NEU IN BREMEN

Do. 8.2. + Mo. 12.2. / 18:00
Fr. 9.2. + 10.2. + 13.2. / 20:30

Letzte Tage in Havanna

Havanna: Diego und Miguel, beide Mitte vierzig und Freunde aus Kindertagen, leben in einer heruntergekommenen Wohnung, ohne fließend Wasser und jeglichen Komfort. Doch die Lebenssituation der beiden könnte unterschiedlicher nicht sein: Miguel hat alle Hände voll zu tun mit seinem Job als Tellerwäscher in einem Restaurant und als Ansprechpartner für die gesamte Nachbarschaft. Er kümmert sich vor allem um Diego, dessen HIV-Erkrankung ihn ans Bett fesselt. Diego versucht das Beste aus der ihm verbleibenden Zeit zu machen, sich seine Lebensfreude zu erhalten, während Miguel sich immer mehr verschließt und auf die Papiere für die lang ersehnte Auswanderung in die USA wartet, um der Trostlosigkeit zu entkommen.

Ùltimos días en la Habana - Kuba 2016, Regie: Fernando Pérez, mit Jorge Martínez, Patricio Wood & Gabriela Ramos, 93 Min., OmU

Do. 22.2 / 18:00
Mo. 26.2. + 27.2. / 20:30

Liebes Ich

Wer kennt sie nicht: Versäumte Chancen; das Bereuen von Dingen, die lange zurückliegen; Enttäuschungen und vieles mehr. Doch wie damit umgehen? Was kann sich ändern? Was wünschst du dir? Wovon träumst du? Und nach was sehnst du dich schon viel zu lange? Nach einer gescheiterten Beziehung hatte die Filmemacherin Luise Makarov die Idee, einen Brief an sich selbst zu schreiben, Anrede: Liebes Ich. Darin verarbeitete sie die Enttäuschungen ihrer Beziehung und die Worte, die sie sich von ihrem Ex-Freund gewünscht, jedoch nie gehört hatte. Von der Idee inspiriert forderte Makarov Bekannte und völlig fremde Leute dazu auf, dasselbe zu tun, und erhielt eine Menge Antworten. LIEBES ICH zeigt erträumte Realitäten, Sehnsüchte und Hoffnungen verschiedener Menschen, die uns allen irgendwie doch vertraut vorkommen.

"Natürlich sind all diese sehr individuellen Momente trotzdem keine großen Geschichten im eigentlichen Sinne, darum geht es in Makarovs Film auch gar nicht. Vielmehr spürt sie leichtfüßig, mit reichlich Empathie und großer persönlicher Offenheit etwas anderem Höherem nach. Pathetisch gesprochen: All dem Sinn und Unsinn ("Dann werd’ ich vielleicht Tierfilmer.") des Lebens, egal in welcher Altersstufe oder Lebensphase man gerade steckt, all den Möglichkeiten und Glücksmomenten ("In zwei Tagen werde ich erfahren, dass ich schwanger bin."), ohne die verpassten Chancen wie tragischen Augenblicke ("Schwierig, es gibt so vieles, was ich ihr sagen würde.") auszusparen. Alles in allem ist „Liebes Ich“, ein höchst inspirierender Dokumentarfilm, einer mit Herz und Tiefgang sowie langer Nachwirkung: Fortsetzung dringend erwünscht." (Simon Hauck, Filmfestival Max Ophüls Preis 2017)

D 2017, Regie: Luise Makarov, 102 Min.