FILM DES MONATS

Es gibt sie, diese Momente, in denen das Licht im Kinosaal langsam wieder angeht und wir noch lange sitzen bleiben, weil wir wissen, dass wir gerade etwas wirklich außergewöhnliches gesehen haben. Manche Filme wirken in uns nach – auch noch lange nach dem Kinobesuch. Unser Film des Monats ist die monatliche Empfehlung unserer Programmmacher*innen: Individuell ausgewählte Filme, die uns besonders beeindruckt haben. Einige, weil sie auf bemerkenswerte Weise aktuell relevante Themen verhandeln und unsere Sicht verändern, andere, weil sie sich durch eine außergewöhnliche Ästhetik auszeichnen, emotional berühren oder neugierig auf das Werk aufstrebender Filmschaffender machen. Der Film des Monats ist häufig aktuell, muss es aber nicht sein – auch Klassiker und neu entdeckte Filmschätze vergangener Jahre und Jahrzehnte finden ihren Platz.

Fr. 2.3. + Mi. 14.3. + Di. 20.3. + Sa. 24.3. / 20:30

Di. 6.3. + Mo. 12.3. + So. 18.3. + Mi. 28.3. / 18:00

Marlina - Die Mörderin in vier Akten

In Kürze werde er und seine Freunde sie berauben und vergewaltigen - jetzt aber erst einmal eine Hühnersuppe! Für alle! Mit dieser brutalen Begrüßung dringt ein Fremder ins abgelegene Haus der zarten Witwe Marlina ein. Die Hühnersuppe wird es geben und etwas besondes Scharfes zum Nachtisch. Seit dem Tod ihres Mannes lebt Marlina allein in ihrem kleinen Haus auf der indonesischen Insel Sumba, wo die Brutalität der Männer alltäglich ist. Für Männer wie Markus , der mit seinen Kumpanen durch die Gegend marodiert, scheint Marlina deshalb eine leichte Beute. Aber sie ist kein wehrloses Opfer. Ein einziger Schlag mit einer Machete verändert das Machtgefüge. Mouly Suryahat hat eine Art indonesischen Rachewestern gedreht. Die Männer, die Marlina erniedrigen, werden eines Besseren belehrt: sie und ihre Leidensgenossinnen haben genug und üben Rache. Die Frauen handeln, um die Macht über ihr Leben zurückzugewinnen.

INO 2018, Regie: Mouly Surya, mit  Marsha Timothy, Dea Panendra, Yoga Pratama, 94 Min., indonesische OmU

„Es ist eine Landschaft, die im Kino mit einem Genre verbunden ist, auf das sich Mouly Surya offensichtlich bezieht: „Marlina“ ist ein asiatischer Spaghetti-Western, und ein offensichtlich feministischer noch dazu... Das Repertoire der wortkargen Helden, die nur im äußersten Notfall, dann aber kühl und nachdrücklich handeln, wird hier den indonesischen Frauen erschlossen.“ Kritik von Bert Rebhandl in der FAZ