QUEERFILMNACHT

Die queerfilmnacht vereint die beiden bisherigen Filmprogramme – die rein lesbisch ausgerichtete L-Filmnacht und die schwule Gay-Filmnacht – und öffnet sich zugleich gegenüber Filmen, die auch andere sexuelle Identitäten wie Bisexualität, Transgender, Intersexualität usw. thematisieren.

Die queerfilmnacht wird in enger Kooperation mit dem SISSY-Blog programmiert, dem neuen Zuhause des SISSY-Magazins. Die SISSY, 2008 als Printmagazin gegründet, galt mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren und über 5.500 Abonnenten bis zu ihrer vorübergehenden Einstellung im Herbst 2015 als wichtigstes queeres Filmmedium in Deutschland und erfreute sich vor allem innerhalb der schwul-lesbischen Szene einer enormen Bekanntheit.

Im August 2016 ging die SISSY als Online-Magazin www.sissymag.de mit dem bewährten inhaltlichen Fokus und zahlreichen neuen Formaten an den Start. Die queerfilmnacht wird in der SISSY umfangreich präsent sein.

Fr. 21.2. / 20:00

Sa. 22.2.bis Mi. 26.2. / 20:30

Taxi zum Klo / QUEERFILMNACHT

Frank, von Freunden Peggy genannt, ist Lehrer, Bernd arbeitet in einem Kino. Bernds Zukunftstraum ist das ruhige Leben zu zweit, mit Blumentopf und Bauernhof. Anfangs sind die zwei auch glücklich in der Beziehung, doch mit der Zeit beginnt Frank sich zu langweilen. Er sucht das Abenteuer und die Sehnsucht lässt ihn Tag und Nacht in Berlin unterwegs sein, in Parks, Saunas und öffentlichen Toiletten auf der Suche nach schnellen Abenteuern. Bernd ist verzweifelt. Er bekocht Frank, wäscht seine Wäsche und sehnt sich nach Franks Treue. Auf einem Schwulen-Ball kommt es zur Eskalation.

Ripplohs Film ist ein Stück Zeitgeschichte schwulen Lebens Anfang der 1980er. Bemerkenswert ist der ironische und teilweise komödiantische Film auch wegen seiner damals und bis heute unerreichten offenen Darstellung von schwuler Sexualität

»TAXI ZUM KLO von 1980 ist der erste »Schwulenfilm«, in dem schwules Leben in Normalität gezeigt wird – nicht weil es inzwischen gesellschaftlich möglich geworden wäre, sondern weil die Protagonisten sich um Repression und sanktionierte Moral nicht bekümmern.« (Goethe Institut) Ausgezeichnet mit dem Max-Ophüls-Preis 1981 als bester fremdsprachiger Film bei den Boston Society of Film Critics Awards 1982.

BRD 1980 (digital restaurierte Fassung), Regie: Frank Ripploh, mit Frank Ripploh, Bernd Broaderup, Gitte Lederer, 95 Min.

Zum Weiterlesen

»Eine Komödie voller Selbstironie und raschem Witz. Dergleichen gab es noch nicht.« (SZ - Süddeutsche Zeitung

»Witzig charmant, konsequent, unsentimental.«(Time Magazine)

»„Taxi im Klo“ wurde 1981 aus dem Stand bejubelt, unisono von Zuschauern und Filmkritik. Gewiss, die Darsteller sprechen nicht wie Schauspieler, sondern wie Laien. Aber grad das machte den Witz, die Offenheit und die Ehrlichkeit (sprich: Authentizität) des Films aus. Und siehe da, das was überall sonst als Pornografie verboten wird, wurde in Ripplohs Film normal. Ein Einmalereignis. Die Behörden gaben den Film frei. Gedreht war er mit 100.000 DM ohne irgendein Fördermittel. „Taxi to the Toilet“ sahen in New York 200.000 Besucher. Eingespielt hatte er allein dort 1 Million Dollar. In Boston wurde er zum besten fremdsprachigen Film gekürt. In der BRD wurde er ebenfalls Kult. In den Kinos. Auf den Festivals (Hof, dann Saarbrücken mit dem renommierten Max-Ophüls-Preis). Aber weil das damals alles so war, bräuchte das heute nicht interessieren. Das Sensationelle ist doch, dass das, was Film-Einmalereignis der frühen achtziger Jahre war, auch heute funktioniert. Aus dem Stand. Jedenfalls bei mir. Mehr kann ich ja nicht sagen. Ich rede doch keinem etwas ein. Aber ich gönne allen die Fahrt mit dem Taxi zum Klo.« (Dietrich Kuhlbrodt, Filmzentrale)