Cool Japan / Filmreihe Nov. 17 – April 18

Im Rahmen der Ausstellung „Cool Japan“ im Übersee-Museum Bremen präsentiert das CITY 46 jeden Monat bis zu drei Filme, die entweder einem bestimmten Genre oder Thema zugeordnet werden können. Dabei wird der Ansatz von „Cool Japan“ aufgegriffen, die populäre Kultur seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu thematisieren. So werden Manga-Verfilmungen und Animes ebenso vertreten sein wie meditative Filme, Samurais ebenso wie Kabuki-Schauspieler, aber auch Themen wie die japanische Faszination für Technik bzw. ihre Anfälligkeit, wie es Fukushima gezeigt hat. Natürlich gibt es auch japanische Komödien und Kinderfilme.

In Kooperation mit dem Übersee-Museum Bremen

Flyer zum Download hier.

NOVEMBER: ALTE UND NEUE MEISTER

Di. 7.11. / 20:30 * Eröffnung mit Gästen

Rashomon

Als ein tosendes Unwetter über sie hereinbricht, suchen ein Priester, ein Holzfäller und ein Wanderer Zuflucht unter dem Dach einer Ruine. Dort berichten der Priester und der Holzfäller dem Dritten von einem Verbrechen, das sich drei Tage zuvor zugetragen hat. Es handelt sich um den Mord an einem Samurai und die Vergewaltigung von dessen Frau. Der Holzfäller hat die Leiche und den Tatort gefunden, der Priester die Opfer nur kurz zuvor noch im Wald getroffen. Verdächtigt wird der Bandit Tajômaru. Um den Fall zu lösen, werden drei Zeugen zusammengesucht: der Bandit selbst, die geschändete Frau und der Geist des Samurais, der durch ein Medium spricht. Obwohl alle drei Versionen ähnlich sind, gibt es doch gravierende Unterschiede. Also wer sagt die Wahrheit?
Mit RASHOMON, der in Vendig 1951 mit dem Goldenen Löwen und bei der Oscarverleihung als Bester ausländischer Film ausgezeichnet wurde, hielt der japanische Film Einzug ins Weltkino.

J 1950, Regie: Akira Kurosawa, mit Toshiro Mifune, Takashi Shimura, 88 Min., OmU

Sa. 18.11. bis Mi. 22.11. / 20:00

Mr. Long

Der taiwanesischer Auftragskiller Long übernimmt einen Auftrag in Japan. Doch die Mission missglückt und er taucht schwer verletzt in einer Vorstadt unter. Unvermittelt erhält er dort Hilfe von einem kleinen Jungen, der fortan nicht von seiner Seite weicht. Im Gegenzug beginnt Long, für den achtjährigen Jun und dessen drogenabhängige Mutter zu kochen. Auch in der Nachbarschaft bleiben die Kochkünste des Fremden nicht lange verborgen und die ahnungslosen Anwohner zeigen sich so begeistert, dass sie ihm ein berufliches Standbein schaffen wollen. Eifrig organisieren sie ihrem schweigsamen „Mr. Long“, wie sie den Killer nennen, eine fahrbare Garküche, mit der er seine chinesischen Spezialitäten unter die Leute bringen kann.
Mit MR. LONG ist dem japanischen Kino-Rebell Sabu eine zärtlich-virtuose Tragikomödie gelungen, die das Zeug zum Kultfilm hat: „Neben den Charakteren und den vielen emotionalen Facetten, hat dieser Film noch einen weiteren Vorteil: er hat Stil.“ (Beatrice Behn / kino-zeit.de).

J/CHN/D 2016, Regie: Sabu, mit Chen Chang, Yiti Yao, Sho Aoyagi, 128 Min., OmU

„Das Zeug zum Kultfilm“ – Kritik von Daniel Kothenschulte / Frankfurter Rundschau:
http://www.fr.de/kultur/kino/neu-im-kino-mr-long-das-zeug-zum-kultfilm-a-1350301

„Ein kulinarischer Killer“ – Festivalkritik von Beatrice Behn / kino-zeit.de:
http://www.kino-zeit.de/filme/mr-long

DEZEMBER: JAPANISCHER HUMOR

Sa. 9.12. bis Di. 12.12. / 20:00

Sakikos geheimer Schatz

Sakiko arbeitet nicht zufällig als Angestellte einer Bank: Seit ihrer Kindheit ist sie von Geld fasziniert - nicht davon, es auszugeben, sondern es zu besitzen. Sie verfügt bereits über ein veritables Bankkonto, aber ihr einziges Ziel im Leben ist es, immer mehr Geld anzuhäufen. Eines Tages überfallen zwei Räuber die Bank und nehmen Sakiko als Geisel. Auf der Flucht kommen die Gangster ums Leben, während Sakiko wie durch ein Wunder überlebt. Die Beute gilt fortan als verschollen, aber Sakiko weiß, dass sie in Wirklichkeit unversehrt auf dem Grunde einer unzugänglichen Schlucht am Fuß des Fujiyama liegt. Sie macht es zu ihrer Lebensaufgabe, das Geld, immerhin 500 Millionen Yen, zu bergen. Ihre Anstrengungen nehmen immer absurdere Züge an.

Himitsu no hanazono - J 1996, Regie: Shinobu Yaguchi, mit Taketoshi Naitô, Gô Rijû, 83 Min. OmU

Kritik von Silvia Hallensleben / epd film:
http://www.filmzentrale.com/rezis/sakikosgeheimerschatzsh.htm

Do. 21.12. bis Sa. 23.12. / 18:00
Di. 26.12. bis Mi. 27.12. / 20:30

Radio no Jikan

Mitternacht in einem Rundfunkstudio in Tokyo: Kurz vor der Live-Sendung des Hörspiels 'Die Frau des Schicksals' verlangt die Sprecherin der Hauptrolle, dass ihr Rollenname in Mary Jane geändert wird. Alle Mitarbeiter geraten in Panik, denn der ausländische Name bringt die Geschichte völlig durcheinander. Zumal bei laufender Sendung nun ständig neue Ideen für überraschende Wendungen entstehen. Auch die männliche Hauptrolle möchte nun lieber Pilot als Fischer sein. Und warum nicht die Story ein wenig aufpeppen und Mafia und Maschinengewehre ins Spiel bringen? Oder den Handlungsort verlegen, diesmal nach Chicago?

J 1997, Regie: Koki Mitani, mit Toshiaki Krasawa, Kyoka Suzuki, 103 Min., OmU

JANUAR: MANGAS

Sa. 20.1. / 18:00 * Im Rahmen der langen Manga-Nacht (Tickets: 13€ normal, 8€ ermäßigt, 5€ Vereinsmitglieder)

So. 21.1. / 18:00
Mo. 22.1. / 20:30

Die rote Schildkröte

Im Januar steht die Filmreihe „Cool Japan“, die begleitend zur Ausstellung im Übersee-Museum Bremen läuft, ganz unter dem Motto Mangas.

Als AKIRA auf der Berlinale 1989 gezeigt wurde, brach in Europa schlagartige Begeisterung für das hierzulande noch weitgehend unbekannte Genre aus. In der langen Manga-Nacht gibt es nun ein Wiedersehen mit zwei Klassikern (beide FSK 16) inklusive Verlosung und weiteren Überraschungen. Den Auftakt macht DIE ROTE SCHILDKRÖTE, der neue große Wurf aus dem legendären Studio Ghibli: Eine moderne Robinsonade um einen Schiffbrüchigen, der von einer roten Schildkröte auf einer einsamen Insel festgehalten wird. Neben der Vorstellung im Rahmen der langen Manga-Nacht wird es noch weitere Termine geben.

F/B/J 2017, Regie: Michael Dudok de Wit, Anime, 81 Min., empf. ab 12 Jahren

Sa. 27.1. – Mi. 31.1. / 20:00

Das Mädchen, das durch die Zeit sprang

Bei einem mysteriösen Zwischenfall in der Schule erlangt die 17-jährige Schülerin Makoto die Fähigkeit, rückwärts durch die Zeit zu „springen“. Sofort nutzt sie die neue Begabung, um ihre Schulnoten zu verbessern oder persönliche Probleme zu beseitigen. Doch schon bald muss Makoto feststellen, dass es nicht so einfach ist, die Vergangenheit nach den eigenen Vorstellungen zu verändern.

Die Zeitreisegeschichte war der Überraschungserfolg des japanischen Kinojahres 2006.

Toki wo kakeru shôjo – J 2006, Regie: Mamoru Hosoda, Anime, 98 Min., OmU

Kritik von Christopf Petersen / filmstarts.de
http://www.filmstarts.de/kritiken/128739/kritik.html

Sa. 3.2. bis Di. 6.2. / 20:00

Radiance

Misako Ozaki schreibt Hörfassungen von Kinofilmen für Menschen mit Sehbehinderungen. Trotz großer Bemühungen bleibt der Erfolg aus: Misakos erster Versuch wird als zu wortreich kritisiert, der zweite wieder als zu kurz. Bei einer Vorführung begegnet sie dem Fotografen Masaya Nakamori, der allmählich sein Augenlicht verliert. In seinen Bildern entdeckt sie eine seltsame Verbindung zu ihrer Vergangenheit – und es öffnet sich eine Welt, die für Misakos Augen bislang unsichtbar war. Eine bildgewaltige Liebesgeschichte der japanischen Meisterregisseurin Naomi Kawase.

„Behutsam und zart, berührend und offenherzig." (Evening Standard)

Hikari - J/F 2017, Regie: Naomi Kawase, mit Masatoshi Nagase, Ayame Misaki, Tatsuya Fuji, 101 min., OmU

Webseite des Films:
www.radiance-film.de

Rezension von Joachim Kurz auf kino-zeit.de
http://www.kino-zeit.de/filme/radiance

 

Do. 15.2. + Mi. 21.2. / 18:00
So. 18.2. / 20:30

Maboroshi – Licht der Illusion

Yumiko und Ikuo leben glücklich, heiter und ausgelassen in Tokio – bis zu dem Tag als sich Ikuo ohne ersichtlichen Grund umbringt. Yumiko verfällt in schier endlose Trauer und entscheidet sich eines Tages mit ihrem Sohn aufs Land zu ziehen. Dort lernt sie einen Mann kennen, der seinerseits die Frau verloren hat und mit seiner Tochter in jenem kleinen Fischerdorf am Meer lebt. „Licht der Illusion folgt dem Weg eines Menschen, der sich in die Reflexion über das Leben und den Tod versenkt. Es ist die Geschichte einer Frau, welche nach einer Zeit der tiefen Trauer ihren Platz im Leben wiederfindet“ (Hirokazu Kore-Eda). Ein wunderbar ruhiger Film, der einem Zeit gibt, eine langsame Entwicklung nachzuempfinden. Traurig, aber auch tröstlich, manchmal gar heiter.

Maboroshi no hikari - J 1995, Regie: Hirokazu Kore-Eda, mit Makiko Esumi, Takashi Naito, Tadanobu Asano, 110 Min., OmU