NEU IN BREMEN

Do. 7.6. + Sa. 9.6. bis Di. 12.6. + Sa. 16.6. / 20:00
So. 1.7. bis Mi. 4.7. / 20:00

Camino a La Paz

Sebastián hat zwei Leidenschaften: Die Rockband »Vox Dei« und seinen alten, aber gut gepflegten- und heißgeliebten, Peugeot 505. Frisch verheiratet und pleite, hört er zufällig von einer Stelle als Chauffeur, die er schon wegen der großzügigen Bezahlung nicht ablehnen kann: Sebastián soll Jalil, einen älteren Herrn und strenggläubigen Muslim von Buenos Aires in Argentinien in die 3.000km entfernte bolivianische Metropole La Paz fahren. Die Fahrt entpuppt sich allerdings als Zerreißprobe für Sebastians Nerven: Jalil isst in Sebastiáns geliebtem Peugeot, lädt ungefragt Mitfahrer ein und verlangt permanent Gebets- und Toilettenpausen. Auf dem Dach befindet sich noch Jalils sperriges Dialysegerät, das er zum Überleben braucht. Eigentlich hat Jalil die Reise minutiös geplant, doch dann kommt alles ganz anders.

»Regisseur Francisco Varone entführt auf eine von den rockigen Blues-Klängen der, bereits seit 50 Jahren bestehenden, argentinischen Band Vox untermalte Reise, mit humorvoll-unterhaltsamen sowie dramatischen Episoden, auf der zwei unterschiedliche Weltanschauungen und Lebenskonzepte zusammenprallen.« (Unabhängiges Filmfest Osnabrück)

Der Weg nach La Paz – ARG 2015, Regie: Francisco Varone, mit Rodrigo de la Serna, Ernesto Suárez (II), Elisa Carricajo, 94 Min., span. OmU

Filmfest Osnabrück (mit Trailer): https://www.filmfest-osnabrueck.de/camino-a-la-paz/

»Das Taxi als Topos der kleinsten territorialen Einheit erhält in »Camino a La Paz« eine unaufdringliche, plausible Variation. Unterschiedliche Lebensentwürfe begegnen sich hier kurzzeitig, intensiv und hinterlassen Spuren. In »Camino a La Paz« wird der Roadmovie zur Pilgerfahrt. Ein Buddy-Movie als Bildungsroman. Der Film überzeugt durch seine lakonische, genau beobachtete und warmherzige Erzählweise.« (Film des Monats Juni 2018 der Jury der Evangelischen Filmarbeit)

Sa. 2.6. + So. 3.6. + Di. 5.6. / 18:00
Mo. 4.6. / 20:30

Taste of Cement – Der Geschmack von Zement

Ziad Kalthoum war Soldat, ließ die Schlachtfelder des inzwischen siebenjährigen syrischen Bürgerkriegs aber hinter sich und ersetzte das Gewehr durch eine Kamera. In »Taste of Cement« porträtiert er syrische Flüchtlinge. Mehr als eine Million Menschen flüchteten vor dem Krieg in den Libanon. Viele von ihnen leben als Arbeiter auf Beiruts Großbaustellen, wo sie Wolkenkratzer in die Höhe ziehen, während jenseits der Grenze ihre Häuser in Trümmer gebombt werden. Die Nächte verbringen sie in einem Kellerloch unterhalb der Rohbauten, wo sie leben, kochen und schlafen; für Flüchtlinge gilt nach 19 Uhr eine Ausgangssperre. Von der Heimat abgeschnitten, versammeln sie sich Abend für Abend vor einem kleinen Fernseher – in der Hoffnung, Neuigkeiten aus Syrien zu erfahren.

Ein eindringliches, schmerzhaftes Essay darüber, was es bedeutet, im Exil ohne Rückkehrmöglichkeit in die Heimat in einer Welt voller Kriege zu leben. Eine überzeugende Kameraführung, ein ungewöhnlicher Schnitt und eine traumähnliche Erzählstruktur machen diese couragierte, ideenreiche und optisch ansprechende filmische Arbeit zu einer bemerkenswerten Dokumentation.

»An intimate memoir as well as a moving social document, it is also a work of great audiovisual power and lyricism.« (Artforum)

D/SYR/LIB/VAE/KAT 2017, Regie: Ziad Kalthoum, 89 Min., arab. OmU

»Die menschliche Präsenz ist ohnehin prekär in diesem Dokumentarfilm, der seinen Titel »Taste of Cement« beim Wort nimmt und die Verwendung des Zements mit staunenswerter Neugierde in den Blick nimmt. Er umfängt den prosaischsten aller Baustoffe mit wachsamer Poesie.« Filmkritik auf EPD-Film