Caligari Filmpreis

Jedes Jahr seit 1986 wird auf der Berlinale ein stilistisch und thematisch innovativer Film aus dem Programm des Internationalen Forums des Jungen Films mit dem Caligari-Filmpreis ausgezeichnet.
Die Auszeichnung des Bundesverbandes kommunale Filmarbeit wird traditionell von den Kommunalen Kinos und der Europäischen Film Philharmonie gestiftet.
Mehr Infos unter: http://www.kommunale-kinos.de/service/caligari-filmpreis-berlinale/

Di. 5.6. / 20:30 * mit Regisseur Joshua Bonnetta
Mi. 6.6. / 18:00

El mar la mar

Gnadenlos brennt die Sonne auf die Sonora-Wüste nieder und auf alle, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben die lebensgefährliche Flucht von Mexiko in die USA auf sich nehmen. Der Horizont scheint in unendlicher Weite, tödliche Gefahren lauern überall, offizielle und selbsternannte Grenzschützer tun ihren Dienst. Am besten bewegt es sich im Dunkel der Nacht; tagsüber lassen Hitze und Sonneneinstrahlung Tiere und Menschen verenden ... 
Virtuos verwebt »El mar la mar« grandiose 16-mm-Aufnahmen von Natur- und Wetterphänomenen, Tieren, Menschen und ihren Fährten mit einer vielstimmigen Tonspur zu einer kinematografischen Erkundung des Lebensraums Wüste, zum vielschichtigen Panorama eines hochgradig politisierten Landstrichs. Und nicht zuletzt zu einem »ozeanischen« Filmgedicht.

»[The film is] told in three movements, the second being the longest and least cryptic […]. The human presence is largely limited to voice-over testimonies. A resident talks about taking in a shivering young man. We hear of migrants’ experiences with getting lost. A woman recalls discovering a body.
The result is simultaneously elusive and concrete: abstract cinema that packs a punch.« (NY Times)

USA 2017, Regie: Joshua Bonnetta, J.P. Sniadecki, Doku, 94 Min., engl./span. OmU

Joshua Bonnetta, geb. 1979 in Kanada, lebt als Künstler in New York. Bonnetta arbeitet mit analogem 16mm-Film- und Tonmaterial, das im Rahmen von Kinovorführungen, Performances und Installationen zur Aufführung kommt. Bonnetta ist Dozent für Film, Video- und Tonkunst am Ithaca College, New York.

 

Links:

Zur Caligari-Seite und Jurybegründung

 

»Weltpolitik aus der Ameisenperspektive: In körnigen Bildern aus der Wüste zwischen Mexiko und den USA spürt El mar la mar modernen Migrationsbewegungen nach – und ringt dabei auch immer mit den Grenzen der Darstellungsfähigkeiten des Films.« Filmkritik und Trailer auf Critic.de

 

Interview: How to cross the US-Mexico border: making El Mar La Mar
(by Philip Oltermann, The Guardian, (Englisch)

 

Caligari Filmpreis 2017 Jurybegründung:
"Der Weg führt durch die Wüste, ein Wasteland. Wie Strandgut liegen da ein Rucksack, Geldscheine, ein Ausweis, ein Name: Der einzige Name in El mar la mar. Die Stimmen, die wir hören, sind körperlos. Sie erzählen von der Sonne, der Hitze, der Schönheit, von Naturgewalten. Sie erzählen von Tod, Entbehrungen, Leid und Überleben. Uferlos dehnt sich die Sonora-Wüste zwischen den USA und Mexiko. Licht und Schatten, Raum und Zeit, die Spuren im Sand und Objets trouvés hebeln unser Raum- und Zeitgefühl aus, machen den Film zu einer physischen Erfahrung. Migration, Flucht, Politik: die beiden Regisseure bringen in audiovisuell experimenteller Form existenzielle Fragen auf den Punkt. Der Weg führt durch die Wüste."
Joshua Bonnetta, geb. 1979 in Kanada, lebt als Künstler in New York. Bonnetta arbeitet mit analogem 16mm-Film- und Tonmaterial, das im Rahmen von Kinovorführungen, Performances und Installationen zur Aufführung kommt. Bonnetta ist Dozent für Film, Video- und Tonkunst am Ithaca College, New York. Im Forum Expanded war 2017 auch Bonnettas mehrkanalige Sound-Installation LAGO zu sehen, die auch Filmaufnahmen aus der Sonora-Wüste umfasst.