QUEERFILMNACHT

Die queerfilmnacht vereint die beiden bisherigen Filmprogramme – die rein lesbisch ausgerichtete L-Filmnacht und die schwule Gay-Filmnacht – und öffnet sich zugleich gegenüber Filmen, die auch andere sexuelle Identitäten wie Bisexualität, Transgender, Intersexualität usw. thematisieren.

Die queerfilmnacht wird in enger Kooperation mit dem SISSY-Blog programmiert, dem neuen Zuhause des SISSY-Magazins. Die SISSY, 2008 als Printmagazin gegründet, galt mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren und über 5.500 Abonnenten bis zu ihrer vorübergehenden Einstellung im Herbst 2015 als wichtigstes queeres Filmmedium in Deutschland und erfreute sich vor allem innerhalb der schwul-lesbischen Szene einer enormen Bekanntheit.

Im August 2016 ging die SISSY als Online-Magazin www.sissymag.de mit dem bewährten inhaltlichen Fokus und zahlreichen neuen Formaten an den Start. Die queerfilmnacht wird in der SISSY umfangreich präsent sein.

Fr. 17.1. / 20:00

Sa. 18.1. + So. 19.1./ 20:30

Jonathan Agassi Saved My Life / QUEERFILMNACHT

Pornoikone, Muse, Escort: Yonatan aus Tel Aviv ist einer der bekanntesten Porno-Darsteller der Welt.  Unter dem Künstlernamen »Jonathan Agassi« avancierte er zum weltweiten Gay-Sexsymbol. Sein Leben verbringt Yonatan zwischen Berlin und Israel. Agassi hat seinen Ruhm und Erfolg in einer Branche erreicht, die immer noch als globales Tabuthema gilt - aber in Wirklichkeit Millionen zufrieden stellt. Der seltene und tiefe Einblick in die Welt schwuler Pornos illustriert auch die Schattenseiten des Geschäfts mit dem eigenen Körper.

Der israelische Regisseur Tomer Heymann (Mr. Gaga) begleitet den Pornostar über acht Jahre hinweg, filmt die Höhepunkte des Ruhms und schließlich auch den langsamen Abstieg. Entstanden ist ein aufrichtiges und berührendes Porträt eines getriebenen jungen Mannes, der mit seiner Vergangenheit und den komplexen Beziehungen zu seiner Mutter und seinem Vater ringt.

Ausgezeichnet als bester Dokumentarfilm auf dem Atlanta Film Festival.

ISR 2019, Regie: Tomer Heymann, mit Jonathan Agassi, 106 Min., engl. hebr. OmU; FSK 16

Zum Weiterlesen:

»Wer sich allerdings echte, informative Einblicke in die schwule Pornoindustrie erhofft, wird womöglich enttäuscht, denn die tatsächliche Arbeit Yonatans streift der Film lediglich am Rande und auch die Aussagen des Protagonisten zu seinem tatsächlichen Metier bleiben meistenteils vage. Dafür bekommt man mehr von den unschönen Auswirkungen auf Yonatans Identität zu sehen, die das Erotik-Gewerbe auf ihn hat.« (Programmkino.de)

»The film peels back the ugly parts of his carefully-curated image. We see Jonathan at his most fragile, a man who wants to be loved. We witness his battles with the demons of hopelessness and addiction in a visceral and unflinching way. Despite the dangers and heartbreaking moments Jonathan faces, Tomer’s portrayal of him feels humanizing and rich, imperfect and whole. Through Jonathan’s flaws, we are invited to confront ourselves more honestly, and inspect our own lives with an equal level of sensitivity, forgiveness, and compassion.« (Wussymag)