DAS UNHEIMLICHE / Filmreihe

»Das Unheimliche« ist hier weniger dem Horror-Genre zuzuordnen, als vielmehr dem »Unerklärbaren«. Die Filme beschäftigen sich mit der Psyche des Menschen, dem Unvertrauten und zugleich Vertrauten. Da Filme oft vieles offen lassen und damit Raum für Interpretationen bieten, wird es bei jedem Film Gäste und ein Diskussionsangebot geben, in der das Gesehene analysiert und offenen Fragen auf den Grund gegangen wird.

Eine mehrteilige Filmreihe zum Thema »Das Unheimliche« in Kooperation mit der »Bremer Psychoanalytischen Vereinigung« beginnt im Februar im City 46.

Anfang Mai findet die DPV- Tagung 2019 in Bremen zum Thema „Gegenwart des U n h e i m l i c h e n - unheimliche Gegenwart. Klinische, ästhetische & gesellschaftliche Perspektiven 100 Jahre nach Freud“ statt.

Zur Bremer Psychoanalytischen Vereinigung: http://www.bpv-bremen.de/

Sa. 2.3., So. 3.3. / 20:00

Mo. 4.3. / 20:00 * mit Filmgespräch und Gast: Dr. Dipl-Psych. Isabel Bataller Bautista (Bremer Psychoanalytische Vereinigung)

Perfect Blue / DAS UNHEIMLICHE

Mima beschließt, ihrer Girlgroup „Cham!“ den Rücken zu kehren. Sie möchte das Bild des unschuldigen Mädchens im rosa Kleid hinter sich lassen und von der Öffentlichkeit als Schauspielerin ernst genommen werden. Doch den alten Fans missfällt der Imagewechsel und während „Cham!“ ohne sie den großen Durchbruch schafft, fällt es Mima schwer, in der Filmindustrie Fuß zu fassen. Geplagt von Selbstzweifeln, ist sie für den ersehnten Erfolg bereit alles zu tun. Sie lässt Aktfotos machen und spielt, trotz großer Zweifel, das Opfer einer Vergewaltigung in einer Fernsehserie. Der Druck zerrt zunehmend an ihren Nerven und ihr Leben gerät immer mehr aus den Fugen. Mima fällt in einen Strudel von Cyberstalking, Gewalt und Paranoia. Als dann noch ein Mord geschieht, droht Mima, den Bezug zur Realität endgültig zu verlieren.

Obwohl „Perfect Blue“ bereits über 20 Jahre alt ist, könnte er aktueller nicht sein: „Popstar-Hysterie und Casting-Wahn, die Allmacht des Internets und Cyber-Stalking – all diese vergleichsweise neuen Phänomene führt der Film zusammen und wirkt so wie ein Blick in die Kristallkugel unserer heutigen Welt.“ (kinozeit)

J 1997, Regie: Satoshi Kon, Animation, 81 Min., japanisch OmU

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„Obwohl bereits 1998 entstanden, nimmt sich Satoshi Kons Perfect Blue wie eine Vorwegnahme zahlreicher Entwicklungen aus, von denen die Menschheit noch wenig ahnte. Popstar-Hysterie und Casting-Wahn, die Allmacht des Internets und Cyber-Stalking – all diese vergleichsweise neuen Phänomene führt der Film zusammen und wirkt so wie ein Blick in die Kristallkugel unserer heutigen Welt.“ (kinozeit)

„Perfect Blue ist ein interessanter, beklemmender Psycho-Thriller, ein freier Fall in die Verflechtung von Realität, Fiktion und Traum, der die Personenikonisierung und mediale Identitätszuweisung in unserer Unterhaltungsgesellschaft kritisiert.“ (filmstarts)

IM RAHMEN DER FILMREIHE WURDEN IN DEN VERGANGENEN MONATEN BEREITS GEZEIGT:

Sa. 9.2., So. 10.2., Mo. 11.2., Di. 12.2. / 20:00

Mi. 13.2. / 20:00 * mit Diskussion

Ich seh, ich seh / DAS UNHEIMLICHE

Ein einsames Haus auf dem Land zwischen Wäldern und Feldern. Die weiße sterile Einrichtung steht im harten Kontrast zur wilden Natur draußen. Hier warten zwei zehnjährige Zwillingsjungen auf die Rückkehr ihrer Mutter. Doch diese hat sich einer Schönheitsoperation unterzogen, und ihre Söhne erkennen sie nicht wieder, als sie mit einbandagiertem Gesicht nach Hause kommt. Schlimmer als das ist das strenge kalte Auftreten der Mutter ihren Kindern gegenüber. War sie früher herzlich und liebevoll, so ist jetzt nichts mehr davon zu spüren. Die Zwillinge wollen die Wahrheit über die scheinbar fremde Frau herausfinden, koste es, was es wolle. Ein existentieller Kampf um Identität und Urvertrauen entspinnt sich.

Das österreichische Autorenduo Franz und Fiala zu ihrem Spielfilmdebut: »Wir lieben körperliches Kino. Kino, das physisch überwältigt. Wir wollten einen Film machen, der etwas über unser Leben zu erzählen hat und dabei nervenzerfetzend ist.«

In Kooperation mit der »Bremer Psychoanalytische Vereinigung e.V.«

A 2014, Regie: Veronica Franz, Severin Fiala, mit Susanne Wuest, Lukas und Elias Schwarz, 99 Min.

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»Das Genre ist kein Witz – Veronika Franz und Severin Fiala zeigen mit „Ich seh, ich seh“, was ein Genrefilm, der sich ernstnimmt, alles möglich macht.« (taz)

»Die Mutter kommt nach einer Gesichts-OP heim, und ihre beide Söhne spüren: Sie ist nicht mehr dieselbe. Eine bürgerliche Horrorvision aus Österreich.« (Zeit)