Jazz'n'the Movies V

Jazz ist ein vielseitiger Musikstil und wird im Film in vielfältiger Form inszeniert oder eingesetzt. Es gibt Dokumentar- und Konzertfilme über Jazz und die Soundtracks von Spiel-, Animations- und Experimentalfilmen nutzen Jazz ebenfalls. Ein Großteil der Jazzfilme sind Biopics - biographical motion pictures, die die Lebensgeschichte einer Person – in unserem Fall eines Jazzmusikers – erzählen.
In unserem nun schon fünften Programm von „Jazz ´n´n the Movies“ haben wir wieder versucht, eine Mischung der verschiedenen Genres zusammenzustellen. So gibt es neben zwei Spielfilmen vier Filme aus dem Bereich Dokumentarfilm bzw. Biopics.
Die Reihe wurde von Ernst Steinhoff (Dozent für Jazzgeschichte) und Karl-Heinz Schmid (CITY 46) kuratiert. Alle Filme werden von Jazzfachleuten vorgestellt.
In Kooperation mit dem Freundes- und Förderkreis Jazz in Bremen / www.jazz-in-bremen.de und der Messe Jazzahead 2017

Einzelvorstellungen: 9 € / 5,50 € erm. / 4 € KoKi-Mitglieder
Dauerkarte: 20 € / 14 € erm. / 10 € KoKi-Mitglieder

Mi. 22.3. / 20:30 * Einführung: Uli Beckerhoff, Jazzmusiker

Der Mann mit dem goldenen Arm

Der Profikartenspieler Frankie Machine sitzt wegen seiner Heroinsucht im Gefängnis. Während einer sechsmonatigen Haftstrafe lässt er sich zum Schlagzeuger ausbilden. Nach seiner Entlassung möchte Frankie als Jazzmusiker in Chicago ein neues Leben anfangen. Er kehrt nach Hause zu seiner Ehefrau Sophia zurück, die seit einem von ihm verschuldeten Autounfall im Rollstuhl sitzt. Und die alten Kumpel lassen nicht locker. Die Musik stammt vom Film-Komponisten Elmar Bernstein, der sich nur für diesen Film an Jazzmusik gewagt hat.

USA 1955 Regie: Otto Preminger, Musik: Elmar Bernstein, mit Frank Sinatra, Kim Novak und Eleanor Parker, 119 Min., OmU

Mi. 29.3. / 20:30 * Einführung: Ernst Steinhoff, Dozent für Jazzmusik

Das Messer im Wasser

Der Segelausflug eines Sportredakteurs mit seiner jüngeren Frau wird durch das Auftauchen eines jungen Herumtreibers zur Zerreißprobe für deren Beziehung. Polanskis erster Spielfilm gilt als Start für seine internationale Karriere. Komedas sinnlicher Jazz- Soundtrack kommentiert virtuos das Geschehen an Bord des Schiffes. Polanski über Komeda: „Seine Musik war kühl und modern, aber in ihr schlug ein warmes Herz. Er war der Filmmusiker par excellence. Er gab meinen Filmen Wert. Sie würden wertlos sein ohne seine Musik.“ Der Film gewann u.a. den Kritikerpreis bei den Filmfestspielen in Venedig und wurde für den Oscar als „bester fremdsprachiger Film“ nominiert.

Polen 1962, Regie: Roman Polanski, mit Leon Niemczyk, Jolanta Umecka, Musik: Krzysztof Komeda, 90 Min.

Vorfilm: Zwei Männer und ein Schrank (Polen 1958, Regie: Roman Polanski, Musik: K. Komeda 20 Min.)

Mi. 5.4. / 20:30 Einführung: Ed Kröger, Jazzmusiker
Do. 6.4. + Fr. 7.4. / 20:30

Oh Horn! Albert Mangelsdorff – Posaune

Über einen Zeitraum von vier Jahren (1976-1980) begleitet Regisseurin Lucie Herrmann den Musiker Albert Mangelsdorff und sein Instrument. Die Musikstücke sind in ihrer vollen Länge zu erleben und ruhige Kameraeinstellungen erlauben eine intensive Kommunikation zwischen Zuschauer und Musiker. Mangelsdorff berichtet von seiner Suche, der Posaune neue und unbekannte Töne zu entlocken. Im zweiten Teil des Films schildert er seine musikalische Entwicklung vom Geigenschüler zu einem der bedeutendsten Jazzmusiker seiner Zeit.

D 1980/2015, Regie: Lucie Herrmann, 58 Min.

Mi. 12.4. / 20:30 * Einführung: Arne Schumacher, Nordwestradio

Blue Note – A Story of Modern Jazz

Mit ihren Plattenaufnahmen dokumentiert BLUE NOTE RECORDS den Zeitgeist eines halben Jahrhunderts und verhalf dem Jazz zu Weltruhm. Die Reihe großer Namen des Labels ist schier endlos. Regisseur Julian Benedikt spannt den Bogen von den Anfängen 1939 mit Boogie Woogie über Swing, Bebop, Modern Jazz, Avantgarde bis in die heutige Zeit. Die Jazzmusiker berichten über sehr ungebundene Arbeitsbedingungen, die zu Experimenten und musikalische Innovationen anregten. Dieser Film ist einer der erfolgreichsten Filme über Jazz und zugleich ein Zeugnis für die Leidenschaft und Visionen der beiden Gründer des legendären Plattenlabels.

D/USA 1997, Regie: Julian Benedikt, 91 Min., teilw. OmU

Mi. 19.4. / 20:30 * Einführung: Will Friedmann, Vorsitzender des Freundes- und Förderkreis „Jazz in Bremen“
Do. 20.4. / 20:30
Mo. 24.4. / 18:00

As Time Goes by in Shanghai

Sie haben eine bewegte Geschichte hinter sich, die sechs chinesischen Jazzmusiker zwischen 70 und 90 Jahren. Sie sind nicht die beste Band der Welt, aber die älteste. Sie nennen sich die „Peace Old Jazz Band“ und spielen seit 30 Jahren jeden Abend im legendären „Peace Hotel“ in Shanghai. Auf der Bühne laufen sie zur Hochform auf, mit lautem Schmettern und vibrierenden Melodien trotzen sie der geschichtsvergessenen Gegenwart in Shanghai. Ihrer Liebe zum Jazz sind sie über Jahrzehnte treu geblieben. Und die Gegenwart ist nicht weniger aufregend. Regisseur Uli Gaulke begibt sich mit den alten Herren und ihrem findigen Manager auf ihr größtes Abenteuer: die Reise nach Europa zum Jazz-Festival in Rotterdam.

D 2013, Regie: Uli Gaulke; 93 Min., OmU

Mi. 26.4. / 20:30 * Einführung: Siggi Busch, Jazzmusiker

Eberhard Weber –Rebell am Bass

Eberhard Weber hat das Bassspiel revolutioniert. Er gilt als Erfinder des E-Kontrabasses und hat damit internationale Jazzgeschichte geschrieben. Webers Wirken und Einfluss auf die Jazz-Welt werden von Regisseur Julian Benedikt durch sorgfältig recherchiertes Footage-Material aus Musik-Archiven belegt. Konzertmitschnitte des oft als unbequem bezeichneten Musikers mit berühmten Weg- und Bandgefährten, wie z. B. Pat Metheny, Gary Burton, Jan Gabarek und Michael di Pasqua verdeutlichen die Bedeutung Eberhard Webers als Musiker und Komponist.
2007 wurde Eberhard Webers beispiellose Karriere durch einen Schlaganfall jäh beendet. Auf Grund seiner Krankheit lebt er sehr zurückgezogen in Vic Saint Anastasie in Frankreich. In dem 60-minütigen Dokumentarfilm begegnet der Zuschauer einer großen Musiker-Persönlichkeit und einem außergewöhnlichen Menschen, der gelernt hat, seinen Zustand zu akzeptieren.

D 2016, Regie; Julian Benedikt, 90 Min.