Do. 6.2., Sa. 8.2. bis Mo. 10.2., Mi. 12.2., Do. 13.2. / 20:30

Mishima: Ein Leben in vier Kapiteln / KLASSIKER

Yukio Mishima (1925 – 1970) ist in Japan ein gefeierter Autor. Mit dem Bekenntnisroman »Geständnis einer Maske« (1949) weckt er das weltweite Interesse von Kritik und Publikum. Der in seiner Kindheit oft kranke Schriftsteller wird zum Popstar der jungen japanischen Literatur, huldigt einem narzisstischen Körper- und Muskelkult und sehnt sich nach dem Tod. Seine Arbeiten thematisierten stets neurotische Obsessionen und existentielle Schuldverstrickungen. Mishima ist angewidert von der kommerziellen Welt seines Heimatlandes und wird in den 60er Jahren zu einem radikalen Hardliner, der eine Rückbesinnung auf die traditionellen Werte Japans fordert. Kurzerhand gründet er eine kaisertreue Privatmiliz. Am 25. November 1970 beendet Mishima sein Manuskript und nimmt mit seinen Anhängern einen General der japanischen Armee als Geisel. In seiner Proklamation fordert er den Sturz der japanischen Regierung. Als sein Aufruf ungehört verhallt, begeht er Seppuku, den rituellen öffentlichen Selbstmord.

1985 drehte Paul Schrader das stark fiktionalisierte und sehr außergewöhnliche Biopic „Mishima“ über den Ausnahmekünstler. Die prachtvollen, oft surreal anmutenden Bilder werden immer wieder mit in Schwarzweiß gedrehten Rückblenden und verfilmten Szenen aus Mishimas Werken verbunden.

Diese kommt nun fast 35 Jahre später als restaurierter Director’s Cut zurück auf die Leinwand.

Mishima: A Life in Four Chapters – USA, J 1985/ 2019), Regie: Paul Schrader, mit Ken Ogata, Kenji Sawada, 120 Min., engl. jap. OmU

Zum Weiterlesen

»Mit „Mishima: Ein Leben in vier Kapiteln“ hat Paul Schrader ein herausragendes, weil erfrischend anderes, Biopic inszeniert. Der Regisseur springt fröhlich zwischen den Zeit- und Handlungsebenen vor und zurück, bezieht sich in der Rahmenhandlung auf das tatsächliche Leben des japanischen Star-Autoren, konzentriert sich aber in der meisten Zeit auf die Adaption verschiedener Werke von Mishima. Diese durchaus besondere Art der Näherung, die Paul Schrader für sein Werk gewählt hat, ist es, die den besonderen Reiz des Werkes ausmacht. « (Moviebreak.de)

»„Mishima – Ein Leben in vier Kapiteln“ ist ein Film über einen streitbaren Künstler, über den Zusammenhang von Kunst und Leben sowie den Extremen, zu denen dies führen kann. Abstrakt in der Inszenierung und getragen von einer beachtlichen schauspielerischen Leistung Ken Ogatas wird dieser Film seinen Zuschauer faszinieren und abstoßen gleichermaßen. Aber kalt lassen wird er ihn nicht.« (film-rezensionen.de)

»Brillant inszenierter Film im Director's Cut « (Kunst + Film)