Jazz 'n' the Movies VII

Seit nunmehr sieben Jahren präsentieren wir das Thema Jazz im Film in den verschiedenen Darstellungsformen. Bei ca. 4.000 passenden Filmen, in denen Jazz „vorkommt“, sollte die Filmauswahl eigentlich nicht schwer sein. Doch manche sind einfach zu teuer, andere nicht mehr im Verleih. Wir freuen uns aber, dass wir den hoch gelobten Film „Miles Ahead“ von und mit Don Cheadle zeigen können, der als einer der besten Filme des Jahres 2016 bisher nicht in deutschen Kinos zu sehen war.

Ein Klassiker ist dagegen „Swing Kids“ des US-Regisseurs Thomas Carter, der 1939 in Hamburg spielt und den Konflikt zwischen jugendlichen Swingfans und Nazi-Machthabern zum Thema hat.

Ein weiterer Klassiker ist Martin Scorseses mitreißendes Musical „New York, New York“ über die Big-Band-Ära der 1950er Jahre mit Liza Minelli und Robert De Niro. Jam Sessions im umfunktionierten Kohlenkeller des „Basin Street Club“ in Düsseldorf 1953 hielt die Doku „JazzBANDiten“ fest. Der „First Lady of Jazz“ widmet „Pure Love – The Voice of Ella Fitzgerald“ eine Hommage.


Was Jazz und Film miteinander verbindet, hat der bekannte Komponist und Jazzpianist Lalo Schifrin einmal so beschrieben:

„Im Gegensatz zu anderen Kunstformen ist der Film nie das Werk eines Einzelnen. Er basiert auf einem Kollektiv, fast wie eine Jam-Session im Jazz. Der Bassist hat zum Beispiel seinen eigenen Verantwortungsbereich, er liefert das rhythmische Rückgrat. Der Schlagzeuger vervollständigt das zusammen mit dem Pianisten – das harmonisch-rhythmische Rückgrat. Diese Dinge lassen sich auch auf den Film übertragen. Er ist eine Ganzheit. Der Regisseur ist das Gehirn, der Kameramann das Auge, der Cutter die DANN, der Produzent die Lunge und der Komponist das Ohr.“

Zum Jazz 'n' the Movies Flyer

Zum jazzahead! - Programmheft

Mit freundlicher Unterstützung des Freundes- und Förderkreis des Jazz in Bremen e.V

Mi. 27.3. / 20:30 * mit Einführung: Ernst Steinhoff, Dozent für Jazzgeschichte

Do. 28.3. / 18:00

Fr. 29.3. bis So. 31.3. / 18:00

Swing Kids / JAZZ 'N' THE MOVIES VII

Hamburg 1939: Die Nationalsozialisten sind auf dem Vormarsch, doch Thomas, Arvid und Peter konnten sich bislang der Hitlerjugend entziehen. Sie besuchen Tanzlokale und hören ihre Lieblingsmusik Swing. Doch als Anzahl der Nazis und die Razzien zunehmen, sind auch die Freunde gezwungen sich politisch zu bekennen. Auch die drohende Kriegsgefahr wird immer größer. Unvermeidlich kommt es dabei zu Zwietracht innerhalb der Gruppe und die Swing-Kids-Gruppe erfährt den unbarmherzigen Druck von Gewalt und Erpressung.

USA 1993, Regie: Thomas Carter, mit Christian Bale, Barbara Hershey, Kenneth Brannagh, 112 Min., OmU

Mi. 3.4. / 20:30 * mit Einführung: Arne Schumacher, Musikredakteur Radio Bremen/Bremen Zwei

New York, New York / JAZZ 'N' THE MOVIES VII

Martin Scorceses Hommage an die Blütezeit des amerikanischen Filmmusicals erzählt von der schwierigen Beziehung zwischen dem egozentrischen Saxophonisten Jimmy Doyle und der Lounge-Sängerin Francine im New York der 1940er Jahre. Trotz ihrer leidenschaftlichen Liebe wird das romantische Glück der beiden immer wieder durch unterschiedliche Karrierepläne, Eifersucht und Neid gestört. Neben dem weltberühmten Soundtrack überzeugt das sogenannte „Film Noir-Musical“ besonders durch die schauspielerische Leistung von Robert de Niro und Liza Minnelli.

USA 1977, Regie: Martin Scorsese, mit Liza Minelli, Robert De Niro, 155 Min., OmU

Mi. 10.4. / 20:30 * mit Einführung: Karl-Heinz Schmid, Kommunalkino Bremen

JazzBANDiten / JAZZ 'N' THE MOVIES VII

Ausgerüstet mit einer geborgten Kamera und sechs kleinen Scheinwerfern verfilmte der mittellose Kultfilm-Außenseiter Bodo Ulrich in den 50er Jahren die Entstehungsgeschichte des Basin Street Clubs, einem Amateur-Jazzclub in Düsseldorf. Ulrich fängt einfach das Leben der jungen Musiker ein - von Jam Sessions im umfunktionierten Kohlenkeller bis zu nächtlichen Stadtspaziergängen. Mit dabei: der junge Klaus Doldinger. Trotz Mangel an technischem Equipment konnte so ein authentischer und lebendiger Blick auf die Jazz- und Jugendkultur damals entstehen.

BRD 1958, Regie: Bodo Ullrich, 88 Min.

Mi. 17.4. / 20:30 * Einführung: Kai Stührenberg, Vorsitzender des „Freundes- und Förderkreises Jazz in Bremen

Miles Ahead / JAZZ 'N' THE MOVIES VII

Die guten Zeiten, in denen Miles Davis von den Fans für sein virtuoses Trompetenspiel gefeiert wurde, sind im Jahr 1980 vergangen und vergessen. Davis lebt zurückgezogen in New York. Alkohol und Drogen sind seine ständigen Begleiter. Als es heißt, er habe neue Stücke aufgenommen, wittert Musikjournalist Dave Braden die Chance auf ein Interview. Widerwillig und nur im Austausch gegen Kokain willigt Davis ein. Der Schauspieler Don Cheadle verwebt in seinem Regiedebüt Motive aus Miles Davis‘ Vita (1926 – 1991) und kombiniert sie mit fiktiven Elementen. „Das Ergebnis ist eine waghalsige Mischung aus Krimi, Melodram und absurder Komödie, die gerade durch ihren improvisatorischen Stil ein weit stimmigeres Portrait bietet als die meisten Biopics.“ (Film Dienst)

USA 2015, Regie: Don Cheadle, mit Don Cheadle, Ewan McGregor, 100 Min., OmU

Mi. 24.4. / 20:30 * mit Einführung: Evelyn Gramel, Jazz-Sängerin

Do. 25.4 bis Sa. 27.4. / 18:00

Mo. 29.4. / 20:30

Pure Love – The Voice of Ella Fitzgerald / JAZZ 'N' THE MOVIES VII

Die Karriere dieses Stimmwunders Ella Fitzgerald begann mit 17 Jahren in der Band von Chick Webb. Schon kurze Zeit danach wurde sie zu einer der gefragtesten Swing-Sängerinnen, dann zur BeBop-Meisterin und Scat-Gesang-Königin und Jahrzehnte später zu einer Musiklegende als „First Lady of Jazz“. Am 25. April 2017 hätte Ella Fitzgerald ihren 100. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass zeichnet die Dokumentation „Ella Fitzgerald – Pure Love“ die verschiedenen künstlerischen Schaffensphasen der Sängerin nach. Neben Archiv- und Fotomaterial eröffnen Interviews mit Jazzforschern und Neurologen neue Einblicke in das Wunder ihrer Stimme. Sie gilt bis heute als nahezu unerreichtes Phänomen.

Vorfilm: „Fine and Mellow“ mit Billie Holiday

D 2017, Regie: Katja Duregger, 52 Min., deutsches Voiceover