Reihe Wahnsinn und Postkolonialismus

Start einer Filmreihe über Wahnsinn als Form und Folge des Kolonialismus

Was kann einen Zusammenbruch erleiden? Ein Staat, ein politisches System, eine historische und ideologische Epoche, ein Mensch. Vielleicht auch das Wort selbst, beinhaltet es doch ein Paradox: „Zusammen“ (gemeinsam; (ver-)sammeln) und „brechen“ (auseinander; zerfallen). So eignet sich das Wort, um über Herausforderungen und ihre Widersprüchlichkeiten einer globalen Gesellschaft nachzudenken. Die Filmreihe sucht kritische Positionen, die das Verhältnis von postkolonialen Lebensweisen zum Wahnsinn ausloten und in ihrer Vielschichtigkeit präsentieren. Sie verbindet dazu Arbeiten aus einer westlichen Perspektive mit Filmen aus dem Globalen Süden. 

Jeweils mit Einführung von Tobias Dietrich, Universität Bremen

Di 3.12. / 18:30 * mit Einführung von Tobias Dietrich, Universität Bremen

Mi. 4.12. / 17:30 (ohne Einf.)

Apocalypse Now / WAHNSINN UND POSTKOLONIALISMUS

Vietnamkrieg 1969: Auf dem Höhepunkt des zermürbenden Krieges erhält Militärpolizist Captain Willard einen Spezialauftrag. Er soll sich mit einer kleinen Truppe Soldaten in Richtung kambodschanische Grenze durchschlagen, um dort den amerikanischen Despoten Colonel Kurtz zu liquidieren.

Von Coppola selbst neu restauriert, bezieht der Antikriegsfilm die ausbeuterische Gier des Elfenbeinhändlers Kurtz aus seiner literarischen Vorlage „Herz der Finsternis“ kritisch auf den US-amerikanischen Imperialismus. Wie Captain Willard im Sumpf, verlieren die vermeintliche Rechtschaffenheit der westlichen Vernunft sowie dessen klassische Opfer-Täter-Dualismen im Angesicht des Wahnsinns ihre Standfestigkeit.

USA 1979/2019, Regie: Francis Ford Coppola, mit Martin Sheen, Marlon Brando, Laurence Fishburne, 182 Min., OmU

»Die Zuschauer werden diesen Film auf eine Weise sehen, hören und fühlen können, von der ich immer geträumt habe – und das vom ersten Knall bis zum letzten Seufzer.« Francis Ford Coppola