Impressum Print Friendly and PDF

Do. 29.6. + Fr. 30.6. / 18:00
Sa. 1.7. / 20:30 mit Regisseurin Asli Özarslan
So. 2.7. bis Mi. 5.7. / 20:30

Dil Leyla

In Cizre, einer kurdischen Stadt an der syrisch-irakischen Grenze, wird 2014 die junge Deutsch-Kurdin Leyla Imret zur jüngsten Bürgermeisterin der Türkei gewählt. Nach 20 Jahren in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen kehrt sie nun in ihren Heimatort zurück. Die Wahl hat sie mit ganzen 81 % der Stimmen für sich entschieden. Bei den Bürger*innen von Cizre beliebt, versucht Leyla Imret, die Stadt wieder aufzubauen und gegen die Unterdrückung der Kurden seitens der türkischen Regierung anzugehen. Als das türkische Militär näher an Cizre rückt, wird Leyla an ihre Vergangenheit erinnert: Als sie fünf Jahre alt war, wurde ihr Vater, ein Mitglied der kurdischen Arbeiterpartei PKK, von türkischen Soldaten getötet.
Leyla İmret wurde im September 2015 wegen angeblicher „terroristischer Propaganda“ und „Anstiftung zur Rebellion“ vom türkischen Innenminister ihres Amtes enthoben und seither wiederholt festgenommen.

TRK/ D 2016, Regie: Asli Özarslan, 71 Min., kurd. türk. OmU

Do. 6.7. bis Mi. 12.7. / 20:30

Marie und die Schiffbrüchigen

Marie sei gefährlich, so hatte ihn ihr Exfreund Antoine gewarnt, aber natürlich kann Siméon es dennoch nicht lassen, der Angebeteten heimlich zu folgen. Simeón zählt zu jenen nicht erwachsen werdenden Jungmännern, die noch nicht wissen, wo ihr Leben sie hinführt. Während Siméon Marie folgt, folgt Antoine den beiden und erfindet dabei eine Geschichte, in der ein Autor seinen Figuren folgt. Als Siméon und Marie auf der Île de Groix in der Bretagne stranden, sind sie nicht allein dort. Schon in seinem letzten Film „2 Automnes 3 Hivers - 2 Herbste 3 Winter“ erwies sich Sébastian Betbeder als außergewöhnlich origineller Regisseur, der eine klassische Liebesgeschichte mit skurrilem Humor und allerlei visuellen und erzählerischen Einfällen zu einem besonderen Kleinod machte.

Marie et les Naufragé - F 2016, Regie & Buch: Sébastien Betbeder, mit Emmanuelle Riva, Wim Willaert, Vimala Pons, Damien Chapelle, 104 Min., OmU

Do. 13.7. bis Mi. 19.7. / 20:00

Der Ornithologe

Der Ornithologe Fernando ist mit seinem Kajak auf einem Fluss im Norden Portugals unterwegs. Er sucht eine seltene schwarze Storchenart. In einer Stromschnelle kentert er und verliert das Bewusstsein. Als er wieder zu sich kommt, stellt er fest, dass zwei Chinesinnen ihn aus dem Wasser gezogen haben. Das erzkatholische lesbische Paar hat sich auf der Pilgerreise nach Santiago de Compostela im dichten Wald verirrt. Die beiden wollen dem Forscher aber nicht etwa helfen, sondern sie haben ihn an einen Baum gefesselt und zur Kastration vorbereitet. Auf diese Weise soll er das Martyrium des heiligen Sebastian nacherleben. Er kann sich aber befreien und begegnet auf dem Weg durch den immer dunkler und unheimlicher werdenden Wald allerlei skurrilen Figuren, die am Ende einen anderen Menschen aus ihm machen. In seinem äußerst rätselhaften, dafür aber ungewöhnlich zugänglichen neuem Film erzählt Rodrigues von einer Reise, die nicht nur im übertragenen Sinn eine Verwandlung ist. Der Regisseur, selbst einmal Student der Ornithologie, macht keinen Hehl daraus, dass er auch einen Film über sich selbst gemacht hat.

P/F/BRA, Regie: João Pedro Rodrigues, mit Paul Hamy, Chan Suan, Xelo Cagiao, 118 Min., OmU

Toro

Do. 27.7. bis Mi. 2.8. / 20:00

Toro

Toro ist vor zehn Jahren aus Polen nach Köln gekommen, um hier Geld zu verdienen und dann eines Tages in die Heimat zurück zu kehren. Dort will er dann eine Boxschule betreiben. Toro trainiert täglich und hält seinen Körper sorgfältig in Form. Seinen Unterhalt verdient er als Escort, der wohlhabenden Frauen Sex verkauft. Er wohnt in einem schäbigen Mietshaus, wo er sich mit dem Nachbarn Victor angefreundet hat. Dieser ist ebenfalls Migrant und verdient sein Geld auch mit Sex - allerdings mit älteren Männern. Victor geht es nicht um ein besseres Leben, sondern um die Finanzierung seiner Drogensucht. Als Victors Schwester bei ihm einzieht und Toro einen jungen Boxschüler kennenlernt, erhält die Männerfreundschaft unversehens eine schwule Dimension, mit der die Freunde nicht zurechtkommen.
Regisseur Martin Hawies stammt aus Peru. Sein Abschlussfilm an der Kölner Kunsthochschule zum Thema Migration hat auch autobiografische Züge, weil er selbst Migrant ist, was ihn in seinem Leben nach eigenen Aussagen geprägt hat.

D 2015, Regie. Martin Hawie, mit Paul Wollin, Miguel Dagger, Leni Speidel, Kelvin Burkard, 84 Min., s/w