Mi. 13.3. / 20:30 * mit Einführung von Christine Rüffert (Uni Bremen)

Dingmagie / FILM:ART 85

Im Film spielen gelegentlich die Dinge, nicht die Menschen, die Hauptrolle. Oskar Fischinger, einer der kreativsten Köpfe des frühen Kinos, machte schon 1934 eine Armee von Zigaretten zu Protagonisten in seinem berühmten Werbefilm Muratti greift ein. Wie ein langes physikalisches Experiment mutet der für die documenta 1987 produzierte Film Der Lauf der Dinge an, mit dem das Schweizer Künstlerduo Fischli/Weiss seinen internationalen Durchbruch hatte. Die Turner Preisträgerin Laure Prouvost lässt in Wantee das Wohnzimmer ihres fiktiven Großvater entstehen, eines angeblichen Künstlerkollegen Kurt Schwitters. In einem monströsem Theater der Dinge erzählt der mehrfach ausgezeichnete Animationsfilm Sieben mal am Tag beklagten wir unser Los und nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen von Susann Maria Hempel eine verstörende Geschichte von Misshandlung und Trauma. In ihrem Musikclip Electrotechnique verwandelt das Künstlerduo Lernert/Sander mithilfe von Motion Design simple Haushaltsgeräte in Sexmaschinen mit leicht sado-masochistischen Anklängen. Das vielfältige Programm versammelt ausnahmslos prämierte Kurzfilme und Videos, die uns irritieren, verstören, amüsieren oder staunen lassen.

Begleitprogramm zum Schwerpunkt ›Über die Dinge‹ in der Schwankhalle.

Das Programm ist Teil der fortlaufenden kuratorischen Reihe »film:art«, die Filme zwischen Kunst und Kino ausstellt, einer Kooperation zwischen City 46 / Kommunalkino Bremen e.V. und Universität.

Weitere Informationen zum Programm unter www.uni-bremen.de/film/filmkultur/filmart/

AG Filmwissenschaft und Medienästhetik
Fachbereich 9 – Kulturwissenschaften
Universität Bremen

 +49 (421) 218-67722