Alternativ und Nachhaltig / Filme und Vorträge

Eine Veranstaltung des ASTA in Kooperation mit dem Kommunalkino Bremen.

Alle reden über die Klimakrise. Damit dies nicht nur im Hörsaal auf dem Universitätscampus und in den Gremien der Bürgerschaft passiert, lädt der Allgemeine Studierendenausschuss ASTA renommierte Wissenschaftler*innen ins Kommunalkino City 46 ein. Jeden Mittwoch im Juni heißt es ab 19:00h: zuhören, hinschauen und mitdiskutieren.

In der vierteiligen Reihe werden alternative Perspektiven zur Nachhaltigkeit in Vorträgen und Filmen thematisiert. Im Fokus stehen nicht nur die Auswirkungen von Plastik auf die Weltmeere, die Entwicklungsziele der UN und der Nachhaltigkeitsdiskurs aus Genderperspektive, sondern auch Menschen und internationale Projekte, die Mut zum Kampf gegen die Klimakrise machen.

– Eintritt frei –  Zum Veranstaltungsflyer

 

Mittwoch, 5. Juni

19:00 - Vortrag: Ozeane im Klimawandel

Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner, Alfred-Wegener-Institut

Wie ist die Klimakrise entstanden und was sind ihre Auswirkungen auf die Weltmeere? Über die Vorteile des UN-Klimaübereinkommens von Paris 2015 und die Möglichkeiten für Veränderungen. Darüber hinaus wird Thema sein, wie wenig Zeit bleibt, um die Ziele des Übereinkommens noch zu erreichen.

 

20:30 - Film: The Green Lie
Was ist »Greenwashing« und wie nachhaltig kann Konsum überhaupt sein? Der Regisseur von »Plastic Planet« (2009) zeigt auf seiner Reise um den Globus, wie grüne Produkte tatsächlich hergestellt werden.

AT 2018, Regie: Werner Boote, 93 Min., DF

Mittwoch, 12. Juni

19:00 - Vortrag: Nachhaltigkeit aus Genderperspektive

Prof. Dr. Ines Weller, artec Forschungszentrum Nachhaltigkeit

In welcher Beziehung stehen Nachhaltigkeit und Gender? Über Ambivalenzen und neue Erkenntnisse durch die Thematisierung von Gender im Nachhaltigkeitsdiskurs.

Nach der Einführung in die Beziehungen zwischen Nachhaltigkeit und Gender auf konzeptioneller Ebene wird anhand von Beispielen vorgestellt, welche neuen Erkenntnisse und Sichtweisen auf eine nachhaltige Entwicklung durch Genderanalysen möglich werden.

 

20:30 - Film: Taste the Waste
Welche Folgen hat die globale Nahrungsmittel-Vernichtung für das Klima? Über die tagtägliche Entsorgung genießbarer Lebensmittel und die einhergehende Ressourcenverschwendung.

Mehr als die Hälfte unserer Lebensmittel landet im Müll! Das meiste schon auf dem Weg vom Acker in den Laden. 50 Prozent aller Lebensmittel werden weggeworfen. Welche Folgen hat die globale Nahrungsmittel-Vernichtung für das Klima? Und für die Ernährung von sieben Milliarden Menschen? Der Film findet Antworten bei Bauern, Supermarkt-Direktoren, Müllarbeitern und Köchen und in Deutschland, Österreich, Japan, Frankreich, Kamerun, Italien und den Vereinigten Staaten.

D 2011, Regie: Valentin Thurn, 92 Min.

Mittwoch, 19. Juni

19:00 – Vortrag: Die Plastisphäre: Mikroplastik in den Meeren und im Alltag

Dr. Sven Bergmann, Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven

Wie wirkt sich die Ansammlung von Mikroplastik-Partikeln auf Ökosysteme im Wasser aus? Über die Entstehung der »Plastisphäre« als Lebensraum zwischen natürlich und synthetisch.

Die Ansammlung von Plastik in den Ozeanen, insbesondere von Mikroplastik-Partikeln (< 5mm) hat dazu geführt, dass neue Habitate, Lebensräume und Ökosysteme im Wasser entstanden sind. Diese stellen herkömmliche Grenzziehungen, von dem was, natürlich und synthetisch, was hier hingehört und was nicht, elementar in Frage. Die Definition von Mikroplastik wird, so Bergmanns These, die Definition von Müll sowie den Umgang mit Kunststoffen grundlegend verändern.

Plastik und die Plastisphäre laden dabei aber nicht nur ein, grundlegende Kategorien (im Wasser, an Land und in der Luft) in Frage zu stellen, sondern ebenso wie die Problematisierung der globalen Erwärmung zu einer Infragestellung der dominanten Produktions- und Lebensweise auf diesem Planeten.

 

20:30 - Film: A Plastic Ocean

Welche globalen Effekte hat die Plastikverschmutzung auf den blauen Planeten Erde? Über den Weg von Plastikpartikeln zurück in unsere Nahrungskette sowie Lösungsansätze zwischen Politik und Technologie.

Der über einen Zeitraum von fünf Jahren entstandene Dokumentarfilm macht auf die Folgen der Verschmutzung unserer Weltmeere durch Plastikmüll aufmerksam. An über 20 Drehorten recherchierte das Produktionsteam zusammen mit Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen, wie Plastik in die Ozeane gelangt und sich dort ansammelt.

Aufnahmen vom sog. »Great Pacific Garbage Patch« (großer pazifischer Müllfleck) stellen im Wechselspiel mit zu solchen von intakter Unterwasserwelt das aktuelle Ausmaß der Klimakrise in den Mittelpunkt.

NL 2016, Craig Leeson, 102 Min., Bremer Premiere, OmU

Mittwoch, 26. Juni

19:00 – Vortrag: Climate Footprint und die 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung

M.A. Désirée Diering, Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien Nord

Woraus setzt sich mein ökologischer Fußabdruck zusammen und wie groß ist er? Über die Schwierigkeit, den eigenen Alltag nachhaltiger zu gestalten, und wie es dennoch klappen kann.

 

20:30 - Film: Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen

Ist die Welt noch zu retten? Was könnte jede/r von uns tun, um die Welt zu retten? Über zehn verschiedene Lösungsansätze auf allen Kontinenten und Menschen, die Mut zum Kampf gegen die Klimakrise machen.

Als die Schauspielerin Mélanie Laurent (Inglourious Basterds, Beginners) und der französische Aktivist Cyril Dion eine Studie lesen, die den wahrscheinlichen Zusammenbruch unserer Zivilisation in den nächsten 40 Jahren voraussagt, wollen sie sich mit diesem Horror-Szenario nicht abfinden. Schnell ist ihnen klar, dass die bestehenden Ansätze nicht ausreichen, um einen breiten Teil der Bevölkerung zum Handeln zu bewegen. Also machen sich die beiden auf den Weg. Sie besuchen zehn Länder und sprechen mit Wissenschaftlern, Landwirten, Umweltschützern und Organisationen. Mit ihnen suchen sie nach Antworten, wie die Energiewende und der Umweltschutz nachhaltig umgesetzt werden sollten.

Cyril Dion und Mélanie Laurent wurden für ihren Film im Februar 2016 in Frankreich mit dem nationalen Filmpreis César ausgezeichnet.

USA/ISL/FIN/F 2015, Regie: Mélanie Laurent, Cyril Dion, 120 Min, frz. OmU