Filmreihe Femmes Totales

Die kleine Reihe „Femmes Totales - Filme von Frauen“ wurde ins Leben gerufen, um zeitgenössisches Kino von Frauen auf die Leinwand zu bringen. Nachdem vom eksystent Filmverleih bereits Filme mit starken Frauenfiguren in die Kinos gebracht wurden, sollen nun auch Filme von Regisseurinnen stärker in den Fokus rücken. Denn Kino von Frauen kann alles sein, was das Kino von Männern auch sein kann. Doch schaffen es immer noch viel zu wenige Filme von Filmemacherinnen ins Kino. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von Förderstrukturen, Vorurteilen bis hin zur Annahme, dass weibliche Regisseure nicht mit Millionenbudgets umgehen könnten. Auch das Klischee, dass Frauen keine Thriller oder Actionfilme machen könnten, hält sich hartnäckig. Dass all diese Vorurteile jedoch Unsinn sind, beweisen Hollywoodgrößen wie Kathryn Bigelow und wie vielfältig Kinofilme von Frauen sind, wird auch diese Auswahl an Filmen zeigen.
Zur Homepage: ⇒ http://femmes-totales.de

Do. 23.3., Mo. 27.3 + Mi. 29.3. / 18:00
So. 26.3. / 20:30

Girl’s don’t fly – Träume vom Fliegen

Regisseurin Monika Grassl begleitet die Schülerinnen der ersten und einzigen Flugschule in Ghana. Die Schülerinnen kommen meistens vom Land, wo noch alte Traditionen verankert sind. Mädchen werden Mütter und Ehefrauen, da sie oft keinen Zugang zu Bildung haben und sich so auch nicht auf eigene Füße stellen können. Jonathan ist Engländer und erfüllt den Mädchen den Traum von Bildung und vom Fliegen. Lydia ist die erste Schülerin von Jonathan und beeindruckt ihre Mitschülerinnen, da sie trotz einer Fehlstellung ihrer Hand fliegen lernt. Die Mädchen kämpfen auch gegen Kritiker und die veralteten Ausbildungsmethoden von Jonathan.

Monika Grassl präsentiert in ihrer überraschenden Dokumentation beeindruckende junge Frauen, die lernen müssen, nicht nur für ihre Zukunft sondern auch für sich selbst zu kämpfen. Der Dokumentarfilm-Gewinner des Festival Max-Ophüls-Preis zeigt, wie komplex und facettenreich “Hilfe zur Selbsthilfe” sein kann und unterwandert am Ende sämtliche Erwartungen.
Die Regisseurin Monika Grassl wurde 1981 in Wien geboren. Sie studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien und Medienmanagement an der Fachhochschule St. Pölten, wo sie sich auf Dokumentarfilme spezialisierte. Von 2008-2016 studierte sie Regie/Dokumentarfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg. GIRLS DON'T FLY - TRÄUME VOM FLIEGEN ist ihr Abschlussfilm.

D/ AT 2016, Regie: Monika Grassl, 89 Min., OmU

Sa. 22.4. bis Mo. 24.4., Mi. 26.4. / 20:00 

Geschichten aus Teheran

Die Regisseurin Rakhshan Bani-Etemad zeigt in ihrem Film die Arten der Liebe in den unterschiedlichen Schichten Teherans. Sie verwebt die Geschichten von Arbeitern, Studenten, Eheleuten und anderen und zeigt dabei, dass diese Menschen trotz ihrer Unterschiede doch einiges gemein haben. Alle lieben sie auf ihre eigene Art ihre Familie, Freunde oder Beziehungen, es ist diese Liebe, die ihnen Hoffnung und Stärke verleiht und alle besitzen sie eine Leidenschaft fürs Leben. Der Film konnte nur durch Unterwanderung der Zensurbehörde entstehen.

Die Regisseurin Rakhshan Bani-Etemad wurde 1954 in Teheran geboren. 1987 drehte sie ihren ersten Spielfilm OFF THE LIMITS. Für NARGESS wurde sie 1991 als erste Frau mit dem Preis für die beste Regie beim Fajr Film Festival in Teheran ausgezeichnet. 1995 gewann sie für THE BLUE VEILED den Bronzenen Leoparden beim Filmfestival von Locarno. Ihr nächster Film, UNDER THE SKIN OF THE CITY wurde der erfolgreichste iranische Film des Jahres 2000 und gewann Preise in Moskau, Turin, Karlsbad und Seattle. Auch ihr letzter Film MAINLINE wurde mit zahlreichen Preisen im In- und Ausland bedacht.

Ghesseha – IRN 2014, Regie: Rakhshan Bani-Etemad, mit Mohammad Rezu Forutan, 88 Min., OmU

Sa. 20.5. bis Mo. 22.5., Mi. 24.5. / 20:00

Yulas Welt

Yula wünscht sich nichts mehr, als ein normales Leben zu führen. Ihre Realität ist allerdings sehr trostlos: Sie lebt mit ihrer Mutter in der verbotenen Zone von Svalka, der größten Müllhalde Europas, nur 20 km vom Kreml entfernt. Dort versucht sie inmitten von Dreck und Elend zu überleben, aber gleichzeitig auch ein ganz normaler Teenager zu sein. Zwischen Müll, Gewalt und gepantschtem Alkohol erlebt sie die erste Liebe mit all ihren Folgen. Gleichzeitig muss sie sich um ihre alkoholkranke Mutter kümmern und dabei nie das Ziel aus den Augen verlieren, Svalka irgendwann verlassen zu können. Trotz aller Schrecken verliert Yula nie ihre Unbeschwertheit und den Lebensmut.

Hanna Polak hat Yula 14 Jahre lang mit der Kamera begleitet. Sie erzählt ihre unvorstellbare Geschichte mit packender Unmittelbarkeit und voller Feingefühl. Dabei ist ein universeller Film über das Erwachsenwerden entstanden, der von Hoffnung, Mut und Lebensfreude inmitten schwierigster Umstände erzählt. Die Regisseurin Hanna Polak studierte zunächst an Schauspielschulen in Breslau und Warschau und arbeitete am Theater in Chorzow in Polen. Im Anschluss absolvierte sie den Kamerastudiengang am Kinematographischen Institut in Moskau. Ihre Kurzdokumentation THE CHILDREN OF LENINGRADSKY wurde für den Oscar und mehrere Emmys nominiert und hat zahlreiche internationale Preise gewonnen.

Something better to come - Dänemark, Polen 2014, Regie: Hanna Polak, 98 Min. russisch OmU

Termine sind noch in der Planung

Hitzewelle

In Griechenland herrscht eine Dürreperiode, Wasser ist eine seltene Ressource geworden und längst privatisiert und teuer. Der arabische Migrant Ashraf soll deshalb abgeschiedene Villa und den Pool einer reichen französischen Familie bewachen. Die Stimmung ist angespannt und die Temperaturen steigen unnachgiebig. Ashraf fühlt eine drohende Gefahr, einen Beobachter. Doch er kann seinen Sinnen nicht mehr trauen, durch die Hitze verschmelzen Bilder und Schatten vor seinen Augen und das Unwohlsein wächst stetig.

Joyce Nashawati setzt sich in ihrem mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichneten Mystery-Thriller mit beständig an Relevanz gewinnenden Fragestellungen wie Migration, Fremdenfeindlichkeit und Ressourcenknappheit auseinander. Ihr außergewöhnlicher Film ist mehr als ein gekonnt inszenierter Genrefilm. Er erzeugt ein packendes und immens spannendes Klima der Bedrohung, das vor allem deshalb so viel Unbehagen erzeugt, weil es realistischer ist, als wir wahrhaben wollen.
Die Regisseurin Joyce A. Nashawati wuchs zwischen Beirut, Accra, Kuwait und Athen auf. Sie studierte Film in England und Paris. Ihre Kurzfilme THE UMBRELLA (2008), THE BITE (2010) und ON LEAVE (2013) wurden auf zahlreichen Festival weltweit gezeigt. HITZEWELLE ist ihr erster Spielfilm.

Blind Sun – F/GR 2015, Regie: Joyce A. Nashawati, mit Ziad Bakri, Yannis Stankoglou, 88 Min., OmU