NEU IN BREMEN

Mo. 1.1. bis Mi. 3.1. / 20:00

Ghostland – Reise ins Land der Geister

Die Ju/’Hoansi-San, angesiedelt in der Kalahari Wüste, gelten als die größte und bekannteste Untergruppe der San („Buschleute“), die seit Jahrtausenden im heutigen Namibia leben. Sich selbst bezeichnen sie als „die wirklichen Menschen“, da sie, anders als andere Kulturgruppen im südlichen Afrika davon ausgehen, schon immer da gewesen zu sein. Doch in Zeiten des gegenwärtigen Fortschritts und der Globalisierung hat sich fast alles für die Ju/’Hoansi geändert: Sie sind gezwungen in Reservaten zu leben, das Jagen ist ihnen verboten, die ehemaligen Nomaden sind zwangsläufig sesshaft geworden. Die Neugier auf die „Anderen“ im „Land der Geister“, des hochmodernen Europas wächst. Und so begibt sich eine Gruppe auf eine Entdeckungsreise, die sie bis nach Frankfurt am Main führt.

„Seinen Charme gewinnt der Film nicht zuletzt aus den eingestreuten Interviews, die Einblick darin geben, wie die Ju/’Hoansi über diese fremde Welt denken. Und die uns dabei oft auf humoristische Weise den Spiegel vorhalten. Ghostland wurde 2016 mit dem Hessischen Filmpreis für die beste Dokumentation ausgezeichnet.“ (Lichter Filmfest)

D 2016, Buch & Regie: Simon Stadler, Catenia Lermer & Sven Methling, 86 Min., teilw. OmU

Do. 4.1. – Mi. 10.1. / 20:00

Casting

Für Regisseurin Vera geht ein Traum in Erfüllung: Sie wird ihren ersten Fernsehfilm inszenieren - ein Remake des Fassbinder-Klassikers Die bitteren Tränen der Petra von Kant. Doch kurz vor Drehbeginn fehlt Vera trotz zahlreicher Castings immer noch die Hauptdarstellerin. Während Perfektionistin Vera in aller Seelenruhe nach der Idealbesetzung sucht, geraten Produzent Manfred, Casterin Ruth und die restliche Film-Crew immer mehr in Panik. Lediglich Gerwin freut sich, denn je länger die Castings andauern, umso mehr verdient er. In seiner Funktion als Proben-Anspielpartner liefert Gerwin den Bewerberinnen die andere Hälfte ihres Dialogs. Insgeheim träumt er jedoch davon, eines Tages den Sprung vor die Kamera zu schaffen. Als dann unerwartet der männliche Hauptdarsteller abspringt, wittert Gerwin seine Chance.

Der neue Film Nicolas Wackerbarths, der seine Premiere bei der Berlinale 2017 feierte, jetzt in den deutschen Kinos. „Das intelligenteste Remake, das ich je gesehen habe. ... Wenn Sie nur einen Film im Festival sehen können: Mit „Casting“ machen Sie nichts falsch, auch wenn Sie den Namen „Fassbinder“ nie gehört haben und das Filmbusiness Sie nicht interessiert.“ (Der Tagesspiegel)

D 2017, Regie: Nicolas Wackerbarth, mit Andreas Lust, Judith Engel, Milena Dreißig, 94 Min., DF

Do. 11.1. + Sa. 13.1. - Mo. 15.1. + Mi. 17.1. / 20:00

Im inneren Kreis

Das Thema Geheimdienst und Verdeckte Ermittler*innen (auch V-Leute genannt) ist ein in Deutschland immer wiederkehrendes Thema, welchem dennoch nach wie vor zu wenig Aufmerksamkeit beigemessen wird. „Im inneren Kreis“ versucht dieser Achtlosigkeit ein Ende zu setzen: Der Film beschäftigt sich dokumentarisch mit den drei verdeckten Ermittlerinnen, die in der Roten Flora in Hamburg eingeschleust waren und vor kurzem mit großem Knall aufflogen. Sie hatten Informationen über die „linksradikale Szene“ gesammelt, dabei das Vertrauen der Akteur*innen gewonnen und sogar in Beziehungen mit selbigen gelebt. Die Überwachung wurde im Auftrag der allgemeinen „Sicherheit“ gerechtfertigt. Gerade in Zeiten der staatlichen Mobilmachung gegen Links (vor allem nach den Vorkommnissen von G20 in Hamburg) und dem wiederaufkommenden Erstarken rechtspopulistischer Stimmen in Deutschland und der Welt, stellt ››Im inneren Kreis‹‹ Fragen zu den Themen Freiheit, Demokratie, Sicherheit und Überwachung.

D 2017, Regie: Hannes Obens & Claudia Morar, 86 Min.

Webseite zum Film: http://www.iminnerenkreis-doku.de/