FILM DES MONATS

Es gibt sie, diese Momente, in denen das Licht im Kinosaal langsam wieder angeht und wir noch lange sitzen bleiben, weil wir wissen, dass wir gerade etwas wirklich Außergewöhnliches gesehen haben. Manche Filme wirken in uns nach – auch noch lange nach dem Kinobesuch. Unser Film des Monats ist die monatliche Empfehlung unserer Programmmacher*innen: Individuell ausgewählte Filme, die uns besonders beeindruckt haben. Einige, weil sie auf bemerkenswerte Weise aktuell relevante Themen verhandeln und unsere Sicht verändern, andere, weil sie sich durch eine außergewöhnliche Ästhetik auszeichnen, emotional berühren oder neugierig auf das Werk aufstrebender Filmschaffender machen. Der Film des Monats ist häufig aktuell, muss es aber nicht sein – auch Klassiker und neu entdeckte Filmschätze vergangener Jahre und Jahrzehnte finden ihren Platz.

Fr. 1.2., Mo. 4.2., So. 17.2. / 20:30

Sa. 2.2., So. 3.2., Mi. 6.2., Fr. 15.2., Di. 19.2. / 18:00

Rafiki / QUEERFILMNACHT

»Good Kenyan girls become good Kenyan wives« – dieser Satz des fanatisch-homofeindlichen Predigers der örtlichen Kirche bezeichnet den Lebensweg, der für Kena und Ziki, Kinder zweier rivalisierender Lokalpolitiker*innen, von Gesellschaft und Familie vorbestimmt ist. Doch Kena und Ziki verlieben sich ineinander und lassen sich nicht vorschreiben, wie sie zu leben haben. Ihre Liebe wächst im Geheimen, sie inspirieren sich gegenseitig und träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Aber Verrat und Gewalt zwingen sie, sich zwischen Glücklichsein und Sicherheit zu entscheiden. Rafiki strotzt vor Kraft, bejaht das Leben in Afrika in Freiheit und mit Toleranz. Er fordert heraus. Rafiki bedeutet in Swahili »Freund*in« und bezeichnet in Kenia auch eine gleichgeschlechtliche Beziehung. Der Film, der unter großen Risiken für alle Beteiligten entstand, wurde in seinem Entstehungsland zunächst verboten, bevor er dann doch für sieben Tage gezeigt werden durfte. Homosexualität ist in Kenia strafbar und wird mit bis zu 14 Jahren Haft geahndet.

Kenia 2018, Regie: Wanuri Kahiu, mit Samantha Mugatsia, Sheila Munyiva, 83 Min., engl. / swahili OmU

Zum Weiterlesen

 

»Eine kenianische Liebesgeschichte, die im Herkunftsland noch vor ihrer Premiere verboten wurde. Rafiki strotzt vor Kraft, bejaht das Leben in Afrika, in Freiheit, mit Toleranz – und fordert heraus.« (Vollständige Kritik / Critic.de)

 

»Ein futuristischer Film, der hoffnungsvoll in die Zukunft blickt und auch das Gemeinsame, das Menschliche in allem sucht.« (Vollständige Kritik / Kino-Zeit)

 

»Shamefully banned in its home country of Kenya, Wanuri Kahiu's tender tale of first lesbian love is modest, flawed and valuable.« (Vollständige Kritik auf Englisch / Variety)

 

»[A] poignant but slender drama...« (Vollständige Kritik auf Englisch / The Hollywood Reporter)

 

»Banned in its home country, this delicate love story breaks no new ground, but feels progressive nonetheless.« (Vollständige Kritik auf Englisch / Indiewire)

 

»It's hard to escape the feeling that the film is basically an extended public service announcement; Kahiu has few discernible goals apart from drawing attention to an important subject.« (Vollständige Kritik auf Englisch / Chicago Reader)

 

»Ein Gericht in Kenia hat das Verbot [von RAFIKI], der von einer lesbischen Liebesgeschichte handelt, vorläufig aufgehoben. Das Gericht in Nairobi habe entschieden, dass der Film "Rafiki" sieben Tage lang gezeigt werden dürfe…« (Vollständiger Artikel vom 21.9.2018 / Süddeutsche Zeitung)