ZWEITE CHANCE

Viele Filme sind schneller wieder aus dem Kino, als es den Zuschauern lieb ist. Hier kriegen Filme und die Zuschauer, die sie verpasst haben, ihre zweite Chance auf eine Begegnung im Kino.

So. 8.12. / 20:30

Mo. 9.12. / 17:30

Di. 10.12. + Do. 19.12. + So. 22.12. / 20:00

Der Glanz der Unsichtbaren / ZWEITE CHANCE

Man soll sie am besten gar nicht zu Gesicht bekommen: Das Leben von wohnungslosen Frauen findet ohnehin schon an den prekären Rändern der Gesellschaft statt, selbst in der Aufnahmestelle L’Envol verstecken sie sich noch hinter berühmten Namen. Brigitte Macron, Salma Hayek, Lady Di - glamouröse Vorbilder, die wohl kaum etwas mit den Lebensrealitäten der Besucherinnen im Tageszentrum gemein haben. Dann trifft die Stadtverwaltung die Entscheidung, das L’Envol aufgrund „mangelnder Effektivität” zu schließen. Als zudem noch ein Zeltlager medienwirksam aufgelöst wird, bleibt den Sozialarbeiterinnen und ihren Schützlingen nichts anderes übrig, als ihre Arbeit im Geheimen weiter zu führen. Die ehemalige Tagesstätte wird zur heimlichen Unterkunft für alle Schutzbedürftigen, die sich gegenseitig dabei helfen wollen, weiterhin über die Runden zu kommen.

Les Invisibles – F 2018, Regie: Louis-Julien Petit, mit Audrey Lamy & Corinne Masiero, 102 Min., OmU

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Verleih: http://der-glanz-der-unsichtbaren.de/synopsis.php


„Aus für die Öffentlichkeit Unsichtbaren, aus wohnungslosen Frauen mit verschlissenen Klamotten, müdem Blick und fettigen Haaren werden im Laufe von eineinhalb Stunden vor den Augen des Publikums glänzende, neue Figuren. "Sie sind wieder schön!", dieser Satz fällt am Ende über sie, und es stimmt: Zum Schluss gehen Cathérine, Chantal und all die anderen Frauen aufrecht statt gebeugt, eine Schicht aus sozialem Rückhalt und Selbstvertrauen umgibt sie. Was ist passiert?“ ZeitOnline


In einer Szene schreiten viele der Frauen mit erhobenem Kopf über einen Laufsteg aus gammeligen Matratzen aus der Unterkunft. Spätestens dann wird "Der Glanz der Unsichtbaren" auch zu einem klugen feministischen Manifest - begleitet von Annie Lennox' "Sisters are doin' it for themselves".“ www.spiegel.de

Fr. 20.12. / 17:30

Sa. 21.12., Mi. 25.12. + Mi. 1.1. / 18:00

So. 22.12. / 20:30

Mo. 23.12. / 20:00

Parasite / ZWEITE CHANCE

Die Unterschiede zwischen den Familien Kim und Park könnte größer nicht sein: Während die Parks in ihrer wunderschönen Villa ihren wohlhabenden Lebensstil pflegen, hausen die Kims in einem undichten Kellerloch voller Parasiten. Die Welt da oben ist den Reichen vorbehalten, während in den unteren Etagen verzweifelt nach einem Ausweg und einer Spur von Wifi-Signal gesucht wird. Doch plötzlich scheint sich das Blatt zu wenden: Sohn Ki-Woo soll ausgerechnet im Prestige-Haushalt der Parks die Vertretung als Nachhilfelehrer übernehmen. Die Familie wittert die einzigartige Möglichkeit, endlich auch Teil des erträumten Luxus-Lebens zu werden. Dazu müssten allerdings noch die Angestellten der Parks gefeuert und durch die Kims ersetzt werden.

KOR 2019, Regie: Bong Joon Ho, mit Lee Sun Kyun & Cheo Yeo Jeong, 131 Min., OmU, Goldene Palme von Cannes 2019

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Dabei erscheinen die Reichen hier nicht grausam und nicht einmal besonders unsympathisch; sie bezahlen ordentlich und benehmen sich freundlich; ihr Habitus, der Campingtrips, spontane Gartenpartys und Klitorismassagen auf dem Sofa einschließt, hat durchaus etwas Cooles, Aufgeklärtes. www.zeit.de


Wie Familie Ki sich nach und nach in das Leben der Familie Park einschleicht und unersetzbar wird, erinnert an Filme wie Michael Hanekes „Funny Games“ oder Oskar Roehlers „Herrliche Zeiten“, doch bald dreht Bong die Schraube noch weiter. Wie in den meisten seiner Filme - zuletzt „Okja“ und „Snowpiercer“, vor Jahren „The Host“ und „Memories of Murder“ - lässt sich auch „Parasite“ nur schwer einem Genre zuordnen. Unbekümmert bedient er sich hier und da, überrascht immer wieder mit völlig unvorhergesehenen Volten, doch am Ende sind Bongs Filme immer eins: Messerscharfe, genau beobachtete Satiren.

Michael Meyns, www.programmkino.de

Do. 26. 12., Fr. 27.12., So. 29.12. + Mo. 30.12. / 17:30

Sa. 28.12. + Mi. 1.1. / 20:00

So. 29.12. / 11:00

Aretha Franklin: Amazing Grace / ZWEITE CHANCE

Als Pfarrerstochter lernte die als Queen of Soul bekannte Aretha Franklin bereits früh das Singen in den Gospelchören ihrer Baptistengemeinde. Mit 24 Jahren gelang ihr der Durchbruch als Sängerin, ab da ging es mit ihrer Karriere steil bergauf. Ihre Lieder wurden zu Hymnen der schwarzen Bürgerrechts- und der Frauenbewegung. Im Jahre 1972 hatte Aretha Franklin etliche Nummer-eins-Hits und 20 Alben in ihrem Repertoire und augenscheinlich alles erreicht. Doch gerade an diesem Punkt entschied sie sich, zu ihren musikalischen Wurzeln zurück zu kehren. So entstand in Zusammenarbeit mit James Cleveland und dem Southern Community Chor das heute legendäre Live-Gospel-Album „Amazing Grace”. In der Missionary Baptist Church of Watts fanden an zwei Tagen die Konzertaufnahmen statt, dokumentiert von Sydney Pollack Aus technischen sowie juristischen Gründen konnte der Film erst 46 Jahre später veröffentlicht werden.

USA 2018, Regie: Sydney Pollack & Alan Elliott, mit Aretha Franklin, Mick Jagger; James Cleveland, 89 Min., OmU

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Verleihseite: www.weltkino.de


Das Album „Amazing Grace” ist Aretha Franklins kommerziell erfolgreichstes Album, und zugleich das meistverkaufte Live-Gospel-Album der Welt. 1973 gewann Franklin dafür den Grammy in der Kategorie „Best Soul Gospel Performance”. Musikexpress


Aretha Franklin ist an diesen beiden Abenden in Hochform. 29 Jahre ist sie zu diesem Zeitpunkt alt, und sie zeigt, warum viele Kritiker in den USA sie für die größte lebende Sängerin des Landes halten: Egal, ob sie Gospel-Klassiker wie "Precious Memories" und "What a friend we have in Jesus" singt oder mit "Wholly Holy" eine Komposition ihres Kollegen Marvin Gaye intoniert, jede Note, jede Phrasierung sitzt.

www.rbb24.de/kultur/berlinale

So. 29.12. + Mo. 30.12. / 20:00

Mi. 1.1. / 17:30

Downton Abbey / ZWEITE CHANCE

Wir schreiben das Jahr 1927 und wie gewohnt herrscht große Aufregung auf dem Adelssitz Downton Abbey: Earl Grantham und seiner Lady Cora steht die Gesellschaft des Königs George V. und Königin Mary ins Haus. Doch die Belegschaft ‘downstairs’ hat sich in den letzten Jahren deutlich verkleinert und das reduzierte Personal ist mit dem hohen Besuch überfordert. Damit alles in geregelten Bahnen verläuft wird kurzum der ehemalige Butler Carson aus dem Ruhestand zurückgeholt. Er ist in der Lage, die Bediensteten mit strenger und ruhiger Hand zu organisieren. Als das Königpaar allerdings seinen eigenen Hof- und Hausstand mitbringt, wird Carsons Aufwand auf einmal überflüssig - und ausgerechnet die ehrwürdige betagte Dowager Countess of Grantham ist nicht gerade begeistert von all ihren Gästen.

GB 2019, Regie: Michael Engler, mit Hugh Bonneville & Maggie Smith, 123 Min., FBW-Prädikat: wertvoll, OmU

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Homepage: https://www.universalpictures.at/downtonabbeymovie


„Mit diesem Film erfährt DOWNTON ABBEY einen würdigen filmischen Abschluss, in dem Ausstattung, Kostüm und Maske mit liebevollen Details und einer großen Genauigkeit begeistern und fast das komplette bekannte Ensemble an hochkarätigen Charakterdarstellern vertreten ist.


FBW-Filmbewertung: www.fbw-filmbewertung.com/


Während die Serie sich Zeit nehmen konnte, historische Ereignisse mit dem Schicksal des Hauses Grantham zu verweben, kann der Film in seinen gut zwei Stunden vieles nur andeuten: die Liebe über soziale Schichten hinweg, Monarchiekritik, der Fortbestand des Adels und Homosexualität – und doch ist dieser Film ein großer Spaß und bildgewaltig noch dazu. www.epd-film.de