Caligari-Filmpreis

Jedes Jahr seit 1986 wird auf der Berlinale ein stilistisch und thematisch innovativer Film aus dem Programm des Internationalen Forums des Jungen Films mit dem Caligari-Filmpreis ausgezeichnet.

Die Auszeichnung des Bundesverbandes kommunale Filmarbeit wird traditionell von den Kommunalen Kinos und der Europäischen Film Philharmonie gestiftet.

Mehr Infos unter: http://www.kommunale-kinos.de/service/caligari-filmpreis-berlinale/

Fr. 12.4. / 20:30 * mit Regisseur Cristóbal León

Sa. 13.4. / 20:30

Mo. 15.4. / 18:00

La casa lobo / CALIGARI-FILMPREIS

Das Filmprojekt setzt sich aus zwei Geschichten bzw. Ebenen zusammen. In der ersten, einer Art Propagandavideo, geht es um eine lebensfrohe Gemeinde frommer Deutscher im Süden von Chile. Doch der Schein trügt. Es folgt die Geschichte von Maria, einem jungen Mädchen, das aus Furcht vor einer ungerechten Strafe aus der deutschen Kolonie flieht und in einem Haus im Wald Zuflucht sucht. Die betörend-kunstvolle Stop-Motion-Animation ergründet die Traumata, die die Sekte bei Maria hinterlassen hat. In Form einer albtraumhaften Parabel erzählt »LA CASA LOBO«, was ihr in dem Haus widerfährt. Bedroht vom Wolf, der unablässig draußen herumstreift, versucht sie, sich hier mit ihren Schweinen ein neues Leben aufzubauen.

Wenn auch nicht explizit, so ist der Verweis auf die 1961 von Paul Schäfer gegründete Sekte Colonia Dignidad doch offensichtlich. Während der Pinochet-Diktatur war die »Colonia Dignidad« an Kindesentführungen, Missbrauch, Folter und Morden beteiligt.

Das Wolfshaus - The Wolf House - CHI/D 2018, Regie: Cristóbal León & Joaquín Cociña, 75 Min., span. / dt. OmU

Zum Weiterlesen

 

Caligari Filmpreis - Begründung der Juror*innen

»Ein Projekt ins Unbekannte ist immer ein Wagnis und erfordert Mut. Damit verbundene Emotionen bewegen, lassen Träume aufleben und Traumata verarbeiten. Beständigkeit eröffnet immerwährende detailreiche Metamorphosen. Vergänglichkeit vollzieht sich auch im vermeintlichen Innehalten. Abstraktionsebenen beflügeln ein anderes Sehen historischer und politscher Ereignisse. Wiegenlieder, wie „Schlaf, Kindlein, schlaf“, regen zum zusätzlichen Nachsinnen an. Faszination ausgelöst durch eine Abwechslung mit kastilisch- und deutschsprachigen Erzählsträngen, einer (Ver-)mischung von Märchen und 10.000enden voneinzelnen Einstellungen in atemberaubendem Stopptrick mit diversen Materialien entwickelt eine Sogwirkung für den Blick in: LA CASA LOBO. (Jurybegründung)

 

Über die Regisseure (Quelle: Arsenal)

Cristóbal León wurde 1980 in Santiago (Chile) geboren. Er studierte Design und Kunst an der Pontificia Universidad Católica de Chile in Santiago sowie Kunst und Medien an der Universität der Künste in Berlin. Von 2009 bis 2011 nahm er am Künstlerprogramm des Künstlerinstituts De Ateliers in Amsterdam teil. 2007 gründete er zusammen mit Joaquín Cociña und Niles Atallah in Santiago die Produktionsfirma Diluvio. Seither arbeiten Cristóbal León und Joaquín Cociña zusammen. La Casa Lobo ist ihr erster abendfüllender Film.

Joaquín Cociña wurde 1980 in Conceptión (Chile) geboren und studierte Design und Kunst an der Pontificia Universidad Católica de Chile in Santiago. 2007 gründete er zusammen mit Cristóbal León und Niles Atallah in Santiago die Produktionsfirma Diluvio. Seither arbeiten Joaquín Cociña und Cristóbal León zusammen. La Casa Lobo ist ihr erster abendfüllender Film.

 

Pressestimmen

»The Wolf House succeeds on every level: as an innovative stop-motion animation film; as a disturbing horror film; as a commentary on Chilean history; and as a meditation on the rationalizations for and trauma of childhood abuse.« (Vollständige Kritik auf Englisch / American Magazine)

»Es ist der allererste animierte Stop-Motion-Film aus Chile. In der Sektion Forum feiert der unheimliche Animationsfilm "La Casa Lobo" von Cristóbal León auf der 68. Berlinale seine Weltpremiere. Wer sich für Animationsfilme begeistert, für den ist diese erste chilenische Stop-Motion-Produktion ein Pflichttermin. Die mysteriöse Geschichte lässt viel Platz für eigene Interpretationen, aber der verstörende Bilderrausch ist ein Erlebnis für sich. "La Casa Lobo" ist mit Sicherheit einer der unheimlichsten Animationsfilme seit langer Zeit.« (Vollständige Kritik auf Deutsch / Mephisto 97.6) 

»Caligari-Preis für "La casa lobo"«

Interview mit den Regisseuren: » La Casa Lobo: lang erwartete Premiere auf der Berlinale.« (Goethe-Insitut-Chile)

 

Weitere Pressestimmen

»The deeply uncanny pic makes for an unsettling viewing experience, a creative tour de force whose endlessly fascinating visuals are deliberately seductive and repellent in equal measure.« (Vollständige Kritik auf Englisch / The Hollywood Reporter)

»The twists ... aren't going to put the kids soundly to sleep. Not unless they want the nightmares to start pouring in.« (Vollständige Kritik auf Englisch / The Lonely Film Critic)