ZWEITE CHANCE

Viele Filme sind schneller wieder aus dem Kino, als es den Zuschauern lieb ist. Hier kriegen Filme und die Zuschauer, die sie verpasst haben, ihre zweite Chance auf eine Begegnung im Kino.

Fr. 1.2. + Di. 5.2. / 18:00

Sa. 2.2., So. 3.2. + Mi. 6.2. / 20:30

Touch Me Not / ZWEITE CHANCE

Welche Vorstellungen von Intimität prägen unser Zusammensein? Welche Rolle spielt körperliche Nähe dabei? Ohne zu werten begleitet »Touch Me Not« drei Personen bei der Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Sexualität. Bestehende Perspektiven werden hinterfragt, körperliche Tabus gebrochen und neue Sichtweisen von Nähe und Intimität eröffnet. Fiktion und Realität verweben sich durchgehend. Neben klassischen Interviewsituationen, zeigt der Film seine Protagonist*innen auch bei Workshops zur Körperwahrnehmung, mit Callboys und in BDSM-Swingerclubs. Im Fokus stehen hier immer die Sehnsucht nach körperlicher Nähe sowie die Unfähigkeit dazu. »Selten hat ein mit dem Goldenen Bären auf der Berlinale ausgezeichnetes Werk derart emotionale und kontroverse Reaktionen hervorgerufen.«

RUM/D/CS/BUL/F 2018, Regie: Adina Pintilie, mit Laura Benson, Tómas Lemarquis, 125 Min., engl. OmU

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»TOUCH ME NOT ist nicht einfach ein Film. Es ist eine Erfahrung. Und eine so intime und so tiefgründige, dass man das Kino entweder frühzeitig verlässt, weil man die Macht dieser Intimität nicht ertragen kann, oder man bleibt bis zum Ende auf die Gefahr hin, dass man das Werk und die Fragen, die es sich stellt, noch lange mit sich herumtragen wird und diese vielleicht sogar ganz fundamentale Änderungen nach sich ziehen. « (Vollständige Kritik / Kino-Zeit)

»Ein Film, der die Synapsen seiner Zuschauer neu verdrahtet. [...] Anfangs verstört er seine Zuschauer - nur, um sie dann umso mehr zu berühren. [...] Hat auf der Berlinale zurecht den Goldenen Bären gewonnen. « (Vollständige Kritik / SZ)

So. 3.2. und Mo. 4.2. / 17:45

Leave No Trace / ZWEITE CHANCE

Die 13-jährige Tom und ihr Vater Will, ein traumatisierter Kriegsveteran, leben seit vielen Jahren unentdeckt in Forest Park, einem riesigen Waldgebiet am Rande von Portland, Oregon. Eine zufällige Begegnung führt zu ihrer Entdeckung und die Sozialbehörde zwingt sie zu einem „normalen“ Leben. Beide versuchen, sich an ihre neue Umgebung anzupassen und in die Gesellschaft zu integrieren. Doch Tom hält es aufgrund seines Traumas nicht lange aus und sie fliehen zurück in die Wildnis. In der Not erfahren sie viel Hilfe von anderen Menschen, die wie sie am amerikanischen Traum gescheitert sind.

»Leave No Trace« ist der aktuelle und eindringliche Film von Debra Granik (»Winter’s Bone«): „Mit leisen Tönen balanciert Debra Granik diese posttraumatische Lebensrealität mit der Adoleszenz der Tochter. Was die sozial und erzählerisch grundverschiedenen Welten von Coming of Age und Kriegsheimkehrergeschichte so bedachtsam miteinander vereint, ist nicht etwa ein präzise geschliffene dramaturgische Gewichtung, sondern eine vorbehaltlose Empathie, mit der die Regisseurin sowohl von der Flucht aus der Gesellschaft, als auch von der Hinwendung zur Gesellschaft erzählt.“ (Karsten Munt, programmkino.de).

USA 2018, Regie: Debra Granik, mit Thomasin McKenzie, Ben Foster, Isaiah Stone, Jeff Kober, 109 Min., engl. OmU

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Kritik von Karsten Munt https://www.programmkino.de/content/links.php?id=4252

 

»Debra Graniks lang erwarteter Nachfolgefilm zu »Winter's Bone« erzählt mit Einfühlungsvermögen und scharfem Blick auch für Widersprüche von einem Kriegsveteranen, der mit seiner 13-jährigen Tochter vor der Zivilisation flieht.« (Vollständige Kritik / epd-Film)

 

»Bevor sie Film studierte und ihre Karriere begann, machte Debra Granik im Auftrag von Gewerkschaften Lehrfilme über Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Im Studium entdeckte sie ihre Liebe zum europäischen Neorealismus der Nachkriegszeit. Im Gegensatz zu vielen Kollegen und Kolleginnen, die ihr Werk nicht festgelegt wissen wollen, ordnet Granik ihre Filme ganz offensiv dem sozialen Realismus zu. Ein schwieriger, weil schwammiger Begriff. Aber Winter’s Bone und Leave No Trace zeigen, was sie damit meint: Klassisches Filmhandwerk ohne verfremdende Elemente, das sich ganz in den Dienst einer Geschichte stellt, die an einem sehr spezifischen Ort spielt.« (Vollständiger Artikel / Zeit Online)

Do. 21.2., Fr. 22.2. + Do. 28.2. / 18:00

So. 24.2. bis Mi. 27.2. / 20:30

Cold War - Der Breitengrad der Liebe / ZWEITE CHANCE

Im Jahr 1949, zur Zeit des polnischen Wiederaufbaus, reist Komponist Wiktor durch die abgelegenen Bergdörfer Polens, um dort nach traditionellen Liedgut und versteckten Gesangstalenten zu suchen. Er möchte dem kulturellen Leben seines Landes neues Leben einhauchen. Auf seiner Reise trifft Wiktor die talentierte rebellische Zula, die schon bald im Mittelpunkt seines Ensembles steht. Sie beide verlieben sich ineinander und ihre brennende Leidenschaft scheint grenzenlos.

Als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin zur Flucht. Doch Zula, die eigentlich mit ihm fliehen wollte, erscheint nicht am vereinbarten Treffpunkt. Viele Jahre später sehen sich beide in Paris wieder.

Zwischen Heimat und Exil, zwischen Leidenschaft und Verlust sind Frankreich, Jugoslawien und Polen die Schauplätze der fatalen Liebe eines Paares, das vor dem Hintergrund des Kalten Krieges ohne einander nicht leben kann und miteinander fast keinen Frieden findet.

Zimna Wojna - PL/GB/F 2018, Regie: Pawel Pawlikowski, mit Joanna Kulig, Tomasz Kot, Borys Szyc, 88 Min., poln. OmU

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»In seinem einzigartigen Meisterwerk gelingt dem Oscar-Preisträger Paweł Pawlikowski eine überragend starke Liebesgeschichte, die in ihrer Unerbittlichkeit und brillanten Intensität unendlich lange nachwirkt.« (MM-Filmpresse)

»Grandioser Liebeskrieg. Es ist ein funkelndes Meisterwerk.« (Zeit-Online)