„So macht man Frühling“

Das Festival „So macht man Frühling“ ist ein Deutsch-Tschechisches Kulturfestival, welches im Rahmen des Deutsch-Tschechischen Kulturfrühlings 2017 in Bremen veranstaltet wird. Der Deutsch-Tschechische Kulturfrühling 2017 ist eine grenzüberschreitende Kulturinitiative der Deutschen Botschaft Prag, des Goethe-Instituts in Prag, des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und der Tschechischen Zentren in Berlin und München in Zusammenarbeit mit dem Kulturministerium und dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Tschechischen Republik.
Dieses Festival möchte den Reichtum und die Vielfalt der tschechischen Kultur und der deutsch-tschechischen Kulturbeziehungen dokumentieren und vertiefen und einen umfassenden Überblick über die aktuelle tschechische Kulturszene bieten, verbunden mit der historisch-politischen Debatte im Spannungsfeld der aktuellen deutsch-tschechischen Beziehungen.

Geschehen wird das in Form vom Filmvorführungen, Lesungen, Diskussionen, Konzerten, Ausstellungen und Theateraufführungen in Zusammenarbeit mit zahlreichen namenhaften Bremer Institutionen. Teilweise basieren die Veranstaltungen auf bereits bestehenden Kooperationen beteiligter Institutionen, wobei auch neue Verbindungen geschaffen wurden. Weiteres Ziel soll es sein diese Verbindungen auszubauen und vor allem neue Impulse zu setzten.

Weitere Infos Bundesweit:
www.goethe.de/ins/cz/de/kul/the/fru.html Kulturgeschichte

Ostmitteleuropas mit Schwerpunkt Geschichte der ČSSR Fachbereich 8/ Institut für Geschichtswissenschaft an der Universität Bremen
http://www.kulturgeschichte-cssr.uni-bremen.de/wordpress/2017/02/14/auf-den-spuren-karls-iv-bremen-boehmen-und-mehr-bremer-ausfluege-nach-tschechien/

Do. 27.4. / 19:30 * mit Regisseur Štěpán Altrichter

Schmitke

Julius Schmitke schaut immer ein wenig griesgrämig drein. Seine Mitmenschen gehen ihm überwiegend auf die Nerven, und seine körperliche Verfassung war auch schon mal erfreulicher. Eines Tages wird der in die Jahre gekommene, etwas spießige Windkraft-Ingenieur von seinem Chef in einen kleinen Ort an der deutsch-tschechischen Grenze geschickt. Zusammen mit seinem unzuverlässigen Azubi Thomas soll er ein altes Windrad reparieren. Die nebelverhangene, düstere Landschaft des Erzgebirges macht Schmitkes Stimmung nicht besser. Als Thomas plötzlich verschwunden ist, erlebt er den Wald, die Dorfbewohner und deren Geschichten zunehmend als unheimliche Bedrohung. Das gilt besonders für den Bärenmann, der ihm anscheinend so ähnlich sieht.

D, CS 2014, Regie: Stěpán Altrichter, mit Peter Kurth, Johann Jürgens, Helena Dvořáková, 98 Min., OmU

Fr. 28.4. / 20:30

Menandros und Thaïs

Ritter, Beton, Orient, Wüste, Piraten oder griechische Mythologie werden gemischt, ohne dass die filmische Ästhetik oder Spannung leidet. Es ist ein Ausnahmefilm, den der Schriftsteller Ondrej Cikán und Bühnenbildner Antonín Šilar in fünf Jahren Arbeit geschaffen haben - ohne Fördermittel, aber mit 300 engagierten Laiendarstellern. Worum geht es in diesem Mammutprojekt des Wahnsinns? Thaïs und Menandros sind frisch verheiratet, freuen sich auf die Hochzeitsnacht, da wird Thaïs von Piraten gekidnappt. Menandros ist außer sich. Mit gezücktem Schwert macht er sich auf die Suche nach der geraubten Braut. Er irrt durch eine antike surreale Welt und verwandelt sich in ein blutrünstiges Monster. Er trifft auf Hexen und Zwerge, seinem Pferd wachsen Flügel, König Xerxes lässt ihn entmannen. Aber zum Schluss ist alles gut. Oder ?

CS, A 2016, Regie: Antonín Šilar, Ondřej Cikán, mit Jakub Gottwald, Jessyca R. Hauser, Ondřej Bauer, 129 Min., OmU

Sa. 29.4., Mo. 1.5., Di. 2.5. / 19:30

Marketa Lazarova

Die Kozliks und Lazars sind zwei bis aufs Blut verfeindete Familienclans und Räuberbanden, die im Böhmen des 13. Jahrhunderts die Gegend für Reisende unsicher machen. Als Kozliks Söhne Adam und Mikolás eines Tages einen Deutschen entführen und dessen Vater entkommen lassen, trägt dieser seine Erlebnisse zum König. Es wird gefährlich für Kozlik und so schickt er Mikolás los, seinen alten Feind Lazar zu zwingen, gemeinsam gegen den König in den Krieg zu ziehen. Lazar weigert sich und Mikolás entführt aus Vergeltung dessen Tochter Marketa Lazarova, die eigentlich Nonne werden wollte. „Anstatt ein herkömmliches Historiendrama zu erzählen, war Vláčil viel mehr daran interessiert, Form und Denkweise einer längst vergangenen Zeit wieder zum Leben zu erwecken — mit überwältigendem Ergebnis. Der Einfallsreichtum seiner Breitwandbilder, seines Schnitts und seines Sounddesigns machen MARKETA LAZAROVÁ zu einem experimentellen Actionfilm.“ (Verleih bildstoerung.tv) 50 Jahre nach der Entstehung dieses von Kritikern zum besten tschechischen Film aller Zeiten gewählten bildgewaltigen Mittelalterepos, kommt „Marketa Lazarova“ zum ersten Mal in die deutschen Kinos.

CS 1967, Regie: František Vláčil, Magda Vásáryová, Josef Kemr, Nada Hejna, 162 Min., OmU

So. 30.4. / 20:00 * mit Regisseurin Sany Gpuf

Girl Power

Die Graffiti-Szene ist noch heute sehr patriarchal strukturiert, sodass es für Sprayerinnen oft schwierig ist, sich einen Namen zu machen. Das hat die tschechische Grafifiti-Künstlerin Sany 16 Jahre lang am eigenen Leib erlebt und sich entschlossen, einen Dokumentarfilm über die vielen Sprayerinnen in allen Ecken der Welt zu drehen, die dafür kämpfen, endlich in der Szene ernst genommen zu werden. „Girl Power“ ermöglicht einen seltenen Einblick in die Mitwirkenden der Underground-Szene. Unter anderem zu sehen sind Künstlerinnen wie Anarkia, Igasm, Mick La Rock, Puff Girls, Okada, Nika Kramer, Shamsia Hassani, Spice, Thorn und viele mehr.

CS 2016, Regie: Sany & Jan Zajicek, 92 Min., Tschechisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Russisch, Ukrainisch mit deutschen Untertiteln