QUEERFILMNACHT

Die queerfilmnacht vereint die beiden bisherigen Filmprogramme – die rein lesbisch ausgerichtete L-Filmnacht und die schwule Gay-Filmnacht – und öffnet sich zugleich gegenüber Filmen, die auch andere sexuelle Identitäten wie Bisexualität, Transgender, Intersexualität usw. thematisieren.

Die queerfilmnacht wird in enger Kooperation mit dem SISSY-Blog programmiert, dem neuen Zuhause des SISSY-Magazins. Die SISSY, 2008 als Printmagazin gegründet, galt mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren und über 5.500 Abonnenten bis zu ihrer vorübergehenden Einstellung im Herbst 2015 als wichtigstes queeres Filmmedium in Deutschland und erfreute sich vor allem innerhalb der schwul-lesbischen Szene einer enormen Bekanntheit.

Im August 2016 ging die SISSY als Online-Magazin www.sissymag.de mit dem bewährten inhaltlichen Fokus und zahlreichen neuen Formaten an den Start. Die queerfilmnacht wird in der SISSY umfangreich präsent sein.

Fr. 15.2. / 20:30

Just Friends / QUEERFILMNACHT

Yad hat während seines Medizinstudiums in Amsterdam zu oft gefeiert und zu viele Drogen konsumiert. Nun muss er die Sommerferien bei seiner strengen Mutter auf dem Land verbringen. Nebenbei hilft er einer älteren Dame im Haushalt und lernt so deren taffen Enkel Joris kennen. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander. So entwickelt sich aus Freundschaft im Laufe der Zeit Liebe. Die Mütter der Jungs sind von der Beziehung jedoch wenig begeistert. Außerdem muss Yad im Herbst zurück nach Amsterdam, um sein Studium fortzuführen. Kann ihre Liebe mehr sein, als eine kurzlebige Sommeraffäre?

Gewoon Vrienden - NL 2018, Regie: Ellen Smit, mit Majd Mardo, Josha Stradowski, Jenny Arean, Melody Klaver, Nazmiye Oral, Mohamad Alahmad, 81 Min., niederländ. OmU

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»Sunshine gay cinema is what we need in order to balance all the heartache coming from the tragedy aisle of the LGBT celluloid supermarket. Cinema can create the world as it should be, and in the case of Just Friends, the tolerance is so overwhelming as to be inspiring.« (Vollständige Kritik auf Englisch / Celluloid Paradiso)

Mi. 20.2. / 20:30

Der verlorene Sohn / QUEERFILMNACHT Preview

Jared ist 19 Jahre alt und er ist homosexuell. Doch sein Vater, ein Baptistenprediger im Bible Belt in Arkansas, kann dies nicht akzeptieren. Eine „Reparativtherapie“ in einem Institut soll ihn wieder zu einem „normalen“ Mann machen. Seine Mutter, die ihn begleitet, merkt, wie Jared unter dem psychischen Druck der Methode leidet. Und sie spürt auch, dass sie und ihr Mann Gefahr laufen, ihren Sohn, den sie doch lieben, für immer zu verlieren.

In seiner zweiten Regiearbeit verfilmt Joel Edgerton die wahre Geschichte des Garrard Conley, basierend auf dessen Buch "Boy Erased: A Memoir". Der Film zeigt klar Edgertons Haltung gegenüber dieser Methode, verurteilt aber nicht die Eltern, die in ihrer Verzweiflung und den Vorgaben ihres Glaubens gefangen sind und nur das Beste für ihren Sohn wollen. Lucas Hedges, Nicole Kidman und Russell Crowe arbeiten die Ambivalenz der Figuren gekonnt und glaubwürdig heraus. Kann es richtig sein, das Individuum zu brechen, weil die Gemeinschaft es verlangt? Fast eine Million US-Amerikaner haben eine solche Pseudotherapie durchlaufen, da sie auch heute erst in einer Handvoll US-Bundesstaaten verboten ist.

Boy Erased - USA 2018, Regie: Joel Edgerton, mit Lucas Hedges, Russell Crowe, Nicole Kidman, 115 Min., OmU

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Filmbewertung Prädikat: besonders wertvoll
https://www.fbw-filmbewertung.com/film/der_verlorene_sohn

 

Ein junger Mensch wird in einem Umerziehungscamp von sadistischen Aufsehern einer brutalen Gehirnwäsche unterzogen, um seinen Willen zu brechen. Nordkorea? Eine Diktatur? Eine Sekte? Nein, die USA im 21. Jahrhundert! Basierend auf dem autobiografischen Roman von Garrard Conley, schildert das höchst bewegende Drama die Leidensgeschichte des 19-jährigen Jared…
https://www.programmkino.de/content/links.php?id=4285