#VISIONEN / Filmreihe Arbeitskreis Kirche & Kino

»Wir zeigen Filme, die unserem augenblicklichen Zeitgefühl entsprechen.

Wir bewegen uns auf schwankendem Boden.

Kaum lösbare Herausforderungen wie Migration, Klimawandel, drohende europäische Finanzkrise, Terror und Krieg sowie autoritärer Rechtspopulismus bedrängen uns.

Zugleich gibt es eine unübersehbare Fülle von Initiativen und Bewegungen, die den visionären Dreiklang von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung mit Leben füllen.

Dystopien und Utopien finden gleichermaßen ihre filmische Umsetzung.

Sie konfrontieren uns mit der drängenden Frage, was auf dem Spiel steht.«

(Louis-Ferdinand von Zobeltitz, AK Kirche & Kino)

Mo. 1.7. / 18:00

Ex_Machina / Kirche&Kino: #VISIONEN

Der 26-jährige Caleb arbeitet als Web-Programmierer in einem großen Internetkonzern. Als er ein firmeninternes Gewinnspiel mit Bravour meistert, besteht Calebs Preis darin, seinen obersten Vorgesetzten auf dessen abgelegenem Grundstück in den Bergen besuchen zu dürfen. Doch schnell wird ihm klar, dass seine Anwesenheit beim öffentlichkeitsscheuen Konzernchef Nathan Teil eines faszinierenden Experiments ist. In seinem Domizil beherbergt Nathan nämlich die weltweit erste Künstliche Intelligenz: den weiblichen Roboter Ava, mit dem Caleb kommunizieren und eine Verbindung aufbauen soll. Schon bald geraten er, Nathan und Ava in ein gefährliches Dreieck aus Liebe, Eifersucht und Misstrauen. Worin unterscheiden sich Wahrheit und Lüge? Was ist das Wesen von Bewusstsein, Emotion und Sexualität?

GB/USA 2015, Regie: Alex Garland, mit Alicia Vikander, Domhnall Gleeson, Oscar Isaac, 108 Min., engl. OmU

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»“Ex Machina” turns out to be far wittier and more sensual than its coolly unblemished exterior implies. Alex Garland's brittle, beautiful directorial debut is a digital-age 'Frankenstein' refashioned as a battle of the sexes.« (Vollständige Kritik auf Englisch / Variety)

»Zumindest im Film bleiben Größenwahn und Datenmissbrauch nicht ungesühnt. Vor den Allmachtsfantasien der realen Internetgötter warnt Alex Garland mit seinem klugen und stilvollen Hybrid aus Psychodrama und Gruselschocker.« (Vollständige Kritik / Spiegel-Online)

IM RAHMEN DER FILMREIHE WURDEN IN DEN VERGANGENEN MONATEN BEREITS GEZEIGT:

Di. 21.5. / 19:30 * mit Einführung von Ingeborg Mehser (Kirchliche Dienste in der Arbeitswelt)

Do. 23.5., So. 26.5. bis Do. 30.5. / 20:00

Zeit für Utopien – Wir machen es anders / Kirche&Kino: #VISIONEN

Vier Menschen und Initiativen, die eine Alternative zu Kapitalismus und Profitstreben anbieten wollen, stehen im Zentrum dieser Doku: Petra Wähning gründete das Projekt „Solidarische Landwirtschaft“ und ist jetzt eine von 300 Konsument*innen, die von einem landwirtschaftlichen Betrieb direkt versorgt werden - ohne Umweg über den Supermarkt. Am Beispiel der Genossenschaft „Hansalim“ aus Südkorea zeigt sie, dass sogar 1,5 Millionen Menschen mit regionalen und biologisch angebauten Lebensmitteln versorgt werden können. Laura Gerritsen von dem Unternehmen Fairphone reist mit Regisseur Langbein in den Kongo, wo die Metalle für die Smartphones unter fairen Produktionsbedingungen abgebaut werden. Das Wohnprojekt „Kalkbreite“ aus Zürich zeigt, wie man in einer Stadt energiesparend und umweltfreundlich leben kann, ohne auf Komfort zu verzichten. Eine ehemals zum Unilever-Konzern gehörende Teefabrik in Südfrankreich verwaltet sich nach langem Kampf als Genossenschaft „Scop-Ti“ selbst. Diese und andere hoffnungsvolle Beispiele zeigen die großen Möglichkeiten von Solidarität und Kooperation.

AT 2018, Regie: Kurt Langbein, 98 Min.

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»„Versuchen wir das Unmögliche“ hat Che Guevara einst gefordert, ein Motto, dem auch die Protagonisten von Kurt Langbeins Dokumentation „Zeit für Utopien - Wir machen es Anders“ zu folgen scheinen. Gemeinsam ist ihnen der Versuch, die Welt von unten, im Kleinen zu verändern, was zwar mühsam erscheinen mag, aber wohl der einzige Weg ist.« (Vollständige Kritik / Programmkino.de)

»Mit seiner positiv gestimmten Herangehensweise ist Langbein mit »Zeit für Utopien« zwar ein inspirierender Film gelungen, aber er läuft auch Gefahr, sich selbst in eine Nische zu stellen: als Film für die sowieso schon Überzeugten.« (Vollständige Kritik / epd-Film)

»Leise die Welt verändern: Kurt Langbein im Gespräch mit Nicole Dittmer und Julius Stucke.« (Deutschlandfunk Kultur)

Di. 23.4. / 19:30 * mit Einführung von Heinz-Martin Krauß

Snowpiercer / Kirche&Kino: #VISIONEN

Der Versuch, die unaufhaltsame Erderwärmung mit technischen Mitteln zu stoppen, ist katastrophal gescheitert. Ein dicker Eispanzer bedeckt die gesamte Erde. Die wenigen überlebenden Menschen befinden sich in einem Eisenbahnzug, der von einem perpetuum mobile angetrieben wird und die Eiswüste auf einem endlosen Schienenstrang durchquert. Von den Luxuswaggons an der Spitze bis zu den Elendsquartieren am Ende bildet der Zug eine brutale Ausbeutergesellschaft ab. Da die Situation eine Flucht nicht zulässt, bleibt den Geknechteten nur eine Revolte, um die Verhältnisse zu ändern. Von Abteil zu Abteil kämpfen sie sich durch den gesamten langen Zug bis nach vorne durch.

COR/USA/GB/CS 2013, Regie: Bong Joon-ho, mit Chris Evans, Jamie Bell, Tilda Swinton, Ed Harris, 126 Min., engl. OmU

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»Snowpiercer saugt dich komplett ein in seine seltsame, "schöne" neue Welt und entlässt dich letztlich mit dem allzu seltenen Gefühl, dass man gerade etwas erlebt hat, was man nie zuvor gesehen hat und immer wieder sehen muss.« (Vollständige Kritik auf Englisch / Entertainment Weekly)

»Die Zukunft ist kläglich dystopisch in diesem apokalyptischen Sci-Fi-Thriller um den wohlüberlegten, stilvollen und mit Hochgeschwindigkeit fahrenden Mikrokosmos des "Snowpiercer".« (Vollständige Kritik auf Englisch / Chicago Sun-Times, Roger Ebert)

 /Di. 19.3. / 19:30 * mit Einführung von Diemut Meyer

Mi. 20.3. / 20:00

Do. 21.3., Sa. 23.3. bis Mo. 25.3. / 17:45

Grüße aus Fukushima / Kirche&Kino: #VISIONEN

 dtFür die Organisation Clowns4Help und auf der Flucht vor ihren zerplatzten Lebensträumen reist die Marie in die Präfektur Fukushima, wo sie nach der Atomkatastrophe von 2011 helfen will. Gemeinsam mit dem Clown Moshe will sie ein wenig Freude in den Alltag der Überlebenden bringen, die nach wie vor in Notunterkünften leben. Schnell macht Marie die Erfahrung, dass sie für den Job nicht geeignet ist. Doch statt erneut davonzulaufen, trifft Marie eine mutige Entscheidung. Sie entschließt sich bei der störrischen, alten Satomi, der letzten Geisha Fukushimas, zu bleiben. Satomi will auf eigene Faust in ihr altes, zerstörtes Haus zurückziehen – obwohl es in der Sperrzone liegt. Marie und Satomi, die unterschiedlicher kaum sein könnten, müssen beide lernen, sich von ihren Schuldgefühlen und der Last ihrer Vergangenheit zu befreien. Regisseurin Doris Dörrie erzählt in ihrem in Schwarzweiß gehaltenen Film »eine universell-poetische Geschichte vom Leben und Loslassen« und macht zugleich Aspekte der japanischen Kultur einer feministischen Lesart zugänglich.

D 2016, Regie: Doris Dörrie, mit Rosalie Thomass, Kaori Momoi, Nami Kamata, 104 Min., s/w, dt./jap. OmU

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»Mit diesem glänzend gespielten und formal überzeugenden Kammerspiel über Hysterie und Radioaktivität erfindet Doris Dörrie sich neu.« (Vollständiger Artikel / epd-Film)

»[Doris Dörrie] sensibel beobachtete Annäherung an zwei unterschiedliche Frauen aus einander fremden Kulturen ist ein etwas anderer Katastrophenfilm, der Aspekte der japanischen Kultur einer feministischen Lesart zugänglich macht.« (Vollständige Kritik / epd-Film)

»›Fukushima, mon amour‹. ›Grüße aus Fukushima‹ ist in poetischem Schwarzweiß gehalten, hat die Doris Doerrie eigene, verschmitzte Fantasie und absurde Gags über Kulturgrenzen hinweg. Der Film bietet eine erfrischend verschrobene Perspektive auf ein schweres Thema – was japanische Zuschauer unangebracht finden könnten.« (Vollständige Filmkritik auf Englisch / Variety)

»Mit ihrem neuen Kinofilm ist es der Ausnahmeregisseurin und -autorin Doris Dörrie einmal mehr gelungen, eine universell-poetische Geschichte vom Leben und Loslassen zu erzählen.« (Majestic Filmverleih)

Di. 22.1. / 19:00 * Mit Einführung von Dirk von Jutrczenka

Mi. 23.1. + Do. 24.1. / 19:00

Stalker / Kirche&Kino: #VISIONEN

In einem vom Militär abgeriegelten Bereich, in dem ein Komet niedergegangen ist, soll es einen Raum geben, in dem alle Wünsche in Erfüllung gehen. Der Stalker folgt immer wieder dem Ruf dieses geheimnisvollen Ortes, von dem es heißt, dass niemand jemals zurückgekehrt sei, der ihn betreten hat. Er führt als eine Art Pfadfinder auch einen Wissenschaftler und einen Schriftsteller dort hin. Der Weg führt durch düsteres, unwirtliches Gebiet in eine Art surreale Friedenslandschaft. Die zynischen Intellektuellen können sich jedoch nicht auf das Mysterium einlassen.

Auf der Grundlage eines Science-Fiction-Romans der Gebrüder Strugatzkij schafft Tarkowskij einen eindringlichen Film voll sinnlich-schöner Bilder über den existenziellen Konflikt zwischen Erkenntnis und Glauben.

UdSSR 1979, Regie: Andrej Tarkowskij, mit Alexander Kaidanowskij, Anatolij Solonizyn, Nikolai Grinko, 163 Min., russ. OmU

Mo. 18.2. / 20:00

Di. 19.2. / 20:00 * mit Einführung von Karl-Heinz Schmid

 

The Human Scale / Kirche&Kino: #VISIONEN

Der dänische Architekt Jan Gehl und seine Kollegen haben sich die Aufgabe gestellt, die Innenstädte wieder lebenswert zu machen. Ihre Städteplanung zielt auf die Optimierung der Beziehung zwischen gebauter Umwelt und der Lebensqualität ihrer Bewohner. Sie wollen die Großstädte vor der Überflutung durch Autos bewahren und Platz für Fußgänger und Radfahrer schaffen. Sieben internationale Großstädte werden anhand der Jan Gehls entwickelten Methode auf Entwicklungen und Lösungsansätze hin untersucht. Prominente Beispiele dafür sind die Fußgängerzone und die Fahrradwege in Kopenhagen, die Wiederbelebung der Innenstadt von Melbourne, die Fußgängerbereiche mit Sitzgelegenheiten auf dem Times Square in New York, der Wiederaufbau nach einem Erdbeben der Innenstadt von Christchurch, Neuseeland, in enger Zusammenarbeit mit den Bewohnern, die Millionenstädte Chongqing in China und Dhaka in Bangladesch – der nachhaltige Ansatz Jan Gehls und der Architekten, die seinem Weg folgen, veränderten diese Innenstädte merklich zu Gunsten ihrer Bewohner. So zeigt der Film Wege auf, ohne eine einseitige und direkte Lösung vorzuschreiben. „Eine spannende Dokumentation, die den Stand der Dinge gekonnt einfängt und über ein Thema berichtet, das mit jedem Mensch mehr in jeder Großstadt an Brisanz gewinnt,“ so die Filmbewertungsstelle Wiesbaden.

USA/DK/NZ/CHN/BAN 2012, Regie: Andreas M. Dalsgaard, 80 Min., engl. OmU

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»Andreas M. Dalsgaards exzellente Stadtplanungsdokumentation sollte Fußgänger, Radfahrer und Befürworter von öffentlichen Plätzen überall begeistern.« (Vollständige Kritik auf Englisch / Variety)

»Der Fokus auf Gehls Markenzeichen von fußgängerfreundlichem urbanem Design als Antwort auf die Schwierigkeiten des modernen Lebens ist zwar tröstend, aber zu utopisch.« (Vollständige Kritik auf Englisch / Slant Magazine)

Der Film erhielt das Prädikat »Wertvoll« der Filmbewertungsstelle Wiesbaden. Hier geht es zur Jurybegründung.