CINEMA OBSCURE / Filmreihe

Die Filmgenres Horror, Science-Fiction, Fantasy, Phantastik, Obskuritäten, Psychotronik, Trash und Experimentales kommen im Kino oft zu kurz. Für die Präsenz unterschlagener Filmkulturen setzt sich das »Cinema Obscure« einmal im Monat ein. Eine Konspiration für besseres Kino - in Zusammenarbeit mit Drop-Out Cinema.

Fr. 28.6. / 22:30

The Wild Boys / CINEMA OBSCURE

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begehen fünf Jungs aus gutem Hause, die dem Okkulten huldigen, ein scheußliches Verbrechen. Daraufhin werden sie einem alten niederländischen Kapitän anvertraut, der ihnen auf seinem Kahn mit harter Hand wieder Zucht und Ordnung beibringen soll. Von der Schikane erschöpft und mit den Kräften am Ende, bereiten sie heimlich eine Meuterei vor – und stranden auf einer Insel voller bizarrer Gewächse, von denen eine mysteriöse Kraft ausgeht. Nach einiger Zeit beginnt der Zauber der Insel sie zu verändern.

»Ungehemmt und zutiefst bizarr. Mandico hat einen unbändig seltsamen Debütfilm abgeliefert.« (The Guardian). Frei nach dem Beat Generation-Roman »The Wild Boys: A Book of the Dead« (1971) von William S. Burroughs, der u.a. David Bowie zu Ziggy Stardust inspirierte.

Les Garçons sauvages - F 2017, Regie: Bertrand Mandico, mit Pauline Lorillard, Vimala Pons, Diane Rouxel, 111 Min., frz. / engl. OmU, s-w/Farbe

Links zum Film und Weiterlesen

 

»Ungehemmt und zutiefst bizarr. Mandico hat einen unbändig seltsamen Debütfilm abgeliefert.« (Vollständige Kritik auf Englisch / The Guardian)

»An exciting sail on the waters of gender fluidity that energetically skewers any notion of the binary. Sexually charged, gender-twisting ‘The Wild Boys’ recalls early Todd Haynes« (Vollständige Kritik auf Englisch / Los Angeles Times)

»Jean Cocteau meets David Lynch with a good dash of Colette in Bertrand Mandico's sensationally trippy 2018 release, Wild Boys.« (Vollständige Kritik auf Englisch / Huffington Post, medium.de)

»It's all a bit too ludicrous to be sensuous or unsettling, or ultimately all that insightful.« (Vollständige Kritik auf Englisch / New York Times)

IM RAHMEN DER FILMREIHE WURDEN IN DEN VERGANGENEN MONATEN BEREITS GEZEIGT:

Fr. 10.5. / 22:30 * mit Einführung von Janna Heine (FU Berlin)

Under the Shadow / CINEMA OBSCURE

Teheran in der 1980ern: Aus politischen Gründen wird Shideh eine Fortsetzung des Medizinstudiums verwehrt. Es ist die Zeit des konservativen Umbruchs unter Ayatollah Khomeini und des Golfkriegs. Während ihr Mann, selbst Arzt, zum Militärdienst im Iran-Irak-Krieg einberufen wird, bleibt sie allein mit Tochter Dorsa in ihrer Wohnung in Teheran zurück. Durch die Ereignisse wird Shideh immer weiter aus dem öffentlichen Leben in die Hölle der Vereinsamung und Isolation gedrängt. Mit den irakischen Raketen fallen auch Geister in Shidehs Heim ein. Die Dschinns - das legen zumindest die Prophezeiung eines stummen Jungen und das Geraune seiner abergläubischen Tante nahe, stammen aus der vorislamischen Zeit und sind durchaus ambivalente Dämonen, sie können ebenso als Schutzgeister wirken wie als teuflische Dämonen. Doch auch draußen warten Dämonen in Gestalt autoritärer Revolutionswächter.

Babak Anvaris Debutfilm verknüpft intelligent Erzählungen der persischen Mythologie mit politischer Zeitgeschichte und wurde dafür in Sundance gefeiert.

Janna Heines Vortrag am Samstagvormittag zeichnet an dem ersten Haunted-House-Horrorfilm im Iran die Bedrohung familiärer Souveränität durch das islamische Regime nach.

GB/KAT/JOR 2016, Regie: Babak Anvari, mit Avin Manshadi, Narges Rashidi, 84 Min., farsi OmengU

Pressestimmen

 

»Under the Shadow lugt mit blinzelndem Auge in das subversive Leben iranischer Frauen.« Jonas Gröne, Filmverliebt http://www.filmverliebt.de/under-the-shadow-kritik-zur-persischen-horrorperle/  

 

»Under its scares, Under the Shadow serves as an impassioned allegory for female oppression – but Anvari doesn’t shortchange horror fans. He delivers an entertainment that’s fun to watch, and subversively incisive for those willing to read between the lines.« Nigel M. Smith, The Guardian https://www.theguardian.com/film/2016/feb/05/under-the-shadow-review-feminist-horror-film-sundance-film-festival

 

»The two leads, Rashidi and Manshadi, create a relationship prickling with tension and impatience, exploding into mutual rage and suspicion. It is amazing to consider that this is Manshadi's debut.« Sheila O’Malley, Rogerebert.com https://www.rogerebert.com/reviews/under-the-shadow-2016  

 

Interview mit Babak Anvari https://www.eyeforfilm.co.uk/feature/2016-03-03-babak-anvari-interview-about-under-the-shadow-feature-story-by-amber-wilkinson

Sa. 27.4. / 22:30

Mega Time Squad / CINEMA OBSCURE

Als der Kleinganove John ein antikes chinesisches Armband findet, ahnt er nichts Böses. Das unscheinbare Artefakt entpuppt sich jedoch schon bald als wundersames Instrument, denn es ermöglicht dem Besitzer, durch die Zeit zu reisen und so den Verlauf der Geschichte zu ändern. John probiert dies natürlich aus, um einige Fehler in seiner Vergangenheit auszumerzen. Doch dann beschließt John, das geheimnisvolle Armband einzusetzen, um nach seinem nächsten Überfall ungestraft davonzukommen. Ganz so einfach ist es dann jedoch nicht.

»'Mega Time Squad' is a hilarious romp, a time-travel comedy that mixes action with the supernatural.« (812filmreviews)

NZ 2018, Regie: Tim Van Dammen, mit Jonny Brugh, Anton Tennet, Milo Cawthorne, 86 Min., engl. OmU

Zum Weiterlesen

»A grounded sci-fi mini-odyssey with lots of creativity and even more laugh-out-loud gags.« (Vollständige Kritik auf Englisch / RogerEbert.com)

»The script is foul-mouthed and very funny, revelling in its distinctly Kiwi rhythm and dialogue. There's a dry wit to the gags, frequently bordering on absurdism. « (Vollständige Kritik auf Englisch / New Zealand Harald)

»Mega Time Squad is an event that should be repeated.« (Vollständige Kritik auf Englisch / 812filmreviews)

Sa. 9.3. / 23:00

Luz / CINEMA OBSCURE

Luz, Taxifahrerin lateinamerikanischer Herkunft, schleppt sich verwundet nach einem Unfall zur nächsten Polizeistation. Dort gibt sie an, von einem Dämon verfolgt zu werden. Die Polizei zieht den Psychologen Dr. Rossini zu Rate, er soll mittels Hypnose herausfinden, was im Kopf der jungen Frau vor sich geht. Der Versuch, sich in Luz‘ Psyche hineinzuversetzen gelingt zwar, doch löst Dr. Rossini damit eine Serie von Ereignissen aus, die niemand mehr kontrollieren kann. Luz macht in Trance ihre Erinnerung und Imagination zur Wirklichkeit. Alle stehen unter einem Bann, während sich die dämonischen Kräfte zu manifestieren beginnen und Vergangenheit, Fantasie und Realität zunehmend miteinander verschwimmen.

„Luz“ ist das Erstlingswerk von Tilman Singer, der den Film ursprünglich als Abschlussarbeit an der Kunsthochschule für Medien in Köln gedreht hat. Antje Wessels (filmstarts.de) bezeichnet den Film als audiovisuelles Feuerwerk, dem man sich nicht entziehen kann.

D 2018, Regie: Tilman Singer, mit Luana Velia, mit Julia Riedler, Jan Bluthardt, 70 Min., OmU

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„Regie-Newcomer Tilman Singer gelingt mit „Luz“ ein hochästhetischer Thriller im Stile klassischer italienischer Horrorfilme, in dem sich die Musik, die Bilder und die betont lückenhafte Story zu einem beispiellosen Faszinosum zusammenfügen.“ (filmstarts)

„Besessenheit, Trauma, Psychospiele und das Böse – eine Art Kammerspiel, doch in der Kammer steckt alles drin, was einen Horrorfilm ausmachen sollte. Nicht die Schocks, nicht Blut und Ekel. Sondern ein Nervenzerren, ein Unter-die-Haut-gehen. Eine Symbiose von Handlung, Set-Design, Musik. Und die Frage, ob es so etwas wie ein unschuldiges Böses gibt.“ (kinozeit)

So. 24.2. bis Mi. 27.2. / 20:00

Do. 28.2. / 20:30

Suspiria / CINEMA OBSCURE

Die junge Amerikanerin Susie Bannion kommt 1977 zum Studium an der renommierten Tanzakademie Markos nach Berlin. Während Susie unter der revolutionären künstlerischen Leiterin Madame Blanc außergewöhnliche Fortschritte macht, freundet sie sich mit der Tänzerin Sara an. Als eine Tanzkollegin unter mysteriösen Umständen verschwindet, kommt deren Psychotherapeut Dr. Klemperer einem dunklen Geheimnis der Akademie auf die Spur. Auch Susie und Sara ahnen, dass sich hinter der Fassade von Madame Blanc und ihrer Tanzschule etwas ganz anderes verbirgt.

Dank der exzellenten Besetzung und dem einschlägigen Soundtrack von Thom Yorke (Radiohead), ist Regisseur Luca Guadagnino („Call me by your name“) mit „Suspiria“ ein brillantes Remake von Dario Argentos Klassiker gelungen. Mit unvergesslichen Bildern hat der Oscar®-nominierte Regisseur ein fesselndes Meisterwerk geschaffen, das einem den Atem raubt.

I/USA 2018, Regie: Luca Guadagnino, mit Dakota Johnson, Tilda Swinton, Mia Goth, Jessica Harper, 152 Min., engl. / ital. OmU

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»Luca Guadagnino hat mit „Suspiria“ kein Remakes des Originals von Dario Argento gemacht, sondern sein ganz eigenes, neues Werk erschaffen. Noch immer geht es um eine Tanztruppe in Deutschland, die von mysteriösen Frauen geleitet wird. Doch es geht um so so so viel mehr.« (Vollständige Kritik / Kino-Zeit)

»Statt im Respekt vor Argento zu erstarren, erschafft Luca Guadagnino seine ganz eigene Vision: ein kühner, exzessiver Trip ins Vieldeutige, glänzend gespielt und getanzt, mit hypnotischer Musik von Thom Yorke.« (Vollständige Kritik / epd-Film)