noch? Peri hatte ihn fast vergessen, Bach, den Unglücksraben, den komischen linkischen Bach, der sich nicht anpassen konnte und wollte. Peri begibt sich auf die Suche nach ihm.

 

 

Kaddisch nach einem Lebenden

Peri, ein Mann mittleren Alters, kommt von der Arbeit und geht durch die Straßen von Tel Aviv nach Hause. Als er sich unterwegs für den Schabbat einen Fisch kauft, fällt ihm plötzlich Bach ein - jener Bach, mit dem er vor vielen Jahren in Deutschland im KZ war. Wo ist er wohl, gibt es ihn noch? Peri hatte ihn fast vergessen. Bach, den Unglücksraben, den komischen linkischen Bach, der sich nicht anpassen konnte und wollte. Peri begibt sich auf die Suche nach ihm.

In einem Café trifft Peri den alten Gurfinkel wieder, auch ein Leidensgenosse aus der schrecklichen Zeit. Gurfinkel, Neueinwanderer in Israel, versucht gerade, sich in Tel Aviv ein Geschäft aufzubauen. Widerstrebend lässt er sich von Peri in die gemeinsamen Erinnerungen hineinziehen.

Aber niemand weiß Genaues über Bach. Ein vager Hinweis führt zu einem außerhalb der Stadt gelegenen Irrenhaus. Doch auch diese Fahrt, die Peri mit Gurfinkel unternimmt, ist vergebens. Überdeutlich dagegen ist der Bach in ihrer Erinnerung des Lagers: Der singende träumende, Steine schleppende, geschlagene, getretene, verlachte, halsstarrige Bach, der fast alles falsch machte - oder alles richtig? Denn Bach hat überlebt. An einer Straßenecke in Tel Aviv ist er zu gewissen Zeiten zuverlässig zu finden. Sanft und töricht wie eh und je steht er da, ein Ölkännchen in der Hand, um den vorbeikommenden jungen Müttern den Kinderwagen zu ölen. (Quelle: Radio Bremen)

BRD 1969, Regie: Karl Fruchtmann, mit Günter Mack, Rudolg Wessely, 65 Min.

Eine Kooperation von Kommunalkino Bremen, Filmbüro Bremen und Radio Bremen.