Globalisierungskritik / Filmreihe Globale

In Kooperation mit attac Bremen zeigt das City46 im Februar im Rahmen des „globalisierungskritischen Filmfestivals Bremens“ folgende vier Filme. Alle Filme mit Diskussion. Die Filmreihe wird im März fortgesetzt.

Do. 1.2. / 20:15 * mit Diskussion

Banking Nature

Seit einigen Jahren boomt ein neuer Markt, der die Natur ökonomisch nutzbar macht. Der Rückgang der biologischen Vielfalt beispielsweise lässt den Marktwert von lebenden Arten steigen. Doch welche Gefahren drohen Mensch und Natur, wenn Wirtschaft und Banken die lebenden Ressourcen der Erde in Besitz nehmen? Wenn sie Tiere und Pflanzen zu Finanzprodukten machen und die Umwelt in spekulatives Kapital ummünzen? „Banking Nature“ untersucht in verschiedenen Ländern die besorgniserregende Umwandlung der natürlichen Ressourcen in Handelsgüter, die in monetäre Kreisläufe gelangen. Wie wurde der Umweltschutz zu einem globalen Markt? Warum interessiert sich die Finanzwelt so brennend für diesen neuen Wirtschaftsbereich? Welcher Zusammenhang besteht zwischen den Akteuren der neuen Märkte und den Verantwortlichen für die jüngste weltweite Finanzkrise? Welchen Einfluss üben Lobbys bei internationalen Institutionen wie den Vereinten Nationen oder der EU aus, um dieses „Naturkapital“ zu mehren? Welchen Gesetzen unterliegen diese neuen Märkte? In Uganda fallen viele Menschen der Spekulation mit der Natur zum Opfer. In Brasilien werden massenhaft Lügenmärchen über die angebliche Rettung des tropischen Regenwaldes verbreitet. In den Vereinigten Staaten und in Malaysia haben Banken jetzt begonnen, vom Aussterben bedrohte Tierarten zu „schützen“. Anhand konkreter Beispiele konfrontiert der Dokumentarfilm Entscheidungsträger und Politiker mit den Gefahren ihres Handelns für Umwelt und Bevölkerung. Inzwischen wird eine heftige Debatte über den Handel mit unserem Naturerbe geführt. Manche Wirtschaftswissenschaftler sehen in diesen Transaktionen die Vorboten einer neuen Finanzkrise. Aber diesmal steht die Zukunft der Natur auf dem Spiel – und damit die Zukunft von uns allen.

„How much are the rainforests of the Amazon, the coral reefs of Hawaii, and the world's bees worth?” (Le Figaro)

F 2015, Regie und Drehbuch: Denis Delestrac & Sandrine Feydel, 88 Min., DF

Quellen-Text von globale-bremen.de

Do. 8.2. / 20:00 * mit Diskussion

Das System Milch – Die Wahrheit über die Milchindustrie

Milch ist Big Business. Hinter dem unschuldig anmutenden Lebensmittel verbirgt sich ein milliardenschweres Industriegeflecht. Profit wird auf Kosten der Umwelt, der Tiere, der Menschen und unserer Gesundheit gemacht. Dabei ginge es auch anders… „Das System Milch“ ist eine cineastische Reise über mehrere Kontinente, die mit Vorurteilen aufräumt und Lösungen aufzeigt. Auf fast jeder Milchpackung prangt das Bild glücklicher Kühe, doch die Wirklichkeit sieht schon lange anders aus. Aus der Milchviehwirtschaft ist eine milliardenschwere Industrie geworden, die dafür sorgt, dass der Milchkonsum weltweit konstant ansteigt. Der Dokumentarfilm wirft einen Blick hinter die Kulissen der Milchindustrie, zeigt eindringlich die Konsequenzen für Menschen, Tiere und Umwelt auf und stellt dar, welche Verantwortung Politik und Verbraucher in einer globalisierten Welt tragen.

Eine hochwertige ARTE Koproduktion des renommierten Regisseurs und GRIMME-Preisträgers Andreas Pichler („Das Venedig Prinzip“, „Call Me Babylon“). 2015 erhielt er den Deutsch-Französischen Journalistenpreis für „Europe for Sale“. Prädikat: Wertvoll
„Vollgepackt mit Information, gut strukturiert, nüchtern erzählt und genau deshalb erschreckend".
(Süddeutsche Zeitung)

D 2017, Regie und Buch: Andreas Pichler, 90 Min.

Quellen-Text von globale-bremen.de

 

Rezensionen

  • "Eindringlich!" (3sat, Kulturzeit)
  • "Vollgepackt mit Information, gut strukturiert, nüchtern erzählt und genau deshalb erschreckend" (Süddeutsche Zeitung)
  • "Verzichtet auf polemische Zuspitzungen- entwirft ein komplexes Bild mit zahlreichen Interessenskonflikten. Insbesondere überzeugt der Film auch durch seine einfallsreiche Kameraarbeit." (filmdienst)
  • "Eindringlich, unbedingt anschauen!" (SWR)
  • "In ruhigen und dennoch aussagekräftigen Bildern gelingt es Pichler, die Komplexität des Themas darzustellen." (Münchner Merkur)
  • "Die beeindruckende Doku zeigt die Machenschaften der globalen Milchindustrie und ihre Folgen für Tiere, Umwelt und Menschen." (utopia.de)

Do. 15.2. / 20:30 * mit Gästen und Diskussion
Sa. 17.2. + So. 18.2. / 18:00

The End of Meat

Als das Hausschwein Esther darauf wartet, dass für sie ein Stück Speck aus der Pfanne fällt, ist es um Steve und Derek geschehen: Fleisch kommt bei ihnen ab sofort nicht mehr auf den Tisch. Aber wie könnte eine Zukunft aussehen, in der wir kein Fleisch mehr essen? Oder überhaupt keine Produkte mehr konsumieren, für die Tiere ausgebeutet werden? In seinem Dokumentarfilm besucht Marc Pierschel die Kanadier Steve und Derek mit ihrem Hausschwein, trifft die Pioniere der veganen Revolution in Deutschland und reist in die erste vegetarische Stadt Indiens. Auf dem Weg zu einer fleischfreien Gesellschaft gibt es viele offene Fragen: Was tun mit den vielen Millionen Nutztieren, die auf der Welt leben? Wie wird künstliches Fleisch hergestellt? Wovon soll sich die Menschheit ernähren, wenn Fleisch als Lebensmittel wegfällt? Und wie hängen Ausbeutung und Unterdrückung von Tieren mit der Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen zusammen?

D 2017, Regie: Marc Pierschel, 96 Min., teilw. OmU

Webseite des Films:
http://www.theendofmeat.com/

Regisseur Marc Pierschel im Interview mit vegannews.de:
http://www.vegan-news.de/the-end-of-meat/

Do. 22.2. / 20:00 * mit Diskussion

Fairness – Zum Verständnis von Gerechtigkeit

Warum akzeptieren wir Ungleichheit und soziale Ungerechtigkeit auf so vielen Ebenen?
Das ist eine der zentralen Fragen, die „Fairness“ zu beantworten versucht. Anfänglich mit einigen überraschenden, sozialen Experimenten, die andeuten, dass unsere Bereitschaft ungleiche Systeme zu unterstützen, weit größer ist als wir oft zugeben mögen. Wir besuchen verschiedene Länder und über den Globus verteilte Experten, um zu sehen, wie ganze Wirtschaften verändert wurden, damit sie mit mehr Gerechtigkeit funktionieren. Regisseur Alex Gabbay erläutert in seinem Dokumentarfilm Aspekte von Fairness und Ungleichheit und untersucht was es braucht, um ein unfaires System zu ändern. Dabei werden Ungleichheiten in den Gebieten Wirtschaft, Politik und Soziales aufgegriffen, um einen Denkanstoß und einen aktuellen Blick darüber zu geben, was Gleichheit tatsächlich für uns bedeutet.

„Fairness, [schafft das], was Dokumentarfilmen nicht immer gelingt: den Zuschauer über die Dauer des Films hinaus zum Nachdenken anzuregen“. (kino-zeit.de)

The Price of Fairness – UK 2017, Regie: Alex Gabbay, 77 Min., OmU