Arvo Pärt und der Film / Film und Vortrag

Eine Veranstaltung mit freundlicher Unterstützung durch die Botschaft von Estland.

Zu Gast: Kulturattachée Merit Kopli

Di. 4.2. / 17:30 * Film;

Di. 4.2. / 20:00 * Vortrag: „Arvo Pärt und das Kino der Welt“ v. Karl-Heinz Schmid; zu Gast: Kulturattachée Merit Kopli; Eintritt frei;

Mi. 5.2. + Do. 6.2. / 18:00 (nur Film)

Mia Madre / FILM

Es scheint, als wäre Margherita vom Pech verfolgt: Die Beziehung ist in die Brüche gegangen, der Zustand ihrer bettlägerigen Mutter verschlimmert sich dramatisch und das aktuelle Filmprojekt gerät wegen eines exzentrischen Schauspielers ins Stocken. Obendrein hat ihre pubertierende Tochter Livia entschieden, sie zu hassen und zieht wieder zu ihrem Vater. Während Margheritas Bruder Giovanni sich um die im Sterben liegende Mutter kümmert und zugleich versucht, seiner Schwester Halt zu geben, merkt Margherita erst gar nicht, wie sehr sie am Rande ihrer Kräfte ist.

Nanni Moretti verwendet im Film sieben Stücke von Arvo Pärt, die zu den melancholischen Tönen der Geschichte eine perfekte musikalische Untermalung bilden. Kein anderer Film enthält derart viele, verschiedene Stücke des estnischen Komponisten.

I/F 2015, Regie: Nanni Moretti, mit Margherita Buy, John Torturro, Nanni Moretti, 106 Min., OmU

Zum Weiterlesen

„Vordergründig greift Nanni Moretti in »Mia madre« eigene Erlebnisse und Erfahrungen auf. Während der Dreharbeiten zu »Habemus Papam«, seinem letzten Spielfilm, ist seine Mutter verstorben…»Mia madre« kreist jedoch nicht nur um den Abschied von der Mutter. Auf eine ganz und gar unaufgeregte Weise erzählt Moretti hier vom Ende aller großen Träume und Hoffnungen seiner Generation.“

Sascha Westphal in /www.epd-film.de

Erinnerungen, die alles fluten

„Die Filme Nanni Morettis stehen quer zu allem, was auf der Leinwand gerade angesagt ist. Sie sind unökonomisch, haben dafür eine ganz eigene Melodie. In „Mia Madre“ ist nun eine Regisseurin die Hauptfigur.“ Von Andreas Kilb für: www.faz.net

Di. 4.2. / 20:00 * Vortrag: Karl-Heinz Schmid; zu Gast: Kulturattachée Merit Kopli; Eintritt frei

„Arvo Pärt und das Kino der Welt“ / VORTRAG mit Film- und Musikbeispielen

Von Karl-Heinz Schmid

Die Werke des estnischen Komponisten Arvo Pärt gehören zu den am häufigsten und weltweit gespielten Stücken neuer Musik des 20.und 21. Jahrhunderts. Nach frühen Kompositionen im Stil der Moderne und unter Verwendung religiöser Texte und Motive musste Pärt 1980 auf Druck der sowjetischen Regierung Estland verlassen. Er emigrierte nach Wien und lebte dann von 1981 bis 2008 in Berlin.

Es sind diese Jahre, in denen Pärt - nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit dem Label ECM – mit Preisen ausgezeichnet wurde und zu Weltruhm gelangte.

Zu dieser Zeit komponierte er nicht mehr für Filme, doch lassen sich mehr als 100 Filme auflisten, die eins oder mehrere seiner Stücke einsetzen. Arvo Pärts oftmals raffiniert minimalistische Kompositionen wie „Für Alina“, „Spiegel im Spiegel“ oder religiöse Orchesterwerke wie z.B. „Fratres“ werden von Terence Malick, Tom Tykwer, Michael Moore und vielen anderen regelmäßig für ihre Filme auserwählt. Weltweit bereichert seine Musik den Soundtrack verschiedenster Genres.

Der Vortrag gibt einen Überblick über Biographie und musikalisches Schaffen Arvo Pärts und stellt zahlreiche Stücke in Filmausschnitten internationaler Produktionen vor.