Make Music Not War / THEMA DES MONATS Januar

Ist Musik im Stande, kulturelle Grenzen zu überwinden, Menschen zu verbinden, deren Toleranzfähigkeit zu fördern und kulturüberschreitende Freundschaften zu knüpfen? Sicher! hre »Sprache« kann universell verstanden werden. Ihr Reichtum übersetzt Emotionen in unausgesprochene Worte, regt zu Dialogen an. So kann sie Mittel zum Austausch zwischen Kulturen und Menschen sein, sie löst Vorurteile und Ressentiments. Sie kann Brücken bauen und Gräben überwinden. Sie spendet Hoffnung. Musik ist Friedensstifter. Wichtig ist dies besonders in einer Zeit, in der wir täglich mit Egoismus, Nationalismus und unfassbarer Brutalität konfrontiert sind.

Do. 2.1. bis Mo. 6.1. / 20:00

Sa. 11.1. + So. 12.1. / 18:00

But Beautiful / MAKE MUSIC NOT WAR

Oft stellte Regisseur Erwin Wagenhofer die Schattenseiten der »postmodernen Gesellschaft« in den Mittelpunkt seiner Filme – nicht so in seinem neuesten Film. In der Doku spürt er Menschen auf, die keine Angst haben, noch einmal etwas Neues zu wagen, die den Sprung ins Ungewisse riskieren – ohne Netz und doppelten Boden. Wie könnte ein gutes, ein gelungenes Leben aussehen und wie können wir davon erzählen? Wagenhofer poetische Hommage ist ein Film über Perspektiven, über Verbundenheit in Musik, Natur und Gesellschaft, über Menschen mit unterschiedlichen Ideen. Alle eint aber ein großes Ziel: eine zukunftsfähige Welt gestalten. Wir erleben Frauen ohne Schulbildung, die Solaranlagen für Dörfer bauen; Landwirtschafts-Pioniere auf La Palma, die Ödland in Grünland verwandeln und einen österreichischen Förster, der die gesündesten Häuser der Welt entwickelt. Exzellenter Jazz trägt und verbindet die eindrücklichen Bilder und lässt die inspirierende Macht der Musik spürbar werden.

D/A 2019, Regie: Erwin Wagenhofer, 116 Min., OmU

Zum Weiterlesen:

» „But Beautiful“ ist ein sehenswerter, positiver und wichtiger Film geworden, der Mut macht, und zeigt, dass es – trotz Konflikten, Kriegen, Umweltzerstörung, gesellschaftlicher Spaltung und Umbrüchen – Menschen gibt, die an das Positive glauben und aus Idealismus ihren Teil dazu beitragen, dass die Erde ein lebenswerter Ort bleibt.« (Film Plus Kritik)

» Diesen Aspekt bringt auch die kolumbianische Sängerin Lucia Pulido ein. Gleichzeitig überstrahlt  die soziale Kraft der Musik, die Verbundenheit schafft, die poetische Hommage an das Leben. Dabei dominiert exzellenter Jazz wie man ihn selten hört. Er bildet eine Art Dialog, verwebt Sequenzen und Protagonisten miteinander. Nicht umsonst ist der Filmemacher begeisterter Jazzfan und wollte früher selbst Jazzmusiker werden.« (Programmkino.de)

Do. 2.1. bis Sa. 4.1. / 20:30

Mo. 6.1. bis Mi. 8.1. / 17:30

PJ Harvey - A Dog Called Money / MAKE MUSIC NOT WAR

PJ Harvey, Ikone der englischen alternativen Szene, ist auf dem Weg Themen, Texte und Melodien für ein neues Album zusammenzustellen. Begleitet wird sie bei dem Projekt von dem preisgekrönten Fotografen Seamus Murphy. Auf der Suche nach Erfahrungen und Inspiration durchreisen sie zusammen Ländern wie Afghanistan, den Kosovo, aber auch Washington DC. Harvey sammelt Wörter und Stimmen, Murphy die Bilder. Wieder zu Hause, werden die Eindrücke zu Gedichten, Liedern und schließlich zu einem Album, welches in einem einzigartigen Kunstexperiment im Somerset House in London aufgenommen wird. Hierbei kann interessiertes Publikum im Studio durch dessen Einwegfenster den fünf-wöchigen-Prozess beobachten.

»Seamus Murphy übersetzt die Spurensuche und den intimen künstlerischen Prozess, den die Musikerin durchläuft, in poetische, beeindruckend montierte Bilder. Die Vision des Künstlers und der Künstlerin verbinden sich in A Dog Called Money zu einer außergewöhnlichen Symbiose.« (Berlinale)

IR/GB 2019, Regie: Seamus Murphy, mit Polly Jean Harvey, 94 min., engl. OmU

Zum Weiterlesen

»Man sieht PJ Harvey, wie sie sich auf Augenhöhe den Menschen nähert, sich ihre Geschichten anhört, aus ihrer Komfortzone ausbricht, wenn sie im Winter durch Kabul streift. Das wirkt nicht von oben herab. Der Wunsch, die Orte zu verstehen, mit den Menschen in Kontakt zu treten, kommt ernsthaft rüber. Genau wie die Songs, die sie mit großer Dringlichkeit in die Welt trägt – und manchmal, wenn es passt, auch mit ordentlich Gitarrenfeedback verstärkt. « (Fluter)

»There are teasing glimpses of artistic genius in A Dog Called Money, but eccentric choices and muddled intentions, too.« (The Hollywood Reporter)

Do. 9.1. / 20:30

Fr. 10.1. / 20:00

So. 12.1. / 20:00 * mit Einführung von Alfred Tews

Mo. 13.1. bis Mi. 15.1. / 20:00

Marianne & Leonard: Words of Love / MAKE MUSIC NOT WAR

Auf dem Höhepunkt des legendären Summers of Love gilt die griechische Insel Hydra in den 60er Jahren als das Paradies für Hippies und Künstler*innen. Das milde Klima verbunden mit sexueller Freizügigkeit und psychoaktiven Drogen bietet vielen zeitgenössischen Kreativen einen idyllischen Ort der Inspiration und Bohéme. Genau hier verliebt sich der Frauenheld Leonard Cohen in die junge Norwegerin Marianne Ihlen. Diese Verbindung wird die beiden ein Leben lang begleiten. Doch Cohens Karriere nimmt Fahrt auf und schon bald reicht ihm die eine, und dazu noch weit entfernte Geliebte nicht mehr aus.

Regisseur Broomfield machte Ende der 60er Jahre auf Hydra die Bekanntschaft mit Marianne, während der Filmemacher Pennebaker an einem Dokumentarfilm über die Norwegerin arbeitete. Aus dem Projekt wurde nichts, sodass Broomfield diese Aufnahmen schließlich für seinen Dokumentarfilm verwenden konnte.

USA 2019, Regie: Nick Broomfield, 97 Min., OmU

CZum Weiterlesen:

»Lieder wie "So Long, Marianne" oder "Bird On The Wire" sind ihr gewidmet: Die Norwegerin Marianne Ihlen war für viele Jahre die Muse des Künstlers. Wie sich die beiden verliebten und Cohen vom Autor zum gefeierten Popstar aufstieg, zeigt die Musikdokumentation "Marianne & Leonhard: Words Of Love" von Nick Broomfield. Elegant und wirkungsvoll montiert er zum Teil noch nie publiziertes, sehr persönliches Material. Schön wäre es gewesen, etwas mehr über die Frau aus dem Lied zu erfahren.« (MDR Kultur)

»„Now so long, Marianne / It's time that we began to laugh / And cry and cry and laugh about it all again“ singt Leonard Cohen in einem seiner bekanntesten und schönsten Lieder “So long, Marianne“, den er 1967 schrieb. Damals steckte der 1934 geborene Kanadier mitten in einer langjährigen Affäre mit der Norwegerin Marianne Ihlen, die in den 60er Jahren an einem Ort begann, der damals wohl so nah am Paradies war, wie man auf Erden sein konnte: Der griechischen Insel Hydra, auf der sich eine kleine Kolonie von Künstlern, Libertären und Freidenkern zusammengefunden hatten… « (Programmkino.de)

Do. 16.1. / 17:30

Sa. 18.1. bis Mo. 20.1. / 18:00

Di. 21.1. / 20:00

Mi. 22.1. / 15:00 * Kino am Nachmittag: ein Pott Kaffee/Tee gratis!

Mi. 22.1. / 20:30

Crescendo #makemusicnotwar / THEMA DES MONATS

Eduard Sporck, berühmter Dirigent und Hochschullehrer in Frankfurt, soll ein Konzert eines palästinensisch-israelischen Jugendorchesters vorbereiten. Es soll im Rahmen von geplanten Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern in Südtirol stattfinden. Die Jugendlichen wollen damit die Friedensbemühungen unterstützen. Denn gemeinsames Musizieren hat sie zueinander finden lassen – trotz Intoleranz und Terror. Doch ganz so leicht, wie die jungen Musiker es sich vorstellen, wird es nicht. Eduard Sporck selber ist Sohn zweier NS-Ärzte und war immer mit Fragen nach den Taten seiner Eltern konfrontiert, obwohl er zu der Zeit noch ein Kind war. Hat die Musik ausreichend Kraft, heute die vielen Gräben und Hindernisse zwischen den jungen Menschen verschiedener Religionen und verhasster Nationalitäten zu überbrücken?

Als Inspirationsquelle für den Film des israelischen Regisseurs Dror Zahavi diente Daniel Barenboims West Eastern Orchestra. Auch Barenboim sah sich anfangs ebenfalls mit dem offenen Konflikt konfrontiert, der zwischen den jungen Musikern schwelte.

»Emotional ist der Film eine Wucht, wegen der Musik, wegen einiger Szenen in der Westbank, wegen der anrührenden jungen Darsteller.« (Süddeutsche Zeitung)

D/I/A 2019, Regie: Dror Zahavi, mit Peter Simonischek, Bibiana Beglau, Daniel Donskoy, 112 Min, OmU

Zum Weiterlesen:

» Die Botschaft des Films bleibt stark. So groß die Wut und der Hass auch sein mögen, es gibt immer einen Weg, wieder aufeinander zuzugehen. Wir müssen uns nur dazu entscheiden.« (BR-Klassik)

» Die wunderschöne gemeinsam erarbeitete Musik setzt den Rahmen der Geschichte, als Zuschauer wird man zu einem Teil der Gruppe, die miteinander streitet, diskutiert, musiziert und lacht. Und so setzt der Film ein mutiges, wichtiges und inspirierendes Zeichen über sein eigentliches Thema hinaus: Dass Grenzen dazu da sind, überwunden zu werden. Durch Zuhören, Reden und Aufeinander zugehen – und natürlich die Kraft der Musik. (Deutsche Film- und Medienbewertung. FBW)

» Emotional ist der Film eine Wucht, wegen der Musik, wegen einiger Szenen in der Westbank, wegen der anrührenden jungen Darsteller.« (Süddeutsche Zeitung)

Sa. 25.1. bis Mi. 29.1. / 18:00

Searching for Sugar Man / MAKE MUSIC NOT WAR

Der amerikanische Folksänger Sixto Rodriguez ist eine Musiklegende in Südafrika. In den 1970er Jahren avancierte seine Musik zum Soundtrack der Anti-Apartheidsbewegung, was er aber nicht wusste. Zwei treue Fans aus Südafrika wollen sich trotz des Gerüchts, das sich der Sänger während eines Konzerts in den Kopf geschossen hat, auf die Suche nach ihrem Idol machen. Doch in Amerika kennt ihn fast keiner, die Suche nach ihm gestaltet sich sehr schwierig. Was die beiden jedoch in Detroit erwartet, ist unglaublich und macht diese Dokumentation zu einer mitreißenden Geschichte – so nur denkbar in der vordigitalen Zeit. Nicht nur der Soundtrack mit den musikalischen Meisterwerken Rodriguez‘, sondern die unsagbare Mythologie, die ihn umgibt, verhalfen der Dokumentation 2012 zum Oscar als bester Dokumentarfilm.

S/GB 2012, Regie: Malik Bendjelloul, mit Sixto Rodriguez, Stephen »Sugar« Segerman, 85 Min., OmU

Zum Weiterlesen:

»Die Doku stellt einen Musiker vor, der mit seinen wunderbaren, klaren poetischen Texten völlig zu unrecht vergessen wurde. Ein Juwel der Musikdokumentation.« (epd-Film)

»Dieser Film ist fast zu schön, um wahr zu sein.« (artechock)

»Ich hoffe, dass Sie die Gelegenheit haben werden, diesen Film anzuschauen. Sie verdienen es ganz einfach. « (Chicago Sun Times / RogerEbert.com)

»Der Folk-Pop-Sänger Rodriguez verschwand nach zwei großartigen, aber erfolglosen Alben spurlos. In Südafrika wurde er, ohne es zu wissen, zum Superstar. Nun erzählt eine Dokumentation sein Leben - mit toller Rodriguez-Musik.« (Spiegel Online)

»Was der Film dennoch neben Emotionen und toller Musik liefert, ist ein kleiner, aber interessanter Einblick in die Kulturgeschichte Südafrikas. Denn: Nicht alle Weißen waren zur Zeit der Apartheid kleinkarierte Rassisten. Es gab natürlich unter ihnen auch liberal gesinnte Menschen, deren Kritik gegenüber der vorgegebenen Mehrheitsmeinung kaum vernehmbar war und deren Handlungsfreiheit von staatlichen Gesetzen im Zaum gehalten wurde. Diesen Menschen gab Rodriguez‘ Musik Hoffnung und eine Stimme.« (Kino-Zeit)