QUEERFILMNACHT

Die queerfilmnacht vereint die beiden bisherigen Filmprogramme – die rein lesbisch ausgerichtete L-Filmnacht und die schwule Gay-Filmnacht – und öffnet sich zugleich gegenüber Filmen, die auch andere sexuelle Identitäten wie Bisexualität, Transgender, Intersexualität usw. thematisieren.

Die queerfilmnacht wird in enger Kooperation mit dem SISSY-Blog programmiert, dem neuen Zuhause des SISSY-Magazins. Die SISSY, 2008 als Printmagazin gegründet, galt mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren und über 5.500 Abonnenten bis zu ihrer vorübergehenden Einstellung im Herbst 2015 als wichtigstes queeres Filmmedium in Deutschland und erfreute sich vor allem innerhalb der schwul-lesbischen Szene einer enormen Bekanntheit.

Im August 2016 ging die SISSY als Online-Magazin www.sissymag.de mit dem bewährten inhaltlichen Fokus und zahlreichen neuen Formaten an den Start. Die queerfilmnacht wird in der SISSY umfangreich präsent sein.

Fr. 15.6. / 20:30

Marvin

Martin Clement, geboren Marvin Bijou, ein junger schwuler Mann, aufgewachsen in einem konservativen Dorf der Vogesen in sozial prekären Verhältnissen, kann sein Leben und die Menschen um sich herum nicht länger ertragen. Schon in seiner Kindheit wegen seiner angeblichen »Weichheit« gemobbt, ahnt er seine Homosexualität. Einzig seine Lehrerin Mme Clément gibt ihm Halt, sie erweckt in ihm seine Liebe zum Theater und zur Schauspielerei. Angetrieben von dem Wunsch, sein Leben und seine Identität zu verändern, flieht er – vor seiner schmerzhaften Vergangenheit, vor seiner Familie, vor seinem Elternhaus, vor der Tyrannei seines Vaters – und verarbeitet seine Geschichte in einem Theaterstück. Doch zu welchem Preis?
Einfühlsam erzählt der Film, der zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft springt, die Geschichte eines jungen Mannes, der seinen Weg geht, um seinen Platz im Leben zu finden.
Gewinner des Queer Lion Awards 2017 in Venedig.

Inspiriert durch den gefeierten Bestseller »Das Ende von Eddy« des französischen Autors Édouard Louis, der die literarische Version zu den Thesen in der autobiografischen Analyse »Rückkehr nach Reims« aufgestellten Thesen des französischen Philosophen und Soziologen Didiers Eribon liefert. Arbeiterfamilien, Homosexualität, soziale Scham – Themen, die die beiden Autoren eint – insbesondere die Kritik an Vorurteilen, rassistischen und ausgrenzenden Strukturen. Beide Autoren fragen, warum moderne Gesellschaften in der Gefahr sind, ihre eigene Identität in der Ausgrenzung anderer zu suchen.

»Ein fantastischer Film über einen jungen Mann, der sich gegen sein soziales Milieu emanzipiert.« (Ouest France)

MARVIN OU LA BELLE ÉDUCATION - F 2017, Regie: Anne Fontaine, mit Isabelle Huppert, Finnegan Oldfield, Catherine Mouchet, Gregory Gadebois, 115 Min., frz. OmU