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Globalisierungskritik / Filmreihe Globale

Das 6. globalisierungskritische Filmfestival in Kooperation mit attac Bremen zeigt acht Filme zu den Themen Migration, Finanzmarkt, alternatives Wirtschaften, Umwelt und Nahrungsmittel.

Mehr Infos zum Festival und allen Filmen: ⇒ www.globale-bremen.de

Do. 6.4. / 20:00 *mit Gast: Wilhelm Hamburger vom Senator f. Umwelt, Bau und Verkehr, Verkehrsplaner

bikes vs cars

In Zeiten von Klimawandel und Ressourcenvergeudung ist Radfahren eine Alternative, um dem entgegenzuwirken. Doch die Stadt- und Raumplanung hat es viele Jahrzehnte versäumt, anderen Verkehrsteilnehmern außer dem Auto Platz einzuräumen und die Autoindustrie investiert jährlich Millionen in Lobbyarbeit und Werbung, um ihr Geschäft zu schützen. Doch der Trend in Europa ist sichtbar und hoffentlich auch unumkehrbarer: Das Fahrrad erobert sich gegen alle Widerstände seinen Platz im innerstädtischen Verkehr. In anderen Ländern kann Radfahren oft noch tödlich enden, wie der schwedische Filmemacher Fredrik Gertten am Beispiel Brasilien zeigt. Und er formuliert die Botschaft des notwendigen Wandels ohne pädagogischen Zeigefinger und mit viel „Gefühl für Bildkomposition, Rhythmus, Wirkung der eingesetzten Musik und clever inszenierten Interviewpassagen,“ wie Joachim Kurz auf Kino-zeit.de urteilt.

S 2015, Regie: Fredrik Gertten, 91 Min., OmU

Do. 27.4. / 20:15 *mit Gast: Rene Maria Fehre u..a.; attac-AG, Gemeinwohlökonomie
Fr: 28.4. / 18:00
So. 30.4. / 20:30 

Homo Sapiens

Ein kaputtes Haus, es tropft durch ein zerrissenes Dach, Schnee und Eis suchen sich ihren Weg ins Innere. Der Wind streicht durchs hohe Gras mit gammelndem Abfall. Verödete Supermärkte tauchen auf mit herumliegenden Waren, die niemand mehr braucht. Eine Kirche in Trümmern. Eine verrottete Achterbahn ragt halb versunken aus dem Meer. Der Dokumentarfilmer Nikolaus Geyrhalter zeigt in seinem neuen Film von Menschen verlassene Orte, in denen die Natur sich ihr Gelände zurückerobert. Vier Jahre hat Geyrhalter an seinem Film gearbeitet. Überall haben der Regisseur und sein Team „lost places“ gefunden. Der Film folgt der Idee, wie die Welt aussehen könnte, wenn es den Menschen nicht mehr gibt. „Ich sage bewusst nicht, dass es ein Zukunftsszenario ist. Man kann sich das denken – es ist auch so angelegt“, sagt Geyrhalter im Wiener Standard. „Es ist ein Film, der die Menschheit durch ihre Abwesenheit porträtiert."
In Kooperation mit der Literarische Woche Bremen 2017 zum Thema „Vom Ende der Welt – Faszination Apokalypse“. Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung ⇒ www.literarische-woche.de

A 2016, Regie: Nikolaus Geyrhalter, 94 Min.

Do. 4.5. / 20:00 *mit Diskussion

The True Cost - Der Preis der Mode

Mode wird immer billiger. Ein T-Shirt bekommt man heute für fünf Euro, eine Jeans kostet gerade mal zehn. Um Kleidung so günstig herzustellen, haben Textilunternehmen ihre Produktionsstätten in Billiglohnländer wie China, Indien oder Bangladesch verlagert. Dort entsteht die Kleidung für den westlichen Markt unter oft menschenunwürdigen und gefährlichen Arbeitsbedingungen. In den letzten Jahren häufen sich die Meldungen über Katastrophen wie den Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch mit 1127 Todesopfern. Die Verschmutzung der Umwelt durch giftige Chemikalien aus der Textilherstellung richtet weitere verheerende Schäden an. Doch Industrie und Werbung diktieren uns weiterhin die sog. „Fast Fashion“, bei der Kleidung nur noch als Wegwerfprodukt verstanden wird.
„The True Cost – Der Preis der Mode“ dokumentiert diese soziale und ökologische Ausbeutung der Entwicklungsländer im Zeichen eines globalisierten Modemarkts und führt sie auf eine veränderte Einstellung gegenüber Kleidung zurück.

USA 2014, Regie: Andrew Morgan, 92 Min., OmU

Do. 11.5. / 20:00 *mit Diskussion

Deportation Class

Gezim J., Elidor und Angjela haben sich alle irgendwann auf den Weg in eine scheinbar bessere Zukunft begeben: Ihre Hoffnungen, in Deutschland Fuß zu fassen und sicher zu sein, werden jedoch von der drohenden Abschiebung durchkreuzt. Nicht zum ersten Mal zeigen die Regisseure Carsten Rau und Hauke Wendler Bilder von Sammelabschiebungen, die in Deutschland durchgeführt werden.
„Der Dokumentarfilm DEPORTATION CLASS, der zum Teil mit drei Kamerateams parallel gedreht wurde, zeichnet aber nicht nur ein präzises, nüchternes Bild dieser nächtlichen Abschiebungen. Der Film gibt auch denjenigen ein Gesicht, eine Stimme und damit ihre Würde zurück, die in den Fernsehnachrichten nicht zu Wort kommen.“ (http://deportation-class-film.de/film.html)

D 2016, Regie: Carsten Rau und Hauke Wendler, 85 Min., OmU

Do. 18.5. / 20:00 *mit Diskussion

Alles Gut

Die Flucht ist geschafft und jetzt wird alles gut? Anhand zweier Beispiele zeigt die Dokumentation die Hürden des alltäglichen Lebens eines/einer Geflüchteten in Deutschland. Der achtjährige Djaner und seine Familie aus Mazedonien werden von Abschiebung bedroht und die elfjährige Ghofran ist gerade erst mit ihrer Familie aus Syrien nachgeholt worden. Die beiden wollen vor allem eins: Dazugehören, integriert sein – aber auch so akzeptiert werden, wie sie sind.
„Die Regisseurin Pia Lenz hat die Familien in Hamburg über ein Jahr lang mit ihrer Kamera begleitet. Produziert wurde der Film von Hauke Wendler und Carsten Rau, den Machern des Erfolgsfilms WILLKOMMEN AUF DEUTSCH, der einer der erfolgreichsten Dokumentarfilme des Jahres 2015 war.“ (www.alles-gut-film.de/).

D 2016, Regie: Pia Lenz, 95 Min., DF