Do. 17.1. / 20:30 * mit Einführung von Karl-Heinz Schmid (City 46)

Die Farbe des Granatapfels / MEISTERWERKE

Sayat Nova war einer der bedeutendsten Dichter und Sänger im Armenien des 18. Jahrhundert. Sein Leben wird in „Die Farbe des Granatapfels“ von Regisseur Sergei Paradschanow surrealistisch in acht Kapiteln dargestellt. Der Film verfolgt die vage Linie von seiner Kindheit bis zum Tod und streut immer wieder Motive der christlich-orientalischen Kultur Armeniens ein. Klosterruinen, alte Bücher und Schlachtungen von Tieren sind Bilder, die einen durch den gesamten Film begleiten. Auch der Granatapfel ist als mythologisches Symbol vertreten, seine blutrote Farbe gibt dem Film seinen Namen. Der Regisseur verzichtet bewusst auf Chronologie und Logik und beschreibt das Leben des Sängers in freier, poetischer Form. „Die Farbe des Granatapfels“ war viele Jahre lang in der Sowjetunion verboten und zählt heute zu den bemerkenswertesten Beispielen für den jüngeren sowjetischen Film.

UdSSR 1969, Regie: Sergei Paradschanow, mit Sofiko Tchiaourelli, Melkon Aleksanyan, Vilen Galstyan , 73 Min., armen. / georg. OmU

Links zum Film und Weiterlesen

„Sowjetischer Avantgardefilm von Sergej Paradschanow aus dem Jahr 1968: das Leben des armenischen Dichters Sajat-Nova als reine Filmpoesie. Cineastisches Meisterwerk: (wie) ein Gedicht“ (Cinema)

 

„Das kühnste, seltsamste, erstaunlichste Ding, das – neben Tarkowskis „Der Spiegel“ – in jenen Jahren in der Sowjet Union entstanden ist.“ (Der Spiegel)

 

„Im Tempel des Films gibt es Bilder, Licht und Realität. Sergei Paradschanow war der Meister dieses Tempels.“ (Jean-Luc Godard)

 

„Die Farbe des Grantapfels' von Paradschanow ist nach meiner Auffassung einer der besten zeitgenössischen Filme, der mit Perfektion und Schönheit beeindruckt.“ (Michelangelo Antonioni)

 

„Ich erinnere mich der Filme von Sergei Paradschanow, die ich sehr liebe, immer mit großer Dankbarkeit und Vergnügen. Seine Art zu denken, seine paradoxe poetische ... Fähigkeit die Schönheit zu lieben und die Fähigkeit in seiner Vision absolut frei zu sein.“ (Andrei Tarkowski, Regisseur von „Stalker“)

 

„Der Film von Sergej Paradshanow ist ein Film der Superlative. 1969 in Armenien gedreht, ist er einer der schönsten und künstlerisch entschiedensten Filme, die in der Sowjetunion entstanden sind. Und er ist, fünfzehn Jahre später, für unsere westliche Postmoderne ein einsames und nicht annähernd erreichtes Beispiel dafür, wie man mit Bildern und Geräuschen etwas zeigen kann, ohne dem Zwang der fortlaufenden Erzählung zu verfallen. Ernsthaft und spielerisch zugleich - das heißt lustvoll und mit subtilem Vergnügen - läßt Paradshanow die Welt des armenischen Dichters Aruthin Sayadin entstehen: ein gegenwärtiges 18. Jahrhundert, in rätselhaften, poetischen, modern-surrealistischen, liebevoll-ironischen Bildern: Ikone, freundschaftlich belebt von einem Zeitgenossen der Kunst des 20. Jahrhunderts.“ (Filmzentrale)

 

„Dieses Gefühl anderer Wirklichkeit, die im Kino sonst nur angedeutet wird, ist hier derart durchgängig gegeben, dass “ Die Farbe des Granatapfels ” als eigenständige Wahrnehmungsform geradezu süchtig machen kann.“ (Filmzentrale)